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Einführung in die Digitalfotografie 17: Manuelles Fokussieren

Digitale Spiegelreflexkameras sorgen natürlich dafür, dass Fotografen nicht mehr von Hand fokussieren müssen. Dadurch sind die Verwacklungsgefahr und das Risiko, die falsche Entfernung einzustellen, nicht mehr gegeben. Auf Knopfdruck stellt das Objektiv die optimale Entfernung zu dem Motiv ein, das anvisiert wird. Das Motiv muss nicht zwangsläufig in der Mitte des Bildes sein, denn verschiedene Fokusbereiche erlauben auch die Fokussierung auf Randmotive. Trotzdem kann die Technik durch gewisse Situationen überfordert sein. Sie wählt dann die Einstellung, die der optimalen am nächsten kommt, aber das ist nicht immer im Sinne des Fotografen. In solchen Fällen bleibt nichts anderes, als die Rückbesinnung auf das manuelle Fokussieren.

Es erscheint auf den ersten Blick recht einfach, die richtige Entfernung mit Hilfe des Einstellrings am Objektiv auszuwählen. Aber dieser Eindruck kann täuschen, denn Situationen, die bereits die Kameratechnik verwirren, sind nicht einfach und erfordern daher auch gewisse Fertigkeiten des Fotografen. Um mit einem Autofokus-Objektiv manuell zu fokussieren, muss dieses umstellbar sein. Fast alle Objektive verfügen über diese Einrichtung. Meist handelt es sich um einen kleinen Schalter am oberen Objektivrand.

Eine wichtige Grundlage für das manuelle Fokussieren ist die richtige Einschätzung der Entfernung zum Motiv, denn hochwertige Objektive sind mit einer Entfernungsskala versehen. Eine Einstellhilfe, wie sie in Objektiven der analogen Spiegelreflexkameras vorhanden war, ist bei digitalen Autofokus-Objektiven nicht mehr üblich. Manchmal hilft ein kleiner Trick, wenn sich ein Objekt in etwa gleicher Entfernung befindet, wie das Motiv. In einem solchen Fall kann behelfsmäßig auf das deutliche Objekt scharfgestellt werden. Schwenkt man die Kamera mit halb gedrücktem Auslöser dann auf das ursprüngliche Motiv zurück, bleibt die Messung erhalten.

Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Darstellung des Motivs durch das Objektiv, denn im Sucher wird immer das Bild mit weit geöffneter Blende und der damit verbundenen Unschärfe gezeigt. Da erst nach dem Druck auf den Auslöser die Blende eingestellt wird, kann das Motiv später klarer und deutlicher dargestellt sein. Um diese Situation zu bewältigen, ist einige Erfahrung erforderlich. Vielen Fotografen bleibt daher nur die Wahl, das Ergebnis der Aufnahme direkt auf dem Display zu kontrollieren und dann gegebenenfalls mit neuen Einstellungen weitere Fotos aufzunehmen.

Pentax K-5 für Nostalgiker – Silver Edition

Freunde des nostalgischen Designs werden tief in die Tasche greifen müssen, wenn sie die Chance erhalten, eine von nur zehn Kameras zu ergattern, die auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich sein werden. Die Rede ist von der limitierten Silver Edition der digitalen Spiegelreflexkamera Pentax K-5. Insgesamt wurden von dem auffälligen Kamera-Modell nur 1 500 Stück hergestellt. Zehn davon sollen auf dem deutschsprachigen Markt, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erhältlich sein. Freunde des Besonderen müssen für diese Kamera dann rund 1 500 Euro ausgeben.  Dafür erhalten sie aber im Set eine Besonderheit, die Pentax erst kürzlich auf den Markt gebracht hat, das wohl flachste Objektiv der Welt, natürlich auch in silberner Farbe. Es handelt sich um ein 40 mm-XS-Objektiv, wie es auch schon für die K-01, eine spiegellose Systemkamera, angeboten wird. Mit seiner größten Blende F2,8 ist das Objektiv ausgesprochen lichtstark und entspricht dank des APS-C-Sensors der Normalbrennweite von 60 mm. Nur 9,2 Millimeter trägt dieses extrem flache Objektiv auf.

