Beiträge gettagt mit Porträt
Spiel mit der Unschärfe
06. Sep
In einigen Situationen haben Fotos einen viel stärkeren Ausdruck, wenn die Dynamik einer Bewegung deutlich dargestellt wird, selbst wenn die Details darunter leiden. Erreichen kann man das zum Beispiel, indem man die Belichtungszeit für ein scharfes Bild stark verlängert, zum Beispiel von 1/125 Sek. auf 1/15 Sek. verlängert und die Blende entsprechend weiter schließt.
Eine andere Technik für diesen Effekt wurde früher, als unempfindliche Filme bei Porträts noch lange Belichtungszeiten brauchten, eher als Bildfehler angesehen: Die zu fotografierende Person bewegt sich nicht und wird scharf abgebildet, während andere Menschen im Hintergrund vorbeigehen und entsprechende Bewegungsunschärfe erzeugen. Heutzutage sieht man diese Technik häufiger, denn sie lässt sich auch mit den modernen Digitalkameras gut kontrollieren.
Damit die Dynamik der Bewegung klar im Bild zu sehen ist, muss die Bewegungsunschärfe deutlich zu erkennen sein. Verwendet man Verschlusszeiten, die nur leichte Verwischungen erzeugen, wirkt es eher, als sei das Foto leicht verwackelt.
Persönliche Augenblicke
01. Sep
Als diskreter Beobachter kann der Fotograf mit seiner Kamera einen Augenblick einfangen, in dem die Personen entweder völlig in Gedanken versunken sind oder nur noch Augen für ihr jeweiliges Gegenüber haben.
Der Übergang vom gestellten Porträt zur unbemerkten Aufnahme ist eher fließend. Wobei mit unbemerkt gemeint ist, dass den abgelichteten Menschen nicht bewusst ist, dass sie gerade fotografiert werden. Man geht sogar unterschwellig davon aus, dass die Kamera versteckt gehalten wird. Manchmal ist das auch so, aber es ist keine notwendige Bedingung, so einen intimen Moment zu erwischen.
Ein Fotograf, der sehr nah dabei ständig die Kamera ans Gesicht hebt, wenn es interessant wird, stört allerdings eher das Aufkommen emotionaler oder versunkener Stimmung.
Solche Aufnahmen transportieren Atmosphäre und Emotion. Der Betrachter des Fotos wird Zeuge einer sehr privaten Situation, lässt sich deshalb eher in das Bild hineinziehen und fühlt sich mehr angesprochen als von den Bildern mit ausdrucksschwachen Gesichtern.
Fotos aus der Arbeitswelt
31. Aug
Ein Porträt im Umfeld der täglichen Arbeit bekommt eine ganz besondere Wichtung: Die Elemente der Tätigkeit und deren Accessoires lassen solche Fotos meist sehr informativ wirken.
Nicht jede Arbeit ist optisch gleich interessant für den Fotografen – dafür gibt es einfach zu viele Menschen, die einfach nur am Computer arbeiten oder mit anderen Geschäftsbesprechungen abhalten. Bei anderen Tätigkeiten, die handwerkliche Fähigkeiten oder körperlichen Einsatz nötig machen, ergeben sich interessante Aspekte und Szenen, die nicht nur den Hintergrund zum Porträt liefern, sondern eine eigenständige, dokumentierende Aussage haben.
Diese Bilder kommen der Reportage-Fotografie schon recht nahe, besonders, wenn das Modell seine Arbeit nicht für das Shooting unterbricht und konzentriert weiter macht. Häufig wirken diese Fotos wie spontane Schnappschüsse, in Wirklichkeit sind sie aber weit davon entfernt.
Beim Arrangement solcher Szenen muss man vorsichtig sein, damit keine Accessoires im Bild sind, die nicht zum dargestellten Vorgang passen. Dazu braucht man eine gewisse Vorstellung von dem Arbeitsablauf, die man manchmal auch erfragen muss.
