Beiträge gettagt mit Licht

Die Dramatik von Wetter und Licht

Konventionelle Landschaftsbilder haben eher eine Ausstrahlung von Ruhe und Frieden und Einklang mit der Natur. Zu den unvorhersagbarsten Sujets gehören Landschaftsaufnahmen, die die kraftvolle Dramatik von Wetter und Licht zeigen und so auch die Macht der Elemente der Natur zeigen.

Foto: runtothewater, aboutpixel.de

Für solche Bilder muss man die Gunst der Stunde nutzen. Wenn ein Gewitter oder ein Sturm heraufziehen, ist es Zeit, mit  wetterfester Kleidung und der Kamera auf die Jagd nach stürmischen Fotos zu gehen. Extreme Orte und Wetterbedingungen sind die Voraussetzung für dramatische Bilder, die dem Betrachter die Gewalt der Natur nahe bringen.

Auf der Suche nach “gutem” schlechtem Wetter ist oftmals das Licht ein Problem. Zwar können stürmische Böen, die man mit ihren Auswirkungen wie sich biegenden Ästen und Bäumen oder aufgewühlten Wellen im Bild festhalten kann, die Szene komplett verändern. Aber es sind gerade die kurzen Pausen zwischen den Gewitterschüben, die die vielversprechendsten Fotos bringen. Der Fotograf muss also schnell reagieren, wenn die Dynamik sich verändert.

In Twilight Time…

Wenn die Sonnegerade untergegangen ist oder kurz vor dem Aufgehen steht, ist die Zeit des Zwielichtes gekommen. Dann steht die Sonne zwar schon oder noch hinter dem Horizont, aber der Himmel wird durch Lichtbrechung noch oder schon erleuchtet. Er durchläuft dabei interessante Veränderungen, die eine zärtliche, nahezu magische Atmosphäre erzeugen.

Foto: Rainer Sturm, aboutpixel.de

Die Dauer und das Spiel der Farben in dieser Phase sind abhängig von Jahreszeit und Breitengrad. Im Sommer kann das Zwielicht in unseren Breiten schon mehrere Stunden andauern, noch weiter im Norden sogar die ganze Nacht. In den Tropen ist der Zauber allerdings schon nach einer knappen Stunde vorbei.

Wenn der Himmel weitgehend klar ist, verändern sich die Schattierungen der Farben am Horizont in auffälliger Weise. Wie auch bei Sonnenauf- und untergängen kann man diese Änderungen kaum vorhersagen, obwohl sie sehr intensive Himmelsfarben hervorbringen. Bei klarem Himmel entwickelt sich die Farbe des morgendlichen Zwielichts von Orange über Gelb bis zum abschließenden tiefen Blau.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Sonnenauf- und –untergänge kennt man bis zum Abwinken, und irgendwie wirken die meisten davon klischeehaft. Mit etwas Engagement und Fantasie lassen sich aber sehr wohl ausdrucksstarke und auch originelle Fotos von diesen Sujets machen.

Foto: Anna Janzen, aboutpixel.de

Die Zeit ist durch das Motiv vorgegeben: Bei Sonnenauf- bzw. –untergang und klarem Himmel wird das Licht immer faszinierender und variantenreicher und wirkt sehr malerisch. Man läuft zwar Gefahr, ein ziemlich strapaziertes Klischee zu bedienen, denn dieses Motiv wurde schon zu häufig und ausgiebig fotografiert. Aber vielleicht sind diese Bilder ja gerade deshalb für so viele Menschen sehr attraktiv.

Die erste und die letzte Stunde des Tages bieten eine enorme Vielfalt an Lichteffekten. Die Szene verändert sich minütlich, und auch ihre Unvorhersehbarkeit hat ihren eigenen Reiz. Man kann Gegen-, Seiten- oder Rücklicht nutzen. Das Weitwinkelobjektiv nimmt den Himmel über die volle Breite auf und mit dem Teleobjektiv lassen sich Farben, Reflexionen und Silhouetten einfangen.

