Beiträge gettagt mit Teleobjektiv

Vögel: eine Herausforderung

Vögel zu fotografieren ist in jeder Hinsicht schwierig. Nicht aus künstlerischen Gründen, sondern mehr wegen der Technik. Man braucht viel Übung für gute Bilder.

Foto: Petra E., aboutpixel.de

Man kämpft normalerweise mit drei Problemen, nämlich der Unschärfe durch Bewegung, der falschen Belichtungszeit und einem für das Bildformat zu kleinen Motiv. Letzteres lässt sich noch am einfachsten korrigieren, ein gutes Teleobjektiv wirkt hier Wunder.

Einen Vogel in der Luft sollte man nur fotografieren, wenn man ihn genügend groß ins Bild bekommt und auch den Flügelschlag einfrieren kann. Eine Faustregel besagt, dass der Vogel mindestens das halbe Bild ausfüllen sollte. Dafür sind große Vögel wie Störche oder Reiher besonders gut geeignet, einerseits ziemlich groß und andererseits fliegen sie relativ langsam.

Die Belichtungsmessung ist besonders schwierig, wenn der Himmel merklich heller ist als der Vogel, häufig sind solche Bilder unterbelichtet. Bei einem weißen Vogel vor dunkelblauem Himmel muss man eher mit einer Überbelichtung rechnen

Tierfotos in freier Natur

Eigentlich ist der Schlüssel zu guten Aufnahmen von Wildtieren, dass man möglichst nahe an die Tiere herankommt. Aufnahmen von ganzen Gruppen von Tieren in ihrer Umwelt lassen sich aber schon aus größerer Distanz machen. Das hat seine Vorteile, und zwar nicht nur bei einem Rudel Löwen.

Foto: Leona Steinbach, aboutpixel.de

Diese Art Wildfotos sind die einzige Chance, wenn die Landschaft wenig Deckung zum heranpirschen bietet oder wenn der Wind zu ungünstig steht. Und auch, wenn günstige Bedingungen das nahe Heranpirschen erlauben, sollte man in jedem Fall ein paar Übersichtsaufnahmen der Tiere in ihrem angestammten Lebensraum machen.

Wie das Beispielbild zeigt, braucht man für gute Motive nicht unbedingt in ferne Länder reisen. Auch die Wälder in Deutschland sind von Wildtieren bevölkert, und mit etwas Geduld und zur richtigen Zeit am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung stellen sich auch bald erste Erfolge ein.

Bei Benutzung eines Teleobjektivs muss man die geringere Schärfentiefe beachten, damit nicht Teile des Bildes unscharf werden.

Weitere Bildformate

Quadratische und hochformatige Bilderspielen auch in der Landschaftsfotografie eine Rolle, und die nachträgliche Beschneidung eines Bildes verbessert häufig die Wirkung.

Foto: Dyszak Ulf, aboutpixel.de

Man kann ja jede Kamera ins Hochformat drehen und sollte es auch zur Abwechslung häufiger nutzen, besonders bei Fotos mit Teleobjektiv oder Perspektiven aus großer Höhe, denn dabei ist das Hochformat sehr ausdrucksstark. Das Teleobjektiv komprimiert eine Perspektive und das Hochformat zeigt die Merkmale der Landschaft nacheinander.

Aufnahmen mit Weitwinkel sind für das Hochformat eher ungeeignet. Sie zeigen ja mindestens einen 80°-Bildwinkel, wodurch der Himmel einen sehr großen Teil des Bildes ausmacht.

Hochformate sind aber durchaus geeignet, wenn das Motiv an sich sehr klein ist. Wir erfassen das Hochformat nicht so einfach und unser Auge neigt zur unteren Bildhälfte. Die bietet sich deshalb für die Platzierung kleiner Objekte geradezu an.

Besonders geeignet ist das Hochformat natürlich für schlanke, hohe Motive wie Bäume oder Felsnadeln. Dabei kann es auch sinnvoll sein, durch Beschneiden des Bildes ein Super-Hochformat zu erzeugen.

Das quadratische Format hat seinen eigenen, streng formalen Charakter und eignet sich eher für sehr symmetrische Motive.

