Beiträge gettagt mit Wetter

Das Anpirschen

Ob Sie unerkannt Menschen oder wildlebende Tiere fotografieren möchten, macht eigentlich keinen großen Unterschied. Sie müssen sich anpirschen, vorsichtig handeln und schnell reagieren.

Foto: Jürgen Treiber, aboutpixel.de

Es gibt natürlich auch Unterschiede. Was bei Menschen als gute Tarnung funktioniert, ist für einige Tiere einfach nur ungeeignet, weil sie andere Sinnesorgane und andere Aufmerksamkeitspegel haben.

In jedem Fall sollten Sie mit Ihrer Kamera gut vertraut sein, damit für die Einstellung nicht mehr Zeit als nötig gebraucht wird. Wenn es um wilde Tiere geht, sollten Sie wissen, wo sie die finden können und auch wissen, wie Sie sich dem Tier unbemerkt annähern können. Es kann nicht schaden, wenn Sie vorher das Verhalten dieser Tierart ein wenig studieren.

Das Verhalten der Tiere ist auch sehr wetterabhängig. Ein näherkommendes Gewitter macht sie sehr nervös und wenn es regnet, suchen sie meist Schutz. Regen ist auch ein Problem, denn in feuchter Luft riechen Tiere noch besser als so schon. Unter diesen Bedingungen können Sie sich manchmal auch nicht gegen den Wind in die Nähe der Tiere schleichen.

Das Wetter im Bild

Der erste Gedanke als Assoziation zu Wetter und Fotografieren ist meist strahlender Sonnenschein  bei klarem Himmel. Allerdings machen Wetterkapriolen und Wolkenbilder das Licht und den Himmel eher interessanter.

Foto: Rainer Sturm, aboutpixel.de

Zwar ist das Licht eines sonnigen Tages einfach und unkompliziert für den Fotografen, aber die geschlossene Wolkendecke, dünner Hochnebel oder der dichte Morgennebel bieten eine ganz andere Atmosphäre. Durch die Wolkendecke fallen die Schatten wesentlich weicher aus, an bedeckten Tagen können sie komplett verflachen. Gegebenenfalls muss man den Kontrast der Kamera leicht erhöhen. Experimente mit dem Weißabgleich helfen, die richtige Stimmung einzufangen. Eine zerrissene Wolkendecke projiziert ein weich gezeichnetes Patchwork aus Licht und Schatten auf die Landschaft, der interessante Bilder möglich macht.

Fallender Regen ist nur selten einfach zu fotografieren, nämlich dann, wenn gleichzeitig die Sonne für Seiten- oder Gegenlicht sorgt. Und dann gehen die meisten lieber auf den entstehenden Regenbogen… Aus der Entfernung sieh Regen wie Nebel aus. Um den Fall der Tropfen zu verdeutlichen, nehmen sie seine Auswirkungen auf, zum Beispiel den Aufprall der Tropfen in einer Pfütze oder auf einer ebenen Fläche.

Die Dramatik von Wetter und Licht

Konventionelle Landschaftsbilder haben eher eine Ausstrahlung von Ruhe und Frieden und Einklang mit der Natur. Zu den unvorhersagbarsten Sujets gehören Landschaftsaufnahmen, die die kraftvolle Dramatik von Wetter und Licht zeigen und so auch die Macht der Elemente der Natur zeigen.

Foto: runtothewater, aboutpixel.de

Für solche Bilder muss man die Gunst der Stunde nutzen. Wenn ein Gewitter oder ein Sturm heraufziehen, ist es Zeit, mit  wetterfester Kleidung und der Kamera auf die Jagd nach stürmischen Fotos zu gehen. Extreme Orte und Wetterbedingungen sind die Voraussetzung für dramatische Bilder, die dem Betrachter die Gewalt der Natur nahe bringen.

Auf der Suche nach “gutem” schlechtem Wetter ist oftmals das Licht ein Problem. Zwar können stürmische Böen, die man mit ihren Auswirkungen wie sich biegenden Ästen und Bäumen oder aufgewühlten Wellen im Bild festhalten kann, die Szene komplett verändern. Aber es sind gerade die kurzen Pausen zwischen den Gewitterschüben, die die vielversprechendsten Fotos bringen. Der Fotograf muss also schnell reagieren, wenn die Dynamik sich verändert.

Der Aussichtspunkt

Die Menschen verschaffen sich gerne von einem hoch gelegenen Punkt aus Überblick. Für den Fotografen bietet ein solcher Standort nicht nur Überblick, sondern eine große Auswahl an Motiven. Weitwinkel- und Teleobjektiv sind die richtigen Werkzeuge für Experimente mit den Möglichkeiten des Standortes.

Foto: Paul Ha, aboutpixel.de

Durch unterschiedliche Blickweiten und einen unterschiedlich intensiven Gesamteindruck ist jeder Aussichtspunkt etwas anders. Sie sind aber offensichtlich bei den Menschen sehr beliebt, der Wunsch nach Überblick ist sehr groß. Deshalb findet man gute Aussichtspunkte häufig in Reiseführern und Karten.

Das führt aber auch dazu, dass viele Fotos vom gleichen Punkt aus aufgenommen werden. Und durch die Lage oder umgebende Bebauung oder Vegetation gibt es an einem Punkt wenig Auswahl für den Standpunkt der Kamera. Das macht viele Fotos sehr ähnlich, der “Schon mal gesehen”-Effekt kann ein Bild schnell nivellieren.

Dafür kann man aber mit verschiedenen Brennweiten arbeiten und den Horizont höher oder tiefer legen oder sogar komplett aus dem Bild halten. Auch besondere Wetterlagen können einem Foto einen ungewöhnlichen Charakter verleihen. Bei einem von schweren Gewitterwolken verhangenen Himmel ist kein Bild mehr wie das andere.

Wolken und Licht

Wolken sind die offensichtlichste Erscheinung des Wetters und für Fotos im Freien auch die wichtigste, denn sie eine große Anzahl an Effekten, weil Sie das Licht verändern.

Foto: Dr. Martin Merz, Lüdinghausen

Foto: Dr. Martin Merz, Lüdinghausen

Der bedeckte Himmel eignet sich hervorragend für viele Motive, die differenzierte Konturen aufweisen. Das weiche Licht ohne Schatten in zarten Farben ist kennzeichnend für Landschaftsaufnahmen im diffusen Licht der geschlossenen Wolkendecke.

Starke Kontraste entstehen, wenn der Himmel sich gerade zuzieht. Wie auf dem Bild zu sehen, macht die Wolkendecke des heranziehenden Gewitters einen düsteren Eindruck, während der Pool gerade noch im Licht der Sonne liegt.

Das Tageslicht wird an den Wolken gestreut und macht dadurch die Szene weicher und lässt die Schatten zurücktreten. Die Wolken wirken im Vergleich mit Studiolicht wie ein Diffusor und ein Reflektor gleichzeitig.

Zu den besten Eigenschaften des diffusen Lichtes an bewölkten Tagen zählt das Fehlen von harten Schatten. Deshalb sind bedeckte Tage auch besonders gut für die Portrait-Fotografie geeignet.