Die Straßenfotografie
28. Aug
Nehmen Sie Ihr Modell doch einfach mal mit auf die Straße und machen Sie Ihre Fotos im Kontext dieser Umgebung. Auf diese Weise wird aus dem Porträt eine moderne Variante des eigentlich klassischen Reportage-Stils.
Die Straße ist ein großer Tummelplatz menschlicher Aktivitäten und auch eine Fundstelle skurriler Menschen, Gegenstände oder Szenen. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie hinausgehen, um ein Porträt zu fotografieren und mit einem Stillleben wieder zurückkommen…
Begeben Sie sich einfach mit einer minimalen Ausrüstung an die frische Luft, erkunden die nähere Umgebung per Pedes und fotografieren Sie das Leben auf den Straßen, in den Cafés, auf dem Markt oder im Park. Dabei sollte man nichts planen und sich voll auf seine Beobachtungsgabe, das Gespür für ein gutes Motiv und auf sein Glück verlassen. So findet man in ganz alltäglichen Situationen sehr interessante Motive.
Das generelle Thema dieser Fotos ist natürlich das Leben in der Stadt, das im Grunde auf der ganzen Welt sehr ähnlich ist, selbst wenn sich die Menschen durchaus überall unterscheiden.
Ausleuchtung mit Effekt
27. Aug
Meist zeigen Porträts ein vorteilhaftes, originalgetreues Abbild des Fotografierten. Gelegentlich soll aber ein Porträt ungewöhnlich oder dramatisch wirken oder aber besondere grafische Qualitäten besitzen.
Es kann durchaus ein paar Jahre brauchen, bis ein Fotograf die Feinheiten der guten Ausleuchtung eines Porträts beherrscht. Wirklich bemerkt wird die Qualität des Lichtes aber meist erst dann, wenn sie vom Üblichen abweicht. Wenn Sie schon einmal eine Taschenlampe unter Ihr Gesicht gehalten haben, um andere zu erschrecken, kennen Sie das Potential des Lichtes für besondere Effekte.
Der Fotograf kann mit verschiedenen Eigenschaften des Lichtes “spielen”: Bei der Lichtmenge gibt es weder eine Beschränkung nach oben noch nach unten. Die Qualität des Lichtes geht von knallhart bis superweich. Wenn es nicht um klassische, sondern um kreative Fotografie geht, ist auch hier alles erlaubt, auch gemischt. Die schon genannte Taschenlampe macht den Effekt der Richtung besonders deutlich. Auch die Farbe des Lichtes, die man mit Farbfiltern vor den Lampen ändern kann, erlaubt speziell bei Mischbeleuchtung interessante Fotos. Last noch least kann die Lichtquelle (Tageslicht, Dauerlicht, Blitz) die Stimmung des Bildes beeinflussen.
Die digitale Retusche
24. Aug
Die digitale Retusche ist im Grunde so etwas wie ein nachträgliches Make-up, das mit einem Bildbearbeitungsprogramm aufgetragen wird. Diese Nachbearbeitung gestattet wohl subtile Korrekturen als auch plakative Veränderungen. Es hat auch durchaus seine Vorteile, Korrekturen nicht am Gesicht, sondern am fertigen Bild zu machen.
Inzwischen gehört die Retusche zum Standard bei Porträts. In der Mode- und Beauty-Fotografie geht es dabei um absolut perfektes Aussehen. Bei einfachen Porträtaufnahmen würde eine solche künstliche Idealisierung den Menschen nicht mehr so zeigen, wie er wirklich ist.
Allerdings sind leichte Korrekturen wie eine Änderung des Teints, der Haare oder der Augenbrauen geeignet auch ein normales Porträt zu verbessern. Man sollte nur sehr vorsichtig sein, denn zu starke Retusche kann zu einem starren, puppenhaften Ausdruck führen.
Die Möglichkeit zur digitalen Retusche sollte man schon beim Fotografieren im Hinterkopf behalten, denn so manch kleiner Fehler lässt sich per Grafikprogramm viel einfacher ausgleichen als durch umständliche Veränderungen von Ausleuchtung oder Make-up.
