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Tierfotos in freier Natur

Eigentlich ist der Schlüssel zu guten Aufnahmen von Wildtieren, dass man möglichst nahe an die Tiere herankommt. Aufnahmen von ganzen Gruppen von Tieren in ihrer Umwelt lassen sich aber schon aus größerer Distanz machen. Das hat seine Vorteile, und zwar nicht nur bei einem Rudel Löwen.

Foto: Leona Steinbach, aboutpixel.de

Diese Art Wildfotos sind die einzige Chance, wenn die Landschaft wenig Deckung zum heranpirschen bietet oder wenn der Wind zu ungünstig steht. Und auch, wenn günstige Bedingungen das nahe Heranpirschen erlauben, sollte man in jedem Fall ein paar Übersichtsaufnahmen der Tiere in ihrem angestammten Lebensraum machen.

Wie das Beispielbild zeigt, braucht man für gute Motive nicht unbedingt in ferne Länder reisen. Auch die Wälder in Deutschland sind von Wildtieren bevölkert, und mit etwas Geduld und zur richtigen Zeit am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung stellen sich auch bald erste Erfolge ein.

Bei Benutzung eines Teleobjektivs muss man die geringere Schärfentiefe beachten, damit nicht Teile des Bildes unscharf werden.

Das kritische Bild

Die Landschaftsfotografie zeigt nicht immer nur die schönen Dinge. Sie kann auch Hinweise auf Unschönes wie den Missbrauch der Umwelt geben. Wenn man sich heute schöne Naturaufnahmen anschaut, ist meist auch etwas Wehmut zu spüren.

Berechtigt, denn die letzten Refugien der Natur sind im Schwinden begriffen und es ist kaum noch möglich, einen nicht mit irgendwelchen Spuren menschlicher Existenz kontaminierten Blick auf den Horizont zu erhalten. Windkraftanlagen und Antennenmasten, Überlandleitungen, Werbetafeln und auch in der Natur entsorgter Müll kann man nur noch als eine Art visueller Umweltverschmutzung bezeichnen.

Viele Fotografen wollen diese Zusammenhänge nicht gerne verdeutlichen und bemühen die letzten “sauberen” Landschaften, um ihre Aufnahmen zu machen. Dabei schreit eigentlich diese zunehmende Verschandelung der Umwelt danach, dokumentiert zu werden. Kritische Fotografen sind hier gefragt, Zeichen zu setzen. Die Zerstörung von Landschaften ist heute traurige Realität, und wer die Realität dokumentieren möchte, kommt an den negativen Aspekten nicht vorbei – sei es mit objektivem Abstand oder mit einer eindringlichen Botschaft.

Das ungewöhnliche Bild

Gerne präsentieren Fotografen ungewöhnliche Bilder und zeigen alternative Wege der Betrachtung der Umwelt. Das findet man bei Landschaften genau so, wie bei anderen Motiven.

Foto: chribier, aboutpixel.de

Das Ungewöhnliche oder exotische in der freien Natur findet man mit etwas Aufmerksamkeit häufiger, besonders, wenn man nicht in den Kulturlandschaften mit Ziersträuchern und Rasenflächen, sondern eher in der unberührten Wildnis unterwegs ist. Gebirge und Wüsten, Küsten und Schneelandschaften sind meist ergiebige Quellen fantastischer bis bizarrer Motive.

Zwar ist die Suche in solchen Umgebungen aufwändig und mühsam, dafür wird der Fotograf aber auch mit ungewöhnlichen Bildern belohnt. Ungewöhnliche Bilder basieren aber nicht nur auf exotischen Gegebenheiten der Natur, sondern sie ergeben sich auch aus der Art ihrer Darstellung.

Wenn man gerade keine Expedition in eine selten von Menschen besuchte Region der Erde oder in einen Nationalpark oder Ähnliches geplant hat, kann man auch durch seinen individuellen Stil und die Herangehensweise an die Aufnahme ungewöhnliche Fotos erzielen.