Bild: Pentax

Abgerundete Lamellen sollen ein weicheres Bokeh ermöglichen. Außerdem ist die Linse des flachen Objektivs mit einer speziellen SP-Vergütung versehen, die dafür sorgt, dass Wasser, Fett und Schmutz nicht anhaften können.

Abgesehen vom Design unterscheidet sich die Technik der K-5 Silver Edition nicht von den übrigen Modellen, die als Gehäuse bereits ab einem Preis zwischen 800 und 900 Euro erhältlich sind. Die Kamera ist mit einem 23,6 x 15,7 mm großen C-MOS-Sensor ausgstattet, der 16,3 Millionen Bildpunkte ermöglicht. Seine Lichtempfindlichkeit beträgt zwischen ISO 100 und 12800. Die K-5 kommt ohne integrierten Flash-Speicher aus und ermöglicht stattdessen die Speicherung auf SD- und SDHC-Speicherkarten.  Bei der Belichtungssteuerung unterstützt die Kamera mit Programmautomatik, Zeitautomatik und Blendenautomatik. Natürlich ist auch eine manuelle Belichtung mit Belichtungszeiten zwischen 1/8000 und 30 Sekunden möglich. Als Sucher dient sowohl der Kamerasucher, als auch der 3 Zoll große TFT-LCD-Monitor mit 921 000 Bildpunkten. Die Kamera bietet zahlreiche technische Raffinessen, wie den für viele Lichtverhältnisse einstellbaren Weißabgleich, die Matrixmessung über 7 Messfelder mit mittenbetonter Integralmessung und Spotmessung sowie eine große Anzahl an Bild-Effekt-Programmen, Mehrfachbelichtungsfunktion und HDR-Funktion.

Einführung in die Digitalfotografie 13 – Gezielte Belichtungskorrektur

Eine Belichtungskorrektur ist immer dann notwendig, wenn die von der Kamera automatisch ermittelten Belichtungswerte nicht den Vorstellungen des Fotografen entsprechen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. So soll zum Beispiel ein helles Motiv vor einem dunklen Hintergrund besonders hervorgehoben oder einfach eine besondere Lichtstimmung eingefangen werden, die die Kamera durch ihr Bestreben, immer optimale Lichtverhältnisse anzuwenden, zerstören würde. Auch Fotografien bei ungünstigen Lichtverhältnissen, z. B. in der Dämmerung oder Blitzaufnahmen und Gegenlichtaufnahmen erfordern eine Korrektur der voreingestellten Belichtungswerte. Bei Anwendung der Belichtungskorrektur verändert die Kamera nicht die Belichtungszeit, sondern variiert die Belilchtungsverhältnisse mit Hilfe der Blende. Um die Belichtungskorrektur jederzeit ohne aufwändige Einstellungen in den Kameraprogrammen vornehmen zu können, sind Spiegelreflexkameras mit einem speziellen Knopf ausgestattet, der ausschließlich zur Belichtungskorrektur dient. In der Regel befindet sich der Knopf in unmittelbarer Nähe des Auslösers, so dass er besonders einfach zu bedienen ist.