Das Make-up für die Porträtaufnahme

Ein umfangreiches Arsenal der Kosmetik erlaubt es, manche Details zu betonen oder zu kaschieren und so gleichzeitig ein spezielles Image zu erzeugen. Dabei hat das Make-up für Fotos so seine eigenen Regeln.

Foto: Pamela Brenke, aboutpixel.de

Gerade bei Beauty-Aufnahmen verbinden sich die Fotografie und das Make-up untrennbar und müssen Hand in Hand gehen. Allgemein kann man sagen, dass für eine gute Aufnahme ein kräftigeres Make-up nötig ist als im normalen Alltag. Wie kräftig, das hängt von der Ausleuchtung ab. Bei gut gestreutem Licht ist ein kräftigeres Make-up nötig als bei der Ausleuchtung mit einem Spot.

Wie auch beim normalen Schminken geht es darum, die positiven Qualitäten des Modells zu betonen und gleichzeitig die weniger attraktiven Aspekte des Gesichts zu kaschieren. Dabei geht es nicht nur um Pickel und Fältchen, sondern auch um die Gesichtsform.

Hohe Wangenknochen gelten als attraktiv und werden gerne betont, zum Beispiel durch eine dunklere Grundierung unterhalb der Jochbeine und einen Aufheller oberhalb. Ein nach außen verlängerter Lidschatten rückt sehr nahe zusammen stehende Augen etwas auseinander.

Weiches Licht bei Portraitaufnahmen

In weichem Licht wirken Gesichter in aller Regel am attraktivsten. Deshalb sind die Maßnahmen zur Streuung des Lichts unabdingbares Fachwissen für den Porträtfotografen.

Foto: Thomas Weißenfels, aboutpixel.de

Porträts beruhen mehr als jedes andere fotografische Vorhaben auf weichem Licht, denn das Gesicht eines Menschen mit seiner Oberfläche aus  Vertiefungen, Erhebungen und Flächen wirkt deutlich attraktiver, wenn die Übergänge von Licht zu Schatten weich und fließend abgelichtet werden. Es kann natürlich auch vorkommen, dass man einmal Linien oder Falten betonen möchte oder einfach nur einen starken Kontrast erzeugen – aber bei den meisten Porträts geht es eher um die Attraktivität.

Technisch erreicht man weiches Licht dadurch, dass man die strahlende Oberfläche der Lichtquelle im Verhältnis zum Motiv vergrößert. Ein Lichtpunkt, zum Beispiel von einem Laserpointer, wirft auf einem großen Objekt sehr harte Schatten, während eine Lichtquelle von Fenstergröße auf einem nah davor liegenden Objekt fast keine Schatten erzeugt. Das kann man sich auch anhand des Strahlenganges klar machen.

Reflektoren

Wenn man ein Studio-Licht vom Motiv weg gegen eine große helle Oberfläche richtet, hat man ohne besonderen Aufwand ein stark diffuses Licht erzeugt. Wenn das Studio sehr klein ist, kann das auch schon einmal versehentlich passieren, da muss man aufpassen!

Das von einer hellen Fläche zurückgeworfene Licht ist grundsätzlich eine Alternative zur Diffusion. Das Prinzip ist ähnlich, auch dabei wird die Lichtfläche vergrößert. Und auch die Wirkung entspricht der eines Diffusors. Die Schatten werden reduziert und der Kontrast wird geringer.

Das reflektierte Licht ist nicht so einfach zu kontrollieren wie diffuses Licht und eignet sich deshalb weniger für Stillleben. Trotzdem kann es eine effektive, einfache Methode der Ausleuchtung sein, denn große helle Flächen finden sich fast überall und man braucht keinerlei Vorsatz für das Fotolicht. Der große Pluspunkt des reflektierten Lichts ist seine starke Streuung, die es sehr weich, fast schattenlos macht. Besonders gut geeignet ist das reflektierte Licht, wenn man nur die Lichtstärke erhöhen möchte, um eine andere Blende oder Belichtungszeit benutzen zu können.

Dauerlicht anpassen

Genau wie Blitzlicht kann man auch Dauerlicht mit diversem Zubehör modifizieren. Dabei ist vorrangig darauf zu achten, dass dies Zubehör auch ausreichend beständig gegen Hitze ist und dass die Leuchte niemals ganz eingeschlossen werden darf.