Der Blickfang

Einer der Ansätze der klassischen Fotografie der Natur ist es, ein bestimmtes Element des Motivs besonders hervorzuheben, so dass es die Komposition des Bildes beherrscht.

Bei Landschaften und Naturfotos bestimmt der gewählte Bildausschnitt den Blick und damit auch die Wahrnehmung. Bei der direkten Betrachtung lässt man die Augen wandern, erfasst hier und da Details, schweift weiter und baut so allmählich einen Gesamteindruck auf.

Ein Foto hingegen kanalisiert den Blick auf den dargestellten Bereich, und was darin nicht abgebildet ist, kommt in der Wahrnehmung auch nicht vor.

Allerdings sucht das Auge sowohl in der freien Natur als auch auf einem Abbild davon nach Referenzpunkten, die dem Bild einen Sinn geben oder zumindest die Orientierung erleichtern.

Durch einen einzelnen Blickfang ergeben sich die meisten Freiheiten für den Fotografen. Er kann durch sich Nähern oder Entfernen oder Herumlaufen dem gewählten herausragenden Detail jede beliebige Größe und Richtung geben und den Blickfang dadurch beliebig in Relation zum weiteren Bildinhalt bringen.

Man kann natürlich auch mehrere Elemente herausstechen lassen, aber das beschneidet die Freiheit der Bildkomposition so stark, dass man in der Regel nur einen Blickfang benutzt.

Naturfotografie: Pflanzen

Im Frühjahr, wenn die Natur erwacht, laden das frische, helle Grün der jungen Blätter an Bäumen und Sträuchern und die farbigen Tupfer der ersten Blüten den Fotografen förmlich zu einem Fotoshooting bei Mutter Natur ein.

Allerdings sind Pflanzen eine besondere Art von Modell. Sie sind an ihren Standort gebunden und können nicht weglaufen. Doch was bei menschlichen oder tierischen Models die Arbeit des Fotografen sehr erleichtern würde, kann sich bei Pflanzenfotos auch ins Gegenteil verkehren.

Das Problem beim fotografieren von Pflanzen sind meistens andere Pflanzen, die so vor dem zu fotografierenden Gewächs verwurzelt sind, dass sie das gewünschte Motiv verdecken. Ausreißen kommt sicher nicht in Frage, aber auch das Wegbiegen der unerwünschten Pflanzen ist nicht immer die beste Lösung, denn dann zeigt das Foto die Natur nicht so, wie sie ist – es ist manipuliert.

Wenn es nicht darauf ankommt, die ganze Pflanze abzubilden, kann man sich ein Detail heraussuchen und auf dem Foto ins rechte Licht rücken. Das könnte beispielsweise ein Blütenstand oder eine einzelne Blüte sein.

Naturfotografie: Tiere

Eine reichhaltige Natur bietet dem Fotografen unendlich viele lohnende Motive an. Das beginnt bei mikroskopischen Fotos und geht über die Tier- und Pflanzenwelt und die Oberfläche unseres Planeten mit ihren Stränden, Gebirgen, Wüsten und Dschungeln bis hin zur Astrofotografie mit Bildern von den entferntesten Wundern des Kosmos.

Die Tierwelt beginnt genau genommen schon in Ihrer Wohnung, auch wenn Sie weder Hund noch Katze oder Kanarienvogel halten. Da ist der Marienkäfer oder die Florfliege an den Zimmerpflanzen und die Wespe, die die Torte goutiert – diese kleinen Tiere sind die idealen Kandidaten für erste interessante Makroaufnahmen.

Und das geht ja noch weiter. Auf dem Balkon, im Garten oder im Wald hinter dem Haus findet sich eine Vielzahl von Tieren, man muss nur genau hinschauen, dann entdeckt man seine Motive. Wer größere oder seltenere Tiere vor die Kamera bekommen möchte, kann ein Wildgehege, einen Tierpark oder den Zoo besuchen, wer hier kein interessantes Motiv findet, dem ist nicht mehr zu helfen.