Der Aussichtspunkt

Die Menschen verschaffen sich gerne von einem hoch gelegenen Punkt aus Überblick. Für den Fotografen bietet ein solcher Standort nicht nur Überblick, sondern eine große Auswahl an Motiven. Weitwinkel- und Teleobjektiv sind die richtigen Werkzeuge für Experimente mit den Möglichkeiten des Standortes.

Foto: Paul Ha, aboutpixel.de

Durch unterschiedliche Blickweiten und einen unterschiedlich intensiven Gesamteindruck ist jeder Aussichtspunkt etwas anders. Sie sind aber offensichtlich bei den Menschen sehr beliebt, der Wunsch nach Überblick ist sehr groß. Deshalb findet man gute Aussichtspunkte häufig in Reiseführern und Karten.

Das führt aber auch dazu, dass viele Fotos vom gleichen Punkt aus aufgenommen werden. Und durch die Lage oder umgebende Bebauung oder Vegetation gibt es an einem Punkt wenig Auswahl für den Standpunkt der Kamera. Das macht viele Fotos sehr ähnlich, der “Schon mal gesehen”-Effekt kann ein Bild schnell nivellieren.

Dafür kann man aber mit verschiedenen Brennweiten arbeiten und den Horizont höher oder tiefer legen oder sogar komplett aus dem Bild halten. Auch besondere Wetterlagen können einem Foto einen ungewöhnlichen Charakter verleihen. Bei einem von schweren Gewitterwolken verhangenen Himmel ist kein Bild mehr wie das andere.

Das lange Teleobjektiv

Bei Aufnahmen mit einem sehr starken Teleobjektiv ist die Distanz des Fotografen zum Objekt im Bildausdruck spürbar, dadurch wirken solche Bilder fast immer sehr objektiv. Auch die komprimierte Perspektive solcher Fotos trägt einen guten Teil zu diesem Eindruck bei.

Diese Distanz entsteht mit jedem Teleobjektiv zwischen Betrachter oder Fotograf und dem Objekt. Mit größer werdender Brennweite wird auch dieser Effekt immer deutlicher, im Extremfall kann man ihn durchaus mit dem Blick durch ein Fernglas vergleichen.

Wirklich lange Teleobjektive beginnen da, wo man auf den Foto etwas sehen kann, was man mit bloßem Auge nicht mehr hätte sehen können. Und starke Teleobjektive ab 300 mm aufwärts haben eine wesentlich größere Reichweite als unsere Augen und können deshalb oft überraschende Details zeigen. Bei einem Sensor von 24 x 16 mm Größe kann man durch eine Brennweite von 400 mm aus 8 m Entfernung ein formatfüllendes Bild vom Kopf eines Menschen machen!

Leuchtreklame und Feuerwerk

Außenlichter brauchen eine besonders sorgfältige Belichtung, damit Form und Farben original bleiben. Bei dem Sonderfall Feuerwerk ist auch eine gute Voraussicht für ein gutes Foto nötig.

Foto: Tilman Ockert, aboutpixel.de

Obwohl die meisten Reklamelichter noch auf Basis von Neonröhren arbeiten, spielt der bekannte Grünstich dieser Leuchten keine besondere Rolle und wird meist von den kräftigen Farben einfach überdeckt. Da Reklametafeln meist etwas höher angebracht sind, ist eine etwas größere Entfernung sinnvoll. Das macht zwar ein Teleobjektiv nötig, aber die Resultate danken es Ihnen. Sinnvoll ist eine ganze Belichtungsreihe, denn der technisch akzeptable Bereich ist recht hoch. Innerhalb dieses Bereiches ist die Helligkeit eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Genau wie Leuchtreklamen bringen Feuerwerke ihr eigenes Licht mit. Weil sich die Lichtstärke dabei aber schnell ändert, hat es kaum Sinn, nur kurz zu belichten. Der Haupteffekt am Himmel kommt ja eigentlich nur von den Leuchtspuren, die die glühenden Partikel hinterlassen. Blende 5,6 mit einer ISO-Empfindlichkeit von 100-200 und eine Belichtungszeit von 0,5 bis 4 Sekunden sind ein guter Startbereich für erste Versuche.

Architektonische Details

Sicherlich ist die größte Herausforderung das Fotografieren der Gesamtansicht eines Gebäudes. In den Details der Konstruktion und den Dekorationen finden sich aber oft sehr interessante Motive.