Foto: Nikon

Zur Einstellung der Belichtungskorrektur muss der Knopf gedrückt und gleichzeitig ein Einstellrad bedient werden, dass sich meist am oberen Rand der Rückseite der Kamera befindet. Mit dem Einstellrad lassen sich Plus- und Minus-Werte einstellen, die eine weitere Öffnung oder Schließung der Blende zur Folge haben. Die Veränderung der Belichtungswerte wird gleichzeitig im Sucher angezeigt und kann daher beobachtet werden. DSLR-Kameras verändern die Blende mit Hilfe der Belichtungskorrektur nicht in ganzen Schritten, sondern in kleineren Blendenschritten. Abhängig von der Qualität der Kamera reichen die Schritte von einem Drittel bis hin zu deutlich feineren Werten. Die Möglichkeiten der Belichtungskorrektur sind bei fast allen DSLR-Kameras begrenzt. Meist sind zwei Blenden nach oben oder unten möglich. Einige Kameras bieten aber auch jeweils fünf und mehr ganze Blenden an. Wie sich die jeweilige Veränderung der Belichtungswerte mit Hilfe der Belichtungskorrektur auswirkt, lässt sich zum einen auf experimentellem Weg feststellen, indem jeweils eine neue Aufnahme mit verändertem Wert erstellt wird, oder in der sogenannten Highlight-Ansicht des Displays. Unter den Menüpunkten bietet sich dafür meist unter den individuellen Einstellungsfunktionen der Menüpunkt Bildkontrolle an.

Einstieg in die DSLR-Fotografie 12 – Automatische Belichtungsmöglichkeiten

Eine digitale Spiegelreflexkamera ermöglicht nicht nur einen Weg der Belichtungsmessung. Die moderne Technik ist darauf eingestellt, dass Motive sich nicht immer nur über das gesamte Bildspektrum erstrecken, sondern einzelne Bereiche stärker hervorgehoben werden sollen. Typische Belichtungsfelder, wie sie auch einfache Spiegelreflexkameras für den Anfänger in diesem wunderschönen Hobby bieten, sind neben der mittenbetonten Belichtungsmessung, wie sie auch jede Kompaktkamera anwendet, die Spotmessung, die Matrix-Belichtung oder das D-Lighting. Nicht zuletzt trägt die Möglichkeit der Aufnahmen im jeweiligen RAW-Format der Kamera mit anschließender Bildbearbeitung zu einer Beeinflussung der Lichtverhälnisse bei, sowie ein High Dynamic Range-Programm, mit dem ebenfalls auch einfache DSLR-Kameras schon ausgestattet sind. Nicht nur die Einstellmöglichkeiten für die Belichtungswerte bieten dem Fotografen in der Digitalfotografie zahlreiche Möglichkeiten, sondern auch die Überprüfung der Werte. In Histogrammen lassen sich zum Beispiel die gewählten Belichtungen genau beobachten. Sie zeigen auf, wie die Höchstlichtwerte bei jeder einzelnen Aufnahme ausgefallen sind. Insbesondere dann, wenn ein Motiv mit verschiedenen Belichtungseinstellungen aufgenommen wurde, kann daher ein Histogramm hilfreich für die Findung des Idealwerts sein. Histogramme tragen damit auch dazu bei, eine ideale und den individuellen Ansprüchen genügende Belichtung zu finden. Zeigt das Histogramm eine Überbelichtung an, so weiß der Fotograf, dass er mit Hilfe der Belichtungskorrektur einen niedrigeren Wert wählen muss. Ist das Motiv hingegen unterbelichtet, so wählt der Fotograf für die Belichtungskorrektur einen höheren Wert.

Die verschiedenen Belilchtungstechniken sind insbesondere dann von Vorteil, wenn Motiv und Hintergrund unterschiedliche Lichtverhältnisse bieten, wenn also zum Beispiel ein sehr helles Motiv vor einem sehr dunklen Hintergrund dargestellt werden soll oder umgekehrt. Die mittenbetonte Belichtungsmessung wird in einem solchen Fall einen Mittelwert wählen. Damit entsteht eine gewisse Belichtungsharmonie, aber es ist nicht möglich, das Motiv von dem Hintergrund abzuheben. Genau das ist aber häufig der gewünschte Effekt. Eine Kamera, die mit Matrix-Belichtungsmessung ausgestattet ist, misst zahlreiche Einzelfelder des Bildes aus, bevor sie die Belichtungswerte einstellt und kommt dem Fotografen damit entgegen. Noch interessanter ist eine Spotmessung, denn sie legt ausschließlich das anvisierte Motiv zugrunde und vernachlässig die Umgebung.

