Beiträge gettagt mit Landschaft

Fotografieren in der Goldenen Stunde

Wenn Sie romantische Landschaftsbilder brauchen, legen Sie den Termin mit Ihrem Motiv in die erste Stunde nach Sonnenaufgang oder in die letzte vor Sonnenuntergang. Zu diesen Zeiten gibt es das schmeichelhafteste Licht.

Foto: Mosquita, aboutpixel.de

Fotos, die die Schönheit der Natur idealisieren und dabei ganz spezielle Stimmungen hervorzaubern, haben in der Fotografie eine sehr lange Tradition. Und der alles entscheidende Faktor bei solchen Aufnahmen ist nun einmal das Licht. Natürlich sind auch das Motiv und die Komposition des Bildes nicht ohne Einfluss auf das Ergebnis, doch es ist das Licht, was letztendlich die Stimmung erzeugt.

Dabei sucht der Fotograf die gleichen Stimmungserzeuger im Morgen- oder Abendlicht wie die bekannten romantischen Maler: Beeindruckende Himmel und warme Sonnenstrahlen, die die Dämmerung durchbrechen und die tiefen Schatten langsam kürzer werden lassen.

Durch die Digitalfotografie hat der heutige Fotograf die Möglichkeit, sein Foto durch den passenden Weißabgleich und auch noch im Nachhinein durch passende Einstellung von Kontrast, Farbbalance und Sättigung zu optimieren.

Panorama-Fotos

Gelegentlich wirken Panorama-Fotos wegen ihrer extremen Breite übertrieben. Sie haben aber eine lange Tradition in der Landschaftsfotografie aufzuweisen und spielen deshalb in einer anderen Liga.

Foto: gammelstaad, aboutpixel.de

Bei starker Vergrößerung, zum Beispiel als Poster oder Foto-Tapete und dann aus der Nähe betrachtet, zieht ein gutes Panorama-Foto den Betrachter regelrecht in das Bild hinein. Der große Posterdruck lädt das Auge förmlich ein, die abgebildete Landschaft zu erkunden und vielleicht einige interessante Teilaspekte zu finden.

Es gibt keine verbindliche Definition für das Panoramaformat. Unter dieser Bezeichnung rangieren Bilder, die mindestens doppelt so breit wie hoch sind. Die Dynamik des Formats ist ganz anders als die normaler Fotos einer Digitalkamera im Querformat. Für die Landschaftsfotografie ist es einfach deshalb ideal, weil es ziemlich genau der Art und Weise entgegenkommt, wie wir optische Eindrücke aufnehmen: Wir erfassen ein so großes Bild nicht mit einem Blick, sondern unsere Augen “scannen” Teilbereiche, nehmen dort Details wahr und erzeugen daraus das Gesamtbild.

Personen zum Größenvergleich

Wenn man die Wahl hat, muss man sich entscheiden, ob man eine Landschaft mit oder ohne Menschen darin zeigt. Wenn man Personen in das Motiv mit einbezieht, kann man dies drastisch verändern, zusätzlich Spannung aufbauen, aber auch die Größen relativieren.

Foto: Ulrike Steinbrenner, aboutpixel.de

Es gibt natürlich auch andere Gründe, eine Person mit in das Foto aufzunehmen, zum Beispiel, um einen Bezug zwischen Mensch und Landschaft herzustellen. Das erlaubt dem Betrachter, sich mit der abgebildeten Person zu identifizieren.

Das kennt man auch schon aus der Landschaftsmalerei, wo gerne ein meist im Vordergrund stehender Mensch mit weit schweifendem Blick eingesetzt wurde.

Bei der Größe der abgebildeten Person im Verhältnis zu der Landschaft muss man vorsichtig sein, damit aus einer “Landschaft mit Person” nicht eine “Person vor Landschaft” wird. Je größer der Mensch wird, umso mehr bestimmt er das Bild. Hier hilft es am besten, mehrere Fotos mit unterschiedlicher Größe der Person zu machen und sich später für das passendste zu entscheiden.

Die Komposition des Landschaftsbildes

Das klingt zunächst einmal wie die Quadratur des Kreises, denn eine jede Landschaft ist so wie sie ist. Man kann keine Bäume versetzen, Berge verschieben oder Seen aufstauen, weil es eine bessere Komposition des Bildes ergäbe.

Foto: Rainer Sturm, aboutpixel.de

Was man aber sehr wohl ändern kann, ist der Blickwinkel. Davon gibt es bei einer Landschaft ja unendlich viele. Eigentlich eine ganz offensichtliche Angelegenheit, dabei aber so selbstverständlich, dass wir uns das meist gar nicht bewusst machen.

Wenn man ausreichend Zeit hat, sollte man wirklich nach dem besten Blickwinkel auf das Motiv suchen. Durch konsequente Standortwechsel ergibt sich manchmal eine Aussicht, die man nicht für möglich gehalten hätte. Mit etwas Erfahrung kann man sich sogar schon ohne Standortwechsel vorstellen, wie eine Landschaft sich aus einem bestimmten Blickwinkel dem Objektiv darbietet. Der richtige Aha-Effekt kommt allerdings meist erst dann, wenn man den neuen Standort mit der Kamera auf dem Stativ eingenommen hat.

Dass Landschaften geduldige Motive sind, ist wohl der größte Vorteil dabei. Nachteilig ist aber die Ausdehnung der Landschaft. Zum gegenüberliegenden Standort kann es schnell mal ein paar Kilometer Fußmarsch sein.

