Beiträge gettagt mit Sonne

In Twilight Time…

Wenn die Sonnegerade untergegangen ist oder kurz vor dem Aufgehen steht, ist die Zeit des Zwielichtes gekommen. Dann steht die Sonne zwar schon oder noch hinter dem Horizont, aber der Himmel wird durch Lichtbrechung noch oder schon erleuchtet. Er durchläuft dabei interessante Veränderungen, die eine zärtliche, nahezu magische Atmosphäre erzeugen.

Foto: Rainer Sturm, aboutpixel.de

Die Dauer und das Spiel der Farben in dieser Phase sind abhängig von Jahreszeit und Breitengrad. Im Sommer kann das Zwielicht in unseren Breiten schon mehrere Stunden andauern, noch weiter im Norden sogar die ganze Nacht. In den Tropen ist der Zauber allerdings schon nach einer knappen Stunde vorbei.

Wenn der Himmel weitgehend klar ist, verändern sich die Schattierungen der Farben am Horizont in auffälliger Weise. Wie auch bei Sonnenauf- und untergängen kann man diese Änderungen kaum vorhersagen, obwohl sie sehr intensive Himmelsfarben hervorbringen. Bei klarem Himmel entwickelt sich die Farbe des morgendlichen Zwielichts von Orange über Gelb bis zum abschließenden tiefen Blau.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Sonnenauf- und –untergänge kennt man bis zum Abwinken, und irgendwie wirken die meisten davon klischeehaft. Mit etwas Engagement und Fantasie lassen sich aber sehr wohl ausdrucksstarke und auch originelle Fotos von diesen Sujets machen.

Foto: Anna Janzen, aboutpixel.de

Die Zeit ist durch das Motiv vorgegeben: Bei Sonnenauf- bzw. –untergang und klarem Himmel wird das Licht immer faszinierender und variantenreicher und wirkt sehr malerisch. Man läuft zwar Gefahr, ein ziemlich strapaziertes Klischee zu bedienen, denn dieses Motiv wurde schon zu häufig und ausgiebig fotografiert. Aber vielleicht sind diese Bilder ja gerade deshalb für so viele Menschen sehr attraktiv.

Die erste und die letzte Stunde des Tages bieten eine enorme Vielfalt an Lichteffekten. Die Szene verändert sich minütlich, und auch ihre Unvorhersehbarkeit hat ihren eigenen Reiz. Man kann Gegen-, Seiten- oder Rücklicht nutzen. Das Weitwinkelobjektiv nimmt den Himmel über die volle Breite auf und mit dem Teleobjektiv lassen sich Farben, Reflexionen und Silhouetten einfangen.

Die Effekte des Seitenlichts

Seitenlicht ist eine sehr spezielle Variante des Sonnenlichtes. Es ist dann am sinnvollsten, wenn die Detailzeichnung und die Textur des Objektes betont werden sollen. Es kommt dann darauf an, wie die Schatten geworfen werden.

Die Schatten sind die Begleiterscheinungen des Seitenlichtes, die besonders auffallen, denn sie lassen die Reliefs von Objekten und Oberflächen sehr deutlich hervortreten. Das Beispielbild zeigt, dass Seitenlicht von der Kamera aus gesehen die längsten, aber auch die akzentuiertesten Schatten wirft.

Die Sonne steht zwar auch dann im 90-Grad-Winkel zur Linsenachse, wenn sie im Zenith steht, aber dann begrenzt der Boden die Größe des Schattens und hellt die Objekte auch durch Reflektion mehr auf.

Das Seitenlicht zieht auch die Konturen der Objekte nach, und diese gewinnen dadurch deutlich an Tiefe. Bei Aufnahmen im Freien bei klarem Himmel ist der Unterschied zwischen Licht und Schatten besonders hoch, wenn kein Objekt in der Nähe ist, das als Reflektor wirken und die Szene aufhellen kann.

Sonnenauf- und Untergang

In der knappen Stunde wenn die Sonne auf- oder untergeht, ändert sich das Licht dramatisch. Dadurch ergeben sich die besten Möglichkeiten für gute Fotos.