 

Einstieg in die DSLR-Fotografie 11 – Kameraeinstellungen mit Speicher überlisten

Schon mehrfach war im Fotoblog die Rede davon, dass in gewissen Situationen eine Belichtungskorrektur vorgenommen werden sollte oder sogar muss, weil die Einstellungen, die die Kamera automatisch auswählt, für die jeweilige Aufnahmesituation ungünstig ist. Eine moderne digitale Kamera mit ihren zahlreichen Automatismen ist ebenso, wie eine kompakte Digitalkamera immer bemüht, die Einstellungen so zu wählen, dass sie zu einem optimalen Ergebnis führen. Ein optimales Ergebnis aus der Sicht der Kamera ist in allen Bereichen ideal belichtet und stellt ein scharfes Motiv im Vordergrund und im Hintergrund dar. Während Kompaktkameras von dieser Einstellung nur selten abweichen können, hat der Fotograf mit einer Spiegelreflexkamera zahlreiche Möglichkeiten, die Voreinstellungen der Kamera zu verändern, wenn sein Bild nicht den aus objektiver Sicht betrachteten Idealwerten entsprechen, sondern indivudelle Ideale erfüllen soll. Zu diesem Zweck verfügen Digitalkameras über verschiedene Aufnahmeprogramme, die mehr oder weniger freie Hand bei der Einstellung erlauben. So kann im Programm M (Manuell) jede Einstellung von Hand vorgenommen werden. Wie sich das Verhältnis von Blende und Belichtungszeit auf die Schärfentiefe auswirkt, wurde schon in zahlreichen Beiträgen beschrieben. Aber oft möchten Fotografen sich die automatischen Fähigkeiten der Kamera zunutze machen und dennoch kleine Veränderungen vornehmen. Auch das ist in den automatischen Programmen möglich, wenn man den einen oder anderen kleinen Trick anwendet.

Insbesondere zur Belichtungskorrektur bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Gerade, wenn eine Bildserie zur Erstellung einer Panoramafotografie erstellt werden soll, können unterschiedliche Belichtungswerte nicht nur störend wirken, sondern das Motiv in seiner Gesamtheit zerstören. Mit jedem schwenk der Kamera wird das eingestellte Programm aber den Belichtungswert verändern. Für das Panaoramabild bedeutet das, dass die Einzelmotive, die später zusammengesetzt werden sollen, unterschiedlich belichtet sind. Zum Glück bietet eine Digitalkamera die Möglichkeit, Belichtungswerte zu speichern. Diese Eigenschaft macht sich der Fotograf zunutze, wenn er Aufnahmeserien für ein Panoramabild erstellen möchte. Der Belichtungswert des ersten Bildes wird gespeichert und anschließend für alle weiteren Aufnahmen verwendet. Die meisten Kameras haben einen speziellen Knopf, mit dem die Werte schnell und ohne umfassende Einstellungen gespeichert werden können. Nach einem leichten Druck auf den Auslöser misst die Kamera die Werte. Diese können durch Druck auf den Speicherknopf, der sich meist auf der Rückseite befindet, gesichert und anschließend weiter verwendet werden.

Einstieg in die DSLR-Fotografie 7: Zeit- und Blendenautomatik

Die Zeitautomatik ist an dem Einstellrad auf der Oberseite der Kamera an dem Buchstaben A einzustellen, während für die Blendenautomatik der Buchstabe S auf dem Einstellrad verzeichnet ist. Diese sogenannten halbautomatischen Programme erfordern schon einige Kenntnis der Fotografie mit einer Spiegelreflexkamera, denn entweder die Zeit oder die Blende werden der Kamera vom Fotografen vorgegeben. Den jeweils anderen Wert berechnet die Kamera automatisch. Von dem eingestellten Blendenwert hängt die Größe der Blendenöffnung ab und damit auch die Schärfentiefe der Fotografie. Verwirrend an der Blende ist die Tatsache, dass mit dem niedrigsten Wert die größte Blendenöffnung einhergeht. Je höher die Blendenzahl und kleiner damit die Öffnung der Blende ist, umso stärker dehnt sich die Schärfentiefe im Bild aus. Das Motiv wird also bis in den hinteren Bereich hinein scharf abgebildet. Die Kamera wählt passend dazu eine längere Belichtungszeit, da dann durch die kleine Blendenöffnung weniger Licht für eine längere Zeit auf den Bildsensor fällt. Die kleinere Lichtöffnung wird also durch eine längere Belichtungszeit kompensiert.