Bei jeder Studioleuchte befindet sich hinter der Lampe irgendein Reflektor, um auch wirklich alles Licht in Richtung der auszuleuchtenden Szene abzustrahlen. Je tiefer und je stärker gewölbt der Reflektor ist, umso kleiner wird der erzeugte Lichtkegel.

Es ist deutlich schwieriger, einen schmalen Lichtkegel aufzuweiten als einen weiten zu bündeln, haben die meisten Universalleuchten einen Öffnungswinkel zwischen 45 und 90 Grad.

Bei vielen Leuchten kann man den Lichtkegel verstellen, wobei die Lampe im Reflektor vor- oder zurückgestellt wird. Die Torblenden an manchen Leuchten bündeln das Licht nicht, sondern schneiden es einfach ab.

Innerhalb des Lichtkegels gibt es ein Gefälle vom Zentrum zum Rand. Das versuchen viele Konstruktionen durch zusätzliche Gitter zu verringern, die das Licht dann ein wenig streuen.  Wenn der Reflektor innen nicht silbern, sondern weiß ist, wird das Licht merklich weicher, aber leider auch schwächer.

Edelsteine Fotografieren

Edelsteine gehören zu den schönsten Objekten der Fotografie. Sie sind ein zwar sehr anspruchsvolles, aber auch ein lohnendes Motiv für die Nahfotografie. Die meisten Edelsteine wie Diamanten, Smaragde, oder Topase sind durchsichtig und hart.

Foto: Ronald Leine, aboutpixel.de

Im ungeschliffenen Zustand sieht man den Steinen ihre Qualitäten allerdings noch nicht an – erst der Schliff sorgt für das Funkeln im gebrochenen Licht. Diesen Glanz einzufangen, erfordert eine sorgfältige Platzierung von Objekt, Kamera und Beleuchtung. Es sollten so viele Facetten des Schliffs wie möglich gezeigt werden. Das Licht wird dabei so eingestellt, dass jede der Facetten es etwas anders reflektiert. Ein weißer Karton oder eine Alufolie rund um den Edelstein lassen wirklich jede Facette individuell erstrahlen.

Da der Schliff sowohl der Kultur als auch dem Zeitgeist unterworfen ist, sind nicht alle Edelsteine facettiert. Im asiatischen Raum ist zum Beispiel der halbrunde Cabochon sehr beliebt. Zu den Edelsteinen zählen nicht nur Kristalle, sondern auch Perlen, die ihre ganz eigenen visuellen Highlights aufweisen. Dazu gehören der perlmuttartige Glanz und das feine Farbspiel, das durch leichte Interferenzen in den Schichten der Oberfläche entsteht.

Lebensmittel appetitlich fotografieren

Die Lebensmittelfotografie hat die Aufgabe, Speisen möglichst appetitlich aussehen zu lassen. Dabei zählen besonders Licht, Textur und der Gesamteindruck.

Foto: Diana Kettern, aboutpixel.de

Sie ist im Grunde eine extrem spezialisierte Unterabteilung der Stillleben-Fotografie geworden und wird von Magazinen, Büchern und der Werbung nachgefragt. Aus dem gleichen Grund, aus dem ein Schmuckstück schön und attraktiv wirken muss, um seinen Zweck zu erfüllen, müssen Lebensmittel auf dem Foto appetitlich aussehen.

Den Erfolg des Fotografen sollte man daran messen, wie sehr dem Betrachter des Fotos das Wasser im Munde zusammenläuft.

Nicht alle Speisen sehen gleich schmackhaft aus, und da setzt der Profi mit seiner ganzen Erfahrung und auch mit Tricks an, die man besser schnell wieder vergessen sollte, wenn man so ein Foto anschaut, um seinen Appetit anzuregen. Bunte strukturierte Gerichte lassen sich einfacher ablichten als Eintöpfe, die meist nur eine Farbe und keine Form haben. Deshalb sind Fertiggerichte auch die wesentlich größere Herausforderung für den Fotografen. Dabei ist der Schein hier im wahrsten Sinne des Wortes wichtiger als das Sein.