Beiträge gettagt mit Kontrast

Luftaufnahme – die höchste Perspektive

Ein Flugzeug zu mieten ist zwar nicht ganz billig, kann aber dem ambitionierten Fotografen fantastische Bilder aus der ungewöhnlichen Vogelperspektive bringen. Das gilt besonders für Aufnahmen, die ganz senkrecht nach unten fotografiert worden sind.

Foto: Sven Brentrup, aboutpixel.de

Es gibt einen besonderen Unterschied zwischen mäßigen und guten Luftaufnahmen – das Licht. Natürlich ist für Luftaufnahmen strahlender Sonnenschein besser als bewölkter oder bedeckter Himmel, denn es gibt stärkere Kontraste und durch die größere Helligkeit sind kürzere Verschlußzeiten möglich.

Nachteilig ist bei Sonnenschein die recht flache Ausleuchtung, speziell, wenn die Sonne sehr hoch steht. Der Topografiekontrast ist sehr schwach und die Bilder sind vom Materialkontrast gekennzeichnet. Wenn die Sonne tiefer steht, werden die Fotos attraktiver, denn die tiefe Sonne wirft längere Schatten, die die Konturen und damit auch den Gesamtkontrast verstärken.

Etwas problematisch ist dabei meist der Dunst. Um den zu vermeiden, muss niedrig, also unter 300 m Höhe, geflogen werden. Ein Weitwinkelobjektiv gleicht die geringere Höhe aus. Auch ein UV-Filter hilft, den Kontrast zu verstärken und den Dunst zu durchdringen.

Das Wetter im Bild

Der erste Gedanke als Assoziation zu Wetter und Fotografieren ist meist strahlender Sonnenschein  bei klarem Himmel. Allerdings machen Wetterkapriolen und Wolkenbilder das Licht und den Himmel eher interessanter.

Foto: Rainer Sturm, aboutpixel.de

Zwar ist das Licht eines sonnigen Tages einfach und unkompliziert für den Fotografen, aber die geschlossene Wolkendecke, dünner Hochnebel oder der dichte Morgennebel bieten eine ganz andere Atmosphäre. Durch die Wolkendecke fallen die Schatten wesentlich weicher aus, an bedeckten Tagen können sie komplett verflachen. Gegebenenfalls muss man den Kontrast der Kamera leicht erhöhen. Experimente mit dem Weißabgleich helfen, die richtige Stimmung einzufangen. Eine zerrissene Wolkendecke projiziert ein weich gezeichnetes Patchwork aus Licht und Schatten auf die Landschaft, der interessante Bilder möglich macht.

Fallender Regen ist nur selten einfach zu fotografieren, nämlich dann, wenn gleichzeitig die Sonne für Seiten- oder Gegenlicht sorgt. Und dann gehen die meisten lieber auf den entstehenden Regenbogen… Aus der Entfernung sieh Regen wie Nebel aus. Um den Fall der Tropfen zu verdeutlichen, nehmen sie seine Auswirkungen auf, zum Beispiel den Aufprall der Tropfen in einer Pfütze oder auf einer ebenen Fläche.

Der Helle Himmel mit Verlaufsfilter

Wenn man Landschaften mit Himmel fotografiert, können sich starke Kontraste oder Helligkeitsunterschiede zeigen. Das kann man sofort oder später bei der digitalen Bearbeitung korrigieren.

Foto: Jürgen Treiber, aboutpixel.de

Weil der Horizont Bestandteil fast jeden Landschaftsfotos ist, ergibt sich fast immer eine klare Trennung zwischen Himmel und Erde, die ungünstige Lichtverteilung bringen kann. Wie weit das geht, bestimmen die Technik der Aufnahme und das Wetter.

Bei einem Himmel, der deutlich heller ist als die Erde, wird eine durchschnittliche Aufnahme keinen der beiden Bereiche des Bildes optimal wiedergeben. Die extremsten Lichtbedingungen ergibt ein bedeckter, heller Himmel mit einer geschlossenen, aber nicht sehr dichten Wolkendecke.

Zu den Methoden, den Helligkeitsunterschied zu mildern, gehört die Verwendung eines Verlaufsfilters, das man allerdings nur zusammen mit Normal- oder Weitwinkelobjektiven nutzen kann. Das Filter hilft besonders gut, wenn im Bild eine deutliche Horizontallinie verläuft. Übliche Dichten für Verlaufsfilter liegen bei ND 0,3 (Reduzierung der Helligkeit um eine Blendenstufe) oder ND 0,6 (zwei Stufen).

Der Horizont

Bei Landschaftsbildern ist der Horizont ein wichtiges Element des Motivs. Und der Forograf hat die kompositorische Freiheit, ihn zu platzieren, wo er es optimal findet. Dabei sorgt der Horizont für seine eigene Unterteilung des Formats. Mit stärkerem Kontrast zwischen Himmel und Erde durchschneidet der Horizont das Foto immer deutlicher.

Foto: MrBounce, aboutpixel.de

Verläuft er in der Nähe der Ober- oder Unterkante des Bildes oder handelt es sich um eine karge Landschaft ohne Details, beherrscht er die gesamte Komposition des Bildes. Man kann den Horizont zwar, auch abhängig vom Motiv, fast überall platzieren, aber es hat sich gezeigt, dass zwei Drittel des Bildes vom interessanteren Element eingenommen werden sollten. Das kann mal der Himmel und mal die Erde sein.

Wenn man unsicher ist, kann man ja mehrere Varianten aufnehmen und sich später für das beste Foto entscheiden. Die Extrempositionen ganz oben bzw. ganz unten können zwar beeindruckend wirken, aber das Motiv muss das auch rechtfertigen.

Licht bündeln

anders als bei Reflektion und Diffusion soll durch Bündelung das Licht auf einen bestimmten Bereich begrenzt werden. Dadurch entstehen starke Schatten und ein entsprechend hoher Kontrast, aus dem sich dramatische Effekte ergeben können.

Foto: Peter Smola, aboutpixel.de

Diffusion vergrößert zwar die Lichtfläche, aber deshalb ist Bündelung nicht etwa genau das Gegenteil. Die Bündelung zielt auf das Licht ab, das direkt auf das zu fotografierende Objekt fällt, auf seine Stärke, Form und die Schärfe der Kanten.

Man kann das Licht an unterschiedlichen Stellen im Strahl bündeln. So zum Beispiel durch einen parabolisch geformten Reflektor hinter der Lampe, durch eine fokussierende Linse oder durch Maskieren des Lichtes nah beim Objekt. Die effizienteste Methode dabei ist die Linse, mit der auch Spots und Luminaires arbeiten. Damit bekommt man einen präzise abgegrenzten Lichtkreis auf dem Objekt, dessen Größe variabel ist.

Es gibt auch Spotvorsätze für Blitzgeräte, aber einfacher sind die für Dauerlicht, bei denen man den Effekt mit den Augen abschätzen kann.

Das Licht im Gebirge

Die Berge haben besondere Auswirkungen auf die Fotografie: In der dünnen, klaren Luft ist das Licht heller und stärker und das Wetter kann sehr schnell umschlagen.

Die besonderen Bedingungen, die man nur im Hochgebirge findet, werden von der bloßen Höhe und dem Wechsel zwischen Berg und Tal erzeugt – auch was das Wetter angeht.

Das außerordentliche Licht zum Fotografieren stellt sich bei klarer Luft und Sonnenschein ein, wenn die Panoramen der Umgebung besonders scharf und detailreich werden.

Aber das ist nur eine von vielen Stimmungen des Lichtes, die man in den Bergen einfangen kann.

Die Luft in großer Höhe ist natürlich dünner und enthält weniger Partikel, an denen sich das Licht brechen kann und in die Schatten gestreut wird. Das erzeugt auch die besonders tiefen Schatten im Gebirge. Als Folge davon wird wiederum der Kontrast bei Aufnahmen im Gebirge besonders hoch und das Tageslicht im Schatten noch intensiver Blau als auf Meereshöhe. Die Farbtemperatur ist kaum abschätzbar und kann ohne Korrektur unerwartete Ergebnisse erzeugen, und der hohe UV-Anteil am Licht macht den Unterschied zwischen Ihren Fotos und dem, was Sie sehen, besonders groß.

Die Silhouette

Die Silhouetten sind ein ganz spezieller Sonderfall bei den Gegenlichtaufnahmen. Wenn das Objekt deutliche Konturen hat und die Sonne (oder eine alternative Lichtquelle) verdeckt, liegen die besten Voraussetzungen für interessante Bilder vor.

