Beiträge gettagt mit Digitalfotografie

Fotos jederzeit und überall einfach online bearbeiten

Um Bilder bearbeiten zu können, war bisher immer die Verwendung einer eigenen Bildbearbeitungssoftware erforderlich. Diese musste von einer gekauften CD oder im Downloadverfahren kostenpflichtig oder kostenlos Software auf die Festplatte geladen werden. Wer mehrere PCs oder PC und Laptop, vielleicht auch noch ein handliches Netbook, einen Tablet-PC oder ein leistungsfähiges Smartphone verwendet, war bisher darauf angewiesen, auf jedem Gerät eine entsprechende Bildbearbeitungssoftware vorzuhalten. Je nachdem, welche Bildbearbeitungssoftware verwendet wird, kann das ganz schön teuer werden, denn die Anzahl der Plätze, auf denen die Software installiert werden darf, ist in der Regel begrenzt. Zudem erfordert eine gute Bildbearbeitungssoftware einiges an Speicherplatz. Für die Verwendung auf Handys ist das Angebot ohnehin begrenzt.

Bild: photofancy.de

Einige Software-Entwickler bieten daher inzwischen eine Online-Bildbearbeitung an. Natürlich sind die Funktionen einer kostenlosen Online-Bildbearbeitung nicht vergleichbar mit professionellen und hochfunktionellen Programmen wie Photoