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Einführung in die Digitalfotografie 18: Und immer wieder Schärfentiefe

Die Schärfentiefe ist ein Thema, das Profifotografen aus dem FF beherrschen, Hobbyfotografen aber immer wieder beschäftigt. In der Geschichte der Fotografie wurde zunächst großer Wert auf vollständig scharf abgebildete Motive gelegt. Dieser Wunsch ist nachvollziehbar, denn zunächst entdeckte man, dass sich die Realität in Bildern ablichten lässt, und wollte dieses Ziel auch möglichst exakt erreichen. Da die ersten Kameras sowieso eher unscharfe Bilder erzeugten, war die absolute Bildschärfe erklärtes Ziel der Fotografen. Schärfentiefe war in dieser Zeit also nur darauf ausgelegt, das vollständige Bild scharf darzustellen. Als die Technik dann so weit entwickelt war, dass sich dieser Wunsch zumindest über eine bestimmte Entfernung erfüllen ließ, waren vollständig scharfe Aufnahmen besonders beliebt. Auf einen künstlerischen Wert der Bilder legten zu Beginn der fotografischen Entwicklung nur wenige Fotografen Wert. Die Ansicht, dass ein vollständig scharf dargestelltes Foto eher reizlos und leblos erscheint, hat sich erst etwa seit den 1970er Jahren durchgesetzt. Seitdem hat der Begriff Schärfentiefe noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Heute stellen Fotografen Bilder mit einer Bildtiefe dar, die gut strukturiert sind und eine möglichst dreidimensionale Wiedergabe der abgebildeten Situation leisten sollen. Die Bildtiefe widerspricht dabei in gewisser Weise der Schärfentiefe, weil unscharf dargestellte Vorder- und Hintergründe eine besondere Tiefe des Bildes erzeugen.

Foto: Ulrike Seifert

Die Schärfentiefe hat sich also vom Hauptzweck zu einem Gestaltungselement entwickelt. Die wichtigsten technischen Einrichtungen einer Kamera, mit der Bildschärfe und Schärfentiefe beeinflusst werden können, sind die Entfernungseinstellung, die Blende und die Belichtungszeit. Alle drei Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Der Blende kommt dabei die größte Bedeutung zu. Fotografen arbeiten bei der Aufnahme lebhafter, gut strukturierter Fotografien mit verschiedenen Schärfeebenen. Die optimale Schärfeebene ist sehr dünn und umfasst nur das eigentliche Motiv. Vor und hinter der optimalen Schärfeebene befinden sich die Bereiche der akzeptablen Schärfe. Diese drei Bereiche bilden zusammen die Schärfentiefe. Darüber hinausgehende Entfernungsbereiche werden zunehmend unscharf und stellen daher eine optische Trennung dar. Die Schärfentiefe trennt also in einer gut strukturierten Aufnahme das Motiv von seinem Hintergrund.

Einführung in die Digitalfotografie 13 – Gezielte Belichtungskorrektur

Eine Belichtungskorrektur ist immer dann notwendig, wenn die von der Kamera automatisch ermittelten Belichtungswerte nicht den Vorstellungen des Fotografen entsprechen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. So soll zum Beispiel ein helles Motiv vor einem dunklen Hintergrund besonders hervorgehoben oder einfach eine besondere Lichtstimmung eingefangen werden, die die Kamera durch ihr Bestreben, immer optimale Lichtverhältnisse anzuwenden, zerstören würde. Auch Fotografien bei ungünstigen Lichtverhältnissen, z. B. in der Dämmerung oder Blitzaufnahmen und Gegenlichtaufnahmen erfordern eine Korrektur der voreingestellten Belichtungswerte. Bei Anwendung der Belichtungskorrektur verändert die Kamera nicht die Belichtungszeit, sondern variiert die Belilchtungsverhältnisse mit Hilfe der Blende. Um die Belichtungskorrektur jederzeit ohne aufwändige Einstellungen in den Kameraprogrammen vornehmen zu können, sind Spiegelreflexkameras mit einem speziellen Knopf ausgestattet, der ausschließlich zur Belichtungskorrektur dient. In der Regel befindet sich der Knopf in unmittelbarer Nähe des Auslösers, so dass er besonders einfach zu bedienen ist.

Foto: Nikon

Zur Einstellung der Belichtungskorrektur muss der Knopf gedrückt und gleichzeitig ein Einstellrad bedient werden, dass sich meist am oberen Rand der Rückseite der Kamera befindet. Mit dem Einstellrad lassen sich Plus- und Minus-Werte einstellen, die eine weitere Öffnung oder Schließung der Blende zur Folge haben. Die Veränderung der Belichtungswerte wird gleichzeitig im Sucher angezeigt und kann daher beobachtet werden. DSLR-Kameras verändern die Blende mit Hilfe der Belichtungskorrektur nicht in ganzen Schritten, sondern in kleineren Blendenschritten. Abhängig von der Qualität der Kamera reichen die Schritte von einem Drittel bis hin zu deutlich feineren Werten. Die Möglichkeiten der Belichtungskorrektur sind bei fast allen DSLR-Kameras begrenzt. Meist sind zwei Blenden nach oben oder unten möglich. Einige Kameras bieten aber auch jeweils fünf und mehr ganze Blenden an. Wie sich die jeweilige Veränderung der Belichtungswerte mit Hilfe der Belichtungskorrektur auswirkt, lässt sich zum einen auf experimentellem Weg feststellen, indem jeweils eine neue Aufnahme mit verändertem Wert erstellt wird, oder in der sogenannten Highlight-Ansicht des Displays. Unter den Menüpunkten bietet sich dafür meist unter den individuellen Einstellungsfunktionen der Menüpunkt Bildkontrolle an.