Anders verhält es sich bei einer großen Blendenöffnung mit kleinem Blendenwert. In diesem Fall fällt durch die große Blendenöffnung sehr viel Licht auf den Sensor, so dass eine kürzere Belichtungszeit ausreicht. Die Schärfentiefe ist in diesem Fall deutlich geringer. Man wählt eine größere Blende zum Beispiel, wenn man ein scharfes Motiv im Vordergrund vor einem unscharfen Hintergrund darstellen möchte. Sehr schön ist diese Einstellung für Porträts vor einer Landschaft oder einem anderen unruhigen Hintergrund. Die von der Kamera gewählte Belichtungszeit steht auch in Abhängigkeit von der gewählten ISO-Zahl, also der Lichtempfindlichkeit des Sensors.

Foto: Computerbild

Im Programm S gibt der Fotograf die Belichtungszeit vor und die Kamera berechnet selbstständig die dazu passende Blende und alle anderen Belichtungswerte, also auch die Lichtempfindlichkeit. Die Wahl dieses Programms ist interessant, um die Darstellung der Bewegungsschärfe zu beeinflussen. Je kürzer die Belichtungszeit ist, umso schärfer ist das Bild. Damit wirkt aber auch die Bewegung eingefroren. Dieser Effekt kann erwünscht sein, wenn exakt ein Bewegungsschritt dargestellt werden soll. Dynamischer wirken Bilder von bewegten Motiven, wenn eine leichte Bewegungsunschärfe sichtbar ist. Dazu wird eine längere Belichtungszeit gewählt. Je kürzer die gewählte Belichtungszeit ist, umso weiter öffnet die Kamera die Blende mit dem Resultat einer geringeren Schärfentiefe.

Einstieg in die DSLR-Fotografie 6: Programmautomatik

Eine moderne digitale Spiegelreflexkamera verfügt ebenso, wie Kompaktkameras, über verschiedene Motivprogramme. Darüber hinaus haben Spiegelreflexkameras aber noch spezielle Programme, mit denen Blende und Zeit in Abhängigkeit voneinander oder völlig automatisch eingestellt werden können. In der Funktion “Auto” wählt die Kamera automatisch Belichtungszeit und Blende. Der Fotograf kann in die Einstellungen nicht mehr eingreifen und hat damit keine Möglichkeit, kreative Elemente einzubringen. Die Funktion “Auto” ist somit ideal für schnelle Schnappschüsse mit optimaler Bildschärfe und ohne Herausstellung einzelner Bildelemente.

Anders verhält es sich bei den Programmen A, S und P, denn hier hat der Fotograf noch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Der Buchstabe P steht als Abkürzung für die Programmautomatik. Dieses Programm stellt zwar auch automatisch Belichtungszeit und Blende ein, aber es bietet dem Fotografen alternative Einstellungen zur Auswahl. Die Kamera berechnet mehrere Zeit-Blenden-Kombinationen zur Auswahl, mit denen unterschiedliche Bildgestaltungen möglich sind. So kann zum Beispiel auch mit der Einstellung P ein Foto mit scharfem Vordergrund und unscharfem Hintergrund erstellt werden oder umgekehrt. Abhängig vom Status des Motivs steuert die Programmautomatik die Schärfentiefe und eine gewünschte Bewegungsunschärfe. Der Fotograf sollte daher bei der Wahl seiner Einstellungskombination wissen, wie er einen tieferen Schärfenbereich erreicht. Je größer die Blende gewählt wird und je kleiner die Blendenöffnung ist, umso größter ist die Schärfentiefe. Das bedeutet, dass ein Motiv bis in den hinteren Bereich hinein scharf dargestellt wird. Gegenüber der freien Wahl von Blende oder Belichtungszeit bietet die Programmautomatik den Vorteil, dass sie für alle Einstellungen die optimalen Werte automatisch berechnet und bereitstellt

Werden Fotos mit Blitzlicht erstellt, dann muss der Fotograf bei der Einstellung des Programms P bedenken, dass das Blitzlicht nicht automatisch ausgeklappt wird. Dennoch muss der Fotograf nicht selbst daran denken, wann er den Blitz einstellen muss, denn die Automatik zeigt im Display das Blitzzeichen an, wenn die Belichtungszeit außergewöhnlich lang ist, so dass verwacklungsfreie Bilder kaum erreichbar sind. Da moderne Digitalkameras nicht nur einfach ein Blitzprogramm liefern, sondern mehrere zur Auswahl haben, muss der Fotograf einstellen, für welches Blitzprogramm er sich entscheidet. Die meisten Kameras zeigen die Blitzprogramme, wenn die Blitztaste gehalten und gleichzeitig das Programmwahlrad gedreht wird.

Einstieg in die DSLR-Fotografie 5: Motivprogramme

Digitale Spiegelreflexkameras, aber auch zahlreiche digitale Kompaktkameras, insbesondere Bridge-Kameras, sind mit verschiedenen Motivprogrammen ausgestattet.  Dabei handelt es sich um voreingestellte Programme, die in bestimmten, typischen Aufnahmesituationen selbsttätig verschiedene Kamera-Einstellungen vornehmen. So wird zum Beispiel die Belichtungszeit auf die Voraussetzungen für gute Blitzlichtaufnahmen eingestellt oder die Blende auf Fotografien bei hellem Sonnenlicht. Moderne Kameras optimieren gleichzeitig auch die Farben oder richten bei Porträtaufnahmen die Hauttöne passend ein und vermeiden den Rote-Augen-Effekt. Bei der Fotografie mit einer Spielreflexkamera nehmen die Motivprogramme dem Fotografen die Arbeit manueller Einstellungen und Korrekturen ab. Gegenüber der Programmautomatik bieten sie den Vorteil, dass sie sich auf die individuelle Aufnahmesituation einstellen, was eine Programmautomatik nicht leisten kann. Die Wahl eines Motivprogramms auf einer Spiegelreflexkamera ist ideal für den schnellen Schnappschuss. Für Aufnahmen mit Kompaktkameras bilden Motivprogramme die einzige Möglichkeit, überhaupt spezielle Einstellungen für individuelle Aufnahmesituationen vornehmen zu können. Die Motivprogramme werden bei fast allen Kameras mit einem Einstellrad auf der Oberseite der Kamera eingestellt. Seltener sind Einstellungen im Bereich der Menüauswahl. Auf oder neben dem Einstellrad befinden sich Pictogramme für die jeweiligen Motive. Diese Pictogramme sind bei allen Kameras nahezu gleich, so dass es keiner Umstellung bedarf, wenn eine andere Kamera verwendet wird.