Landschaften digital abgelichtet

Schon seit Jahrhunderten wird die Ansicht einer Landschaft nicht nur als Hintergrund für irgendein Sujet, sondern als eigenständiges Genre der Kunst betrachtet. In der Malerei war das eine langsame Entwicklung, die erst im 19. Jahrhundert abgeschlossen war. Das Landschaftsbild als eigenständiges Genre hat sich auch mit dem Übergang vom Pinsel zum Fotoapparat nicht mehr geändert.

Foto: Jürgen Treiber, aboutpixel.de

In den Anfängen der Fotografie reichte es den Fotografen, rund um den Globus einfach nur ungewöhnliche Orte abzulichten. Heute liegt der eigentliche Reiz der Landschaftsfotografie darin, die Schönheit von Formen und Farben der Natur im Bild festzuhalten.

Durch die Nachbearbeitung der digitalen Bilder eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten im Umgang mit den Farben, die man so gezielt verändern lassen. Mit weichen, ungesättigten Tönen oder mit starken Farben voller Kontrast lassen sich bestimmte Eindrücke und sogar Stilrichtungen erzeugen.  Diese kreative Nachbearbeitung macht wiederum die neue Verwandtschaft zur alten Landschaftsmalerei deutlich, zumindest, was die künstlerische Freiheit angeht.

Landschaftsfotos machen sich auch in Wohnungen oder Geschäftsräumen gut. Sie gehören zu den besten Kandidaten für Großformate vom gedruckten Poster bis hin zur Fototapete.

Interagierende Landschaften

Wenn man eine interessante Landschaft betrachtet, versucht man erst einmal, sie als Ganzes zu erfassen. Die Augen schweifen automatisch über das Panorama und versuchen, einen Eindruck von den Größen der einzelnen Objekte, den vielen Details und den Proportionen zu gewinnen.

Das macht auch den Reiz von Aussichtspunkten aus: Man übersieht eine weite Landschaft voller Details. Ein Foto, das einen realistischen Eindruck einer solchen Landschaft wiedergeben soll, will sorgfältig bedacht sein.

Wenn ein Panoramafoto einen ähnlichen Effekt wie das Betrachten einer natürlichen Landschaft dieser Art erzeugen soll, muss es sehr groß präsentiert werden, so dass man es nicht mit einem Blick überschauen kann wie ein Kleinformat. Nur bei einem großen Poster wird der Betrachter auch bei normalem Abstand vom Bild gezwungen, den Blick über die Darstellung schweifen zu lassen, um das Bild vom einen zum anderen Ende zu erfassen. Wenn man kein extremes Querformat als Poster bestellen kann, bietet sich die Aufteilung auf mehrere Poster an, im Grunde das Prinzip der sogenannten Foto-Tapete.

Naturfotografie: Landschaftsaufnahmen

Es sieht so einfach aus, aber für die meisten ist es wohl deutlich schwieriger als angenommen. So mancher beschwert sich im Fotoladen. Dass die Farben nicht dem entsprechen was er fotografiert hat, oder dass Lichter und Kontraste ganz anders gewesen seien.

Meist hat das aber weniger mit der Arbeit des Fotolabors als mit den Kenntnissen und Fähigkeiten des Fotografen zu tun. Einige Hinweise und Tipps können auch diesen Fotografen zu besseren Landschaftsaufnahmen verhelfen.

  • Machen Sie aus Ihrem Bild eine Komposition und bringen Sie zusätzliche Objekte in das Landschaftsbild hinein, zum Beispiel eine Pflanze oder eine schöne Fassade, die noch in den Vordergrund hineinragen.
  • Achten Sie daraus, dass die Sonne von der Seite oder von hinten kommt und fotografieren Sie nicht gegen das Licht.
  • Nutzen Sie die „blaue Stunde“ am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht nicht von oben, sondern mehr horizontal kommt. Die warmen Töne halten das Gefühl besser fest und die sich ergebenden Schatten bringen mehr Abwechslung ins Gesamtbild.
  • Wenn die Landschaft spannende Wolkenformationen bietet, nutzen Sie das für Ihr Bild und lassen Sie dem Himmel einen größeren Anteil bis zu zwei Dritteln des Formats.
  • Wollen Sie später Poster von einer Aufnahme drucken lassen, achten Sie darauf, dass eine niedrige Filmempfindlichkeit eingestellt ist, damit das Rauschen bei dem Großformat noch nicht sichtbar ist.

Landschafts-Panoramen

Ein Panorama lädt den Betrachter ein, das Bild zu erkunden und Details zu entdecken. Die Wirkung eines Landschafts-Panoramas ist ganz besonders intensiv, wenn so ein Bild in einem großen Format präsentiert wird.

Wenn wir eine interessante Landschaft betrachten, versuchen wir zuerst, sie als Ganzes zu erfassen. Die Augen schweifen über das Bild und die Größenverhältnisse, Details und die Proportionen von Vorder- und Hintergrund werden erforscht.

Ein Foto, das diese Wirkung haben soll, muss sorgfältig bedacht werden. In der Natur kann man ein Panorama-Bild nicht mit einem Blick erfassen. Deshalb setzen die Augen das Bild im Kopf aus den Informationen zusammen, die sie beim schweifen über das echte Panorama erhalten.

Nur, wenn das Foto sehr groß, zum Beispiel im Poster-Format präsentiert wird, passiert dasselbe wie in der Natur:  Der Betrachter wird gezwungen, den Blick schweifen zu lassen, um das Bild in voller Breite zu erfassen.

Sonnenuntergang am See

Sonnenuntergang am See

Das Beispielfoto zeigt ein minimalistisches Panorama an einem finnischen See. Als die Sonne gerade den Horizont erreichte, verschwanden alle Details im Bild und ein sehr schmales horizontales Band blieb als Silhouette übrig. Das ideale Motiv für ein Bild im Panorama-Format.