Das Make-up für die Porträtaufnahme
23. Aug
Ein umfangreiches Arsenal der Kosmetik erlaubt es, manche Details zu betonen oder zu kaschieren und so gleichzeitig ein spezielles Image zu erzeugen. Dabei hat das Make-up für Fotos so seine eigenen Regeln.
Gerade bei Beauty-Aufnahmen verbinden sich die Fotografie und das Make-up untrennbar und müssen Hand in Hand gehen. Allgemein kann man sagen, dass für eine gute Aufnahme ein kräftigeres Make-up nötig ist als im normalen Alltag. Wie kräftig, das hängt von der Ausleuchtung ab. Bei gut gestreutem Licht ist ein kräftigeres Make-up nötig als bei der Ausleuchtung mit einem Spot.
Wie auch beim normalen Schminken geht es darum, die positiven Qualitäten des Modells zu betonen und gleichzeitig die weniger attraktiven Aspekte des Gesichts zu kaschieren. Dabei geht es nicht nur um Pickel und Fältchen, sondern auch um die Gesichtsform.
Hohe Wangenknochen gelten als attraktiv und werden gerne betont, zum Beispiel durch eine dunklere Grundierung unterhalb der Jochbeine und einen Aufheller oberhalb. Ein nach außen verlängerter Lidschatten rückt sehr nahe zusammen stehende Augen etwas auseinander.
Weiches Licht bei Portraitaufnahmen
23. Aug
In weichem Licht wirken Gesichter in aller Regel am attraktivsten. Deshalb sind die Maßnahmen zur Streuung des Lichts unabdingbares Fachwissen für den Porträtfotografen.
Porträts beruhen mehr als jedes andere fotografische Vorhaben auf weichem Licht, denn das Gesicht eines Menschen mit seiner Oberfläche aus Vertiefungen, Erhebungen und Flächen wirkt deutlich attraktiver, wenn die Übergänge von Licht zu Schatten weich und fließend abgelichtet werden. Es kann natürlich auch vorkommen, dass man einmal Linien oder Falten betonen möchte oder einfach nur einen starken Kontrast erzeugen – aber bei den meisten Porträts geht es eher um die Attraktivität.
Technisch erreicht man weiches Licht dadurch, dass man die strahlende Oberfläche der Lichtquelle im Verhältnis zum Motiv vergrößert. Ein Lichtpunkt, zum Beispiel von einem Laserpointer, wirft auf einem großen Objekt sehr harte Schatten, während eine Lichtquelle von Fenstergröße auf einem nah davor liegenden Objekt fast keine Schatten erzeugt. Das kann man sich auch anhand des Strahlenganges klar machen.
Der Kamerablitz
22. Aug
Den in der Kamera eingebauten Blitz kann man zur Ergänzung des vorhandenen Lichts nutzen. Als Hauptlicht hat er dagegen keine Chance. Das frontale Blitzen ist selten vorteilhaft, und je genauer man die Grenzen des Kamerablitzes kennt, umso gezielter kann man ihn auch einsetzen. Die heute in den Kameras eingebauten Blitze schaffen es zwar, ein korrekt belichtetes Foto zu erzeugen, ein gutes Porträt aber sicher nicht.
Man unterscheidet zwei Typen von Kamerablitzen. Zunächst die fest eingebauten, die nur 2-3 m frontal ausleuchten können und dann die über einen Blitzschuh oder ein ähnliches Konstrukt aufzusteckenden Blitze, die meist über einen dreh- und schwenkbaren Blitzkopf verfügen. Damit ist es generell auch möglich, mit dem Blitz Flächen anzuvisieren, die das grelle Blitzlicht dann diffus zurückstrahlen.
Vor allem ist der Kamerablitz geeignet, das vorhandene Licht als Aufhellblitz (fill in flash) zu ergänzen. Das kann zum Beispiel helfen, bei starkem Sonnenlicht die entstehenden harten Schatten aufzuhellen.









