Beiträge gettagt mit Lichtquelle

Diffusion gegen harte Schatten

Zu den grundlegendsten Techniken der Ausleuchtung einer Szene zählt die Streuung des Lichtes. Das bei der Diffusion entstehende weiche Licht ist gleichmäßiger als direktes Licht und reduziert harte Schatten deutlich.

Foto: Bernd Boscolo, aboutpixel.de

Diffus wird ein Licht, wenn es von durchscheinendem Material gestreut wird. Dabei wird die Fläche der Lichtquelle virtuell vergrößert. Ohne besondere Maßnahmen ist der Kegel jeder Lichtquelle im Zentrum sehr hell, um dann nach außen hin immer schwächer zu werden. Das ist der nahezu punktförmigen Quelle des Lichtes zuzuschreiben. Abhängig von der Leuchtenkonstruktion kann der Lichtkegel auch von unregelmäßiger Form sein, was Sie erkennen, wenn Sie die Leuchte aus kurzer Entfernung auf eine weiße Wand strahlen lassen.

Wenn Sie nun eine durchscheinende Folie als Diffusor vor der Lampe anbringen, wird diese jetzt zur Lichtquelle. Testen können Sie das zum Beispiel mit einer durchscheinenden Acrylplatte, die Sie zwischen Lampe und Wand halten. Zunächst sieht das wahrscheinlich nicht viel anders aus als beim Anleuchten der Wand ohne Acrylplatte dazwischen, also helles Zentrum, abfallend zum Rand des Lichtkegels. Wenn Sie nun die Platte von der Lampe weg bewegen, finden Sie einen Punkt, an dem die Platte gleichmäßig hell aussieht. Das ist dann die Einstellung für die optimale Diffusion, denn jetzt ist die Acrylplatte die Lichtquelle.

Was bedeutet Weißabgleich?

Foto: Lucias Clay
Lizenz: CreativeCommons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Generic

Licht aus unterschiedlichen Quellen hat verschiedene Farbtemperaturen. So unterscheidet sich beispielsweise das Licht der Sonne bei klarem Himmel von dem einer Glühlampe oder Neonröhre. Wir Menschen nehmen diese Variationen kaum wahr, weil sie vom Gehirn automatisch kompensiert werden. Für Kameras gilt dies nicht ohne weiteres. Fotos von ein und demselben Motiv können je nach Lichtquelle völlig unterschiedliche Farben aufweisen. Um dies auszugleichen, verfügen die meisten Digitalkameras über einen automatischen Weißabgleich. Hierzu analysiert der Rechner der Kamera die Zusammensetzung des einfallenden Lichts. Mit Hilfe dieser Messungen und aufwändiger Berechnungen gleicht er dann eventuelle Farbabweichungen aus. So ist sichergestellt, dass auch bei wechselnden Lichtverhältnissen Bilder mit lebensechten Farben aufgezeichnet werden.

Viele Digitalkameras verfügen zusätzlich über eine Funktion zum manuellen Weißabgleich. Um die Abweichung der Farbtemperatur des Umgebungslichts von der des neutral-weißen Lichts ermitteln zu können, wird das Objektiv auf einen weißen Gegenstand gerichtet. Mit dem so gemessenen Farbtemperaturwert kann die Kamera exakt auf die aktuellen Lichtverhältnisse eingestellt werden. Außerdem kann der Fotograf meist noch auf ein Anzahl Voreinstellungen für z.B. Sonnenlicht, bewölkten Himmel oder Kunstlicht zurückgreifen.

Das Foto oben zeigt zweimal das gleiche Motiv, das bei Kerzenschein fotografiert wurde. Links kam der automatische Weißabgleich zum Einsatz, rechts der manuelle, wobei ein Blatt Kopierpapier als Referenz diente.

Der manuelle Weißabgleich

Jede Lichtquelle hat ihren eigenen Farbton, die Farbtemperatur. Beim Sonnenlicht liegt die Farbtemperatur zwischen 6.000 und 10.000 Kelvin, abhängig von der Tageszeit. Mittags werden die höchsten Farbtemperaturen erreicht, was dem Sonnenlicht einen blauen Ton verleiht, morgens und abends führt die niedrigere Farbtemperatur zu rot-gelblichem Licht. Bei künstlichen Lichtquellen sind die Unterschiede noch deutlich ausgeprägter.

Menü Canon

Menü Canon

Bei der Digitalfotografie hilft der Weißabgleich, die Farben bei verschiedenen Beleuchtungen naturgetreu wiederzugeben. Die meisten Kameras haben auf bestimmte Lichtsituationen hin optimierte Einstellungen des Weißabgleichs, zum Beispiel für Sonne, bedeckten Himmel oder Kunstlicht. Besonders in Fällen, wo Licht unterschiedlicher Farbtemperatur verwendet wird, ist der manuelle Weißabgleich zu empfehlen, wenn Ihre Kamera dafür eingerichtet ist. Dabei geht man wie folgt vor:

Rufen Sie im Menü der Kamera den Weißabgleich auf und wählen dort „manuell“. Das kann je nach Kamera unterschiedlich sein. Richten Sie nun das Objektiv auf einen weißen Karton oder eine weiße Wand. Dabei sollte die weiße Fläche das Format vollständig ausfüllen. Nun starten Sie die Kalibrierung. Die Kamera kompensiert jetzt alle vorhandenen Farbstiche und Sie können unter den herrschenden Lichtverhältnissen korrekte Fotos machen.

Die Sonne und andere Lichtquellen

Die Sonne ist nicht nur die am häufigsten genutzte, sondern auch die hellste Lichtquelle für Fotos. Wenn man direkt in die Sonne fotografiert, kann kein Film und auch noch kein Sensor diese Helligkeit  korrekt verarbeiten.

Die Sonne schafft (noch) jeden Sensor

Die Sonne schafft (noch) jeden Sensor

Die besten Ergebnisse liefern digitale Kameras bei ISO 100 oder 200. Mittags an klaren Tagen liegen die Belichtungszeiten bei Blende f16  bei 1/250 oder 1/125 Sekunde. Dagegen kann man die meisten Quellen von künstlichem Licht als schwach bezeichnen.

Es gibt einen Hauptunterschied zwischen Sonnen-und Kunstlicht: die Entfernung der Lichtquelle von der Szene. Sie kennen das von Fotos, die im Dunklen nur mit einem Blitzlicht aufgenommen wurden. Alles, was sehr nah am Blitz ist, wird ausgeleuchtet, aber dahinter wird es schnell dunkel. Nach wenigen Metern sind keine Details mehr in den Schatten zu erkennen.

Das liegt daran, dass die Beleuchtungsstärke quadratisch mit der Entfernung abnimmt. Also wird bei doppelter Entfernung nur noch ein Viertel der Helligkeit erzielt, bei dreifacher Entfernung nur noch ein Zehntel. Im Grunde gilt das auch für die Sonne, aber weil sie so weit weg ist ( ca. 150 Millionen Kilometer), kann zwischen zwei Stellen auf der Erde kein Unterschied mehr festgestellt werden.