Foto: Steve, aboutpixel.de

Meist sind sie charakterisiert durch eine erfrischend andere Perspektive. Für Profifotografen sind Detailaufnahmen von Gebäuden schon selbstverständlich geworden, denn sie haben auch noch eine andere wichtige Funktion: Die konstruktiven Details der Architektur und die Verzierungen stellen einen wichtigen Teil eines Gebäudeportraits dar.

Im Vergleich mit dem mühsamen Fotografieren einer Gesamtansicht, wobei man Blickwinkel, Lichteinfall und Sichtbehinderungen berücksichtigen muss, ist das Aufnehmen von Detailfotos schon fast erholsam.

Als erstes klärt man, welche Details fotografiert werden sollen. In der Regel wird man für Motive oberhalb des Erdgeschosses ein Teleobjektiv benötigen, um kleinere Details formatfüllend ablichten zu können.

Ein langes Teleobjektiv muss nicht so stark aufwärts gekippt werden und bringt deshalb weniger perspektivische Verzerrungen auf die Aufnahme. Nach Möglichkeit sollte man senkrechte Linien ganz vermeiden, damit man keine stürzenden Linien nachbearbeiten muss.

Stadtansichten

Wenn man Städte wie San Francisco oder Rom außer Acht lässt, sind die meisten eher auf flachem Grund gebaut. Das ist eigentlich eine Voraussetzung für Übersichtsfotos, wenn man keinen Hubschrauber zur Verfügung hat.

In der Stadt ist es schwierig, gute Aussichtspunkte zu finden, dann das Betreten der Dächer von Hochhäusern ist in aller Regel aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.

Foto: Sebastian Engel, aboutpixel.de

Allerdings gibt es in den Großstädten weltweit immer mehr hoch aufragende Gebäude, die die Städte dichter machen und den freien Ausblick merklich einschränken. Von Erhebungen am Stadtrand aus oder wie zum Beispiel in Athen von einem Hügel innerhalb der Stadt gibt es meist mehrere Aussichtspunkte. Auch in Jerusalem, wo das Beispielsbild her stammt, findet man solche Möglichkeiten noch – aber solche Möglichkeiten werden immer seltener.

Wenn man über ein gutes Teleobjektiv verfügt, lassen sich gute Stadtaufnahmen von höheren Standorten in etwas weiterer Entfernung machen. Auch offene, unbebaute Grundstücke oder größere Gewässer bieten häufig freie Sicht und ermöglichen gute Fotos der Stadt.

Feste feiern

Bei Festen und Feiern bieten sich dem Fotografen reichlich Gelegenheiten für Porträts. Dabei ist es völlig egal, ob man der „offizielle“ Partyfotograf ist oder nur ein Gast mit Kamera. Wichtiger ist es da schon, sich zu überlegen, wie man zu seinen Fotos kommen möchte.

Da bieten sich grundsätzlich zwei Vorgehensweisen an. Man kann sich zum Beispiel unauffällig im Hintergrund halten, wobei ein kurzes Teleobjektiv für das unverkrampfte weil unbeobachtete Verhalten der „Opfer“ sehr hilfreich ist.

Die Alternative dazu ist es, offen auf die Menschen zuzugehen und sie zur Mitwirkung aufzufordern. Welche der Herangehensweisen erfolgreicher ist, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem auch von der Art der Feier. Die meisten formelleren Anlässe zeigen schon eine Art Protokoll, während zum Beispiel Geburtstagsfeiern umso lockerer werden, je jünger die Gäste sind. Kindergeburtstage sind dabei kaum zu toppen. Bei den meisten Veranstaltungen lässt sich ein guter Mix aus unauffällig beobachteten und posierten Szenen erreichen.

Manchmal sind die interessantesten Motive etwas abseits des Partytrubels zu finden wie in unserem Beispielbild die Zigarettenpause auf der Bank vor der Party-Location.

Zwei Dinge sollte man aber immer beachten: Man sollte die Gäste nicht beim Essen fotografieren und darf auch auf keinen Fall versäumen, den Gastgeber um Erlaubnis zu fragen bevor das erste Foto geschossen wird.