Raureif und Sonnenaufgang – eine schöne Kombination

Nach kühlen Herbstnächten erscheinen Landschaften, Blumen und Bäume besonders märchenhaft, wenn gleich am Morgen die Sonne scheint. Anders, als schneebedeckte Landschaften erzeugt der Raureif einen reizvollen Zuckerguss, ohne das eigentliche Motiv zu verdecken. Er bildet eher eine Ergänzung. Rosenblüten, die ihre Schönheit bis in den Hehinein bewahren konnten, erhalten durch die dünne Reif-Beschichtung ein märchenhaftes Erscheinungsbild, aber auch Raureif auf buntem Laub erzeugt eine besondere wirkung, wenn dann noch die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen ein wenig Wärme ins Bild bringt.

Das Fotografieren von Raureif ist weniger problematisch, als Aufnahmen von schneebedeckten Landschaften, denn es kommt nur ein wenig mehr Helligkeit ins Bild und Raureif blendet nicht so sehr, wie Schnee. Dennoch muss auf die Belichtung besoners geachtet werden. Denn auch wenn das Motiv durch die dünne Eiskruste heller ist, so verschlingt der Hintergrund unter Umständen wiederum das Licht. Außerdem ist die Morgensonne im Herbst und Winter sehr flach und kann daher unter Umständen doch zu wenig Licht erzeugen. Pflanzen oder Pflanzenteile mit Raureif so ins Bild zu bekommen, wie das Auge es wahrnimmt, ist daher nicht immer so einfach. Eine zu lange Belichtungszeit, die durch die natürlichen Lichtverhältnisse nötig sein kann, führt unter Umständen zu Verwacklungen und Unschärfen, insbesondere im Bildhintergrund. Dieser Effekt kann auch gewünscht sein, denn ein unscharfer Hintergrund von Sträuchern oder Laub kann das eigentliche Motiv auch so richtig zur Geltung kommen lassen. Manchmal aber ist eben auch das Gesamtmotiv gewünscht und da kann man einen unscharfen Hintergrund nicht so gut gebrauchen. Die Blende sollte also nicht zu seit geöffnet sein, so dass eine umso längere Belichtungszeit erforderlich wird, um ausreichendes Licht für eine optimale Aufnahme zu haben. Deshalb ist ein Stativ wie so oft auch bei der Fotografie von morgendlichem Raureif sinnvoll.

Eine Spiegelreflexkamera ist auf jeden Fall vorteilhaft, um solche Details wie Raureif mit all seinen Effekten darzustellen. Einfache Kompaktkameras erlauben keine Einflussnahme auf die Belichtung, so dass unter Umständen der gesamte Raureif-Effekt verloren gehen kann.

Unterwasserfotografie ist keine Hexerei

Eine besondere Art der Fotografie, vor der viele Hobbyfotografen Respekt haben, ist die Unterwasserfotografie. Lange Zeit war es sehr teuer, eine Unterwasserkamera anzuschaffen. Inzwischen gibt es sehr gute wasserdichte Gehäuse für Digitalkameras und relativ preisgünstig auch Kameras, die von vornherein für die Fotografie unter Wasser ausgestattet sind. Insbesondere für Freunde des Tauchsports ist die Unterwasserfotografie reizvoll, denn es ist die einzige Möglichkeit, die Eindrücke der Unterwasserwelt dauerhaft festzuhalten.

Eines der größten Probleme bei der Fotografie unter Wasser sind die Lichtverhältnisse, denn gute Aufnahmen leben vom Licht und das ist unter Wasser nicht immer gegeben. Taucher müssen ihren Motiven unter Wasser daher möglichst nahe kommen, um mit dem Blitz arbeiten zu können. Das Wasser und die darin enthaltenen Trübstoffe werden durch den Blitz sichtbar und schlucken gleichzeitig viel Licht. Mit einer optimal gewählten Perspektive lässt sich das Licht, das bis unter die Wasseroberfläche dringt, für gute Aufnahmen nutzen. Daher fotografiert man möglichst horizontal oder mit einem leichten Winkel nach oben, keinesfalls aber in Richtung der dunkleren Tiefe. Ist genügend Restlicht vorhanden, so reichen ideale Einstellungen der Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit unter Umständen aus, um auch ohne Kunstlicht eindrucksvolle Aufnahmen zu erzielen. Wer auch unter Wasser berücksichtigt, aus welcher Richtung die Sonne einfällt, hat zudem größere Chancen auf ein farbenprächtiges Foto.

Das zweitgrößte Problem bei der Unterwasserfotografie stellt die Auswahl der Motive dar. So lange lediglich Pflanzen, Korallen und andere feste Motive unter Wasser fotografiert werden sollen, hat der Fotograf ausreichend Zeit für die richtigen Einstellungen. Anders verhält es sich bei der Fotografie von Fischen und anderen Tieren unter Wasser. Sie reagieren schreckhaft und entfernen sich dann blitzschnell. Um die Tiere nicht zu stören und damit die Chance auf eine gute Aufnahme zu erhalten, sollte man sich unter Wasser so wenig wie möglich und nur sehr langsam bewegen. Es gehört sicherlich sehr viel Geduld dazu, aber sie wird durch außergewöhnliche und beeindruckende Aufnahmen belohnt.