Für ein gutes Silhouetten-Foto brauchen Sie als wichtigste Voraussetzung den hohen Kontrast einer Gegenlichtaufnahme.

Ob die Aufnahme gut wird, hängt von der Form des Motivs und vom Kontrast der beiden Tonwerte ab, also dem Schwarz der Silhouette und der helleren Hintergrundfarbe. Wesentlichster Faktor dabei ist eindeutig die klare und deutlich erkennbare Konturlinie des Objektes im Vordergrund.

Eine Silhouette kann man auch gegen eine Spiegelung der Sonne, zum Beispiel im Wasser oder auf einer spiegelnden Oberfläche fotografieren.

Mit einer Belichtungsreihe kann man sich bei den manchmal schwierigen Verhältnissen ein wenig absichern. Die üblichen Kriterien für die Belichtung gelten bei Silhouetten in aller Regel nicht.

Der hohe Kontrast des Silhouetten-Fotos lässt keine Details zu, deshalb sollten die Konturen der Silhouette klar erkennbar sein, denn sie ist das Hauptmotiv.

Spezielle Farbakzente

Ein kleiner Bereich, der mit einer hellen Farbe, der sich von einem kontrastierenden Hintergrung abhebt, hat eine Sonderstellung bei den Farbbeziehungen und ist von großer Relevanz für die Fotografie.

Farbkontrast

Foto: Dr. Martin Merz, Lüdinghausen

Wenn zwischen den Farben ein deutliches Missverhältnis besteht, besonders, wenn eine davon nur in einem kleinen Bereich vorkommt, bekommt sie eine Dynamik wie der Ball beim Tennis, auf den alle Beobachter der Szene fixiert sind.

Auch in unserem Beispiel sticht eine Farbe aus einem  ansonsten sehr neutralen Bild heraus. Das Foto ist manipuliert, wie es in der Kunst, aber häufig auch in der Werbung zur Überzeichnung einer Betonung benutzt wird. Die Farbe wird zu einem überdeutlichen Akzent und das Auge wird davon wire magisch angezogen. Weil der Effekt bei einem eher zurücktretenden Hintergrund deutlicher hervorsticht, nimmt man gerne Gelb auf Blau oder Grün. Auf neutralem Hintergrund wirkt der Effekt am stärksten.

Diese besondere Form des Farbkontrastes verhält sich wie die „lokale Farbe“, wie es die Maler bezeichnen. Das ist die Farbe, die ein Objekt hätte, wenn es von Licht einer vollständig neutralen Quelle ohne jeden Farbstich angestrahlt würde.

Daher betonen solche Farbakzente weniger die Form, sondern eher die Farbigkeit eines Objekts.

Optische Effekte mit Farben

Manchmal zeigen Farben unerwartete Effekte, die in der Psychologie der Wahrnehmung begründet sind. Wir kennen einige Phänomene bei der Farbwahrnehmung, die auch einen gewissen Einfluss darauf haben, wie sich Farben in einem Foto zeigen.

Der Sukzessivkontrast

Der Sukzessivkontrast

Die bekanntesten und auch wichtigsten Effekte dieser Art sind der Sukzessivkontrast und der Simultankontrast.

Durch den Sukzessivkontrast, der auch Nachbild genannt wird, zeigt das Auge nach dem längeren Betrachten eines starken Farbreizes die Komplementärfarbe dazu. Wenn Sie mindestns 30 Sekunden auf das Kreuz mitten im roten Punkt schauen und dann auf das Kreuz im weißen Quadrat, sehen Sie dort den Kreis in Blaugrün.

Auge und Gehirn wirken bei diesem Nachbild zusammen. Der Effekt wird mit helleren Farben und mit längerer Betrachtung des Farbreizes immer stärker. Die Farbe des Nachbildes ist immer die, die im Farbkreis der auslösenden Farbe gegenüber liegt, also die Komplementärfarbe.

Der Simultankontrast ist dem Sukzessivkontrast verwandt. Hier nimmt eine Farbe, wenn sie von einer anderen kräftigen, reinen Farbe umgeben ist, einen zu dieser Farbe komplementären Farbstich an. Man sieht das am besten, wenn die umschlossene Farbe neutral ist, zum Beispiel Grau.