Die goldene Stunde

Die goldene Stunde

Die offensichtlichste Möglichkeit für Aufnahmen direkt in die auf- oder untergehende Sonne sind die Silhouetten.

Dafür eignen sich Weitwinkelobjektive besonders gut, weil die Sonne im Bild dadurch kleiner wird und auch hinter Teilen des Motivs versteckt werden kann.

Ob man nun in der morgendlichen oder der abendlichen „Goldenen“ Stunde fotografiert – den Unterschied wird der Betrachter des Fotos kaum merken. Die Bedingungen während der Aufnahme sind allerdings recht unterschiedlich. Mit Sonnenaufgängen sind die wenigsten vertraut, allein das ist schon ein guter Grund, der für den jungen Tag spricht – und meistens sind sie um diese Zeit allein am Ort des Geschehens. Weil Sie mit den ersten Strahlen der Sonne vor Ort sein sollten, müssen Sie den gewählten Ort im Dunklen finden. Am besten sollten Sie sich das schon am Vortag im Hellen anschauen.

Weißabgleich – die Farbe des Lichtes

Weiß hat eigentlich mehr mit Psychologie und weniger mit Physik zu tun. Die Farbe des natürlichen Lichtes kann sehr unterschiedlich sein. Das Licht, das auf ein Objekt fällt, ist im Schatten bei klarem Himmel leicht bläulich und in der blauen Stunde kurz nach dem Sonnenaufgang oder kurz vor dem Sonnenuntergang rötlich.

Reflektiertes Licht unter klarem Himmel ist blau

Reflektiertes Licht unter klarem Himmel ist blau

Andere Farbmodulationen kommen durch an farbigen Flächen reflektiertes Licht oder durch Kunstlicht mit eingeschränktem Spektrum dazu. All das berücksichtigen die in moderne Kameras eingebauten Programme zum Weißabgleich.

Auch bei einfachen digitalen Kameras findet man einige Voreinstellungen für unterschiedliche Lichtverhältnisse wie Sonne, Wolken, Schatten oder Blitzlicht,  in der Regel über das Menü am LCD-Bildschirm einstellbar.

Für einigermaßen „normale“ Lichtsituationen sind diese Voreinstellungen durchaus brauchbar. Darüber hinaus gibt es bei einigen Kameras flexiblere Alternativen, zum Beispiel den automatischen Weißabgleich oder die manuelle Korrektur in kleinen Schritten. Den exaktesten Weißabgleich erreicht man manuell unter Verwendung einer weißen Fläche (Weißkarte) unter den Lichtbedingungen des Motivs.

Die Sonne und andere Lichtquellen

Die Sonne ist nicht nur die am häufigsten genutzte, sondern auch die hellste Lichtquelle für Fotos. Wenn man direkt in die Sonne fotografiert, kann kein Film und auch noch kein Sensor diese Helligkeit  korrekt verarbeiten.

Die Sonne schafft (noch) jeden Sensor

Die Sonne schafft (noch) jeden Sensor

Die besten Ergebnisse liefern digitale Kameras bei ISO 100 oder 200. Mittags an klaren Tagen liegen die Belichtungszeiten bei Blende f16  bei 1/250 oder 1/125 Sekunde. Dagegen kann man die meisten Quellen von künstlichem Licht als schwach bezeichnen.

Es gibt einen Hauptunterschied zwischen Sonnen-und Kunstlicht: die Entfernung der Lichtquelle von der Szene. Sie kennen das von Fotos, die im Dunklen nur mit einem Blitzlicht aufgenommen wurden. Alles, was sehr nah am Blitz ist, wird ausgeleuchtet, aber dahinter wird es schnell dunkel. Nach wenigen Metern sind keine Details mehr in den Schatten zu erkennen.

Das liegt daran, dass die Beleuchtungsstärke quadratisch mit der Entfernung abnimmt. Also wird bei doppelter Entfernung nur noch ein Viertel der Helligkeit erzielt, bei dreifacher Entfernung nur noch ein Zehntel. Im Grunde gilt das auch für die Sonne, aber weil sie so weit weg ist ( ca. 150 Millionen Kilometer), kann zwischen zwei Stellen auf der Erde kein Unterschied mehr festgestellt werden.