Die am häufigsten vorzufindenden Motivprogramme sind Einstellungen für Porträts, Landschaftsaufnahmen, Sportfotografien, Nahaufnahmen und Blitzlichtaufnahmen. Einige Kameras bieten zusätzlich ein Motivprogramm für besonders lebendige Situationen, zum Beispiel spielende Kinder. Das Symbol für dieses Motivprogramm ist daher auch ein Kind. Die lebendigen Farben der Kleidung oder des Hintergrundes werden zum Beispiel mit den Hauttönen und anderen sanften Farbtönen ideal abgeblendet. Das Porträt-Programm wird durch einen Frauenkopf mit Hut dargestellt, das Landschaftsprogramm durch stilisierte Berge und das Sportprogramm durch ein typisches Pictogramm einer laufenden Person. Für Nahaufnahmen verwenden Kameras eine Blume, da speziell Motive aus der Natur häufig Gegenstand von Nahaufnahmen sind. Für Nahaufnahmen stellt sich das Objektiv automatisch im mittleren Autofocusfeld scharf, während zum Beispiel bei Landschaftsaufnahmen auf ein Objekt im Vordergrund scharfgestellt wird. Aufnahmen mit dem Blitzlichtprogramm verhindern einen zu starken Kontrast zwischen Motiv und Hintergrund und Fotos, die mit dem Porträtprogramm aufgenommen werden, zeigen weiche Farbtöne und bei entsprechenden Einstellungen einen leicht unschaften Hintergrund. Im Gegensatz dazu werden Sport-Fotografien durchgehend scharf dargestellt.

Einstieg in die DSLR-Fotografie 3: Bilder anzeigen, bearbeiten und verwalten

Neben den vielfältigen Funktionseinstellungen, die bei einer digitalen Spiegelreflexkamera mit Hilfe des Displays auf der Rückseite vorgenommen werden können, zeigt der kleine Bildschirm natürlich auch die bereits erstellten Fotos an. Darüber hinaus dient er mit seinen Menüs auch der Verwaltung der Fotos. Sie können geschützt oder gelöscht werden und nicht zuletzt ist sogar eine erste Bildbearbeitung bei vielen Kameras möglich. Die Ansicht des letzten aufgenommenen Bildes erfolgt bei der Nikon D 60 zum Beispiel über den Play-Knopf, den obersten Knopf links neben dem Monitor. Ein weiterer Druck auf diesen Knopf führt direkt zurück ins Aufnahmemenü. Um weitere bereits gespeicherte Aufnahmen zu betrachten, dient der Vierwege-Knopf rechts neben dem Bildschirm. Während die Pfeile nach rechts oder links vor- und zurückblättern, kommt den Pfeilen nach oben und unten die Funktion zu, detaillierte Informationen über das jeweilige Bild anzuzeigen. Der OK-Knopf führt direkt in das Bildbearbeitungs-Menü. Zur Bildbearbeitung stellen moderne Spiegelreflexkameras zahlreiche Funktionen zur Verfügung. In der Regel speichert die Kamera zunächst einmal das Originalbild und verwendet eine Kopie für weitere Bearbeitungen. Dadurch bleibt das Originalbild bei jeder weiteren Bearbeitung erhalten und wird nicht unter Umständen zerstört. Die Nikon D60 kann zum Beispiel mit der Funktion D-Lightning Bilder aufhellen. Darüber hinaus entfernt sie auf Knopfdruck rote Augen, beschneidet Bilder, um das Motiv stärker hervorzuheben und verwandelt sie auf Wunsch in Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Mit verschiedenen Filtereffekten können die Bilder farblich verändert werden. Farbstiche lassen sich auf diese Weise entfernen. Mit Hilfe der Kompaktbild-Funktion können Bilder gleich in das richtige Format für email-Anhänge gebracht werden. Wird ein typischer Doppelbelichtungseffekt gewünscht, kann die Bildmontage dazu verwendet werden. Die NEF-Konvertierung erzeugt direkt eine JPEG-Kopie des Bildes. Mit der Stop-Motion-Film-Funktion lassen sich sogar kleine Filmsequenzen erstellen.

Mit Hilfe der Lupentaste zeigt das Display eine Vorschau über die nächsten Bilder oder zoomt in das aktuelle Bild hinein. Damit misslungene Bilder nicht den Speicher unnötig belasten, lassen sie sich auf Knopfdruck löschen. Dafür steht die Papierkorb-Taste zur Verfügung. Um aber Bilder, die auf jeden Fall erhalten bleiben sollen, nicht mehr versehentlich löschen zu können, lassen sie sich durch einen Druck auf die AE-L-Taste sichern und können nur noch durch Formatieren der Speicherkarte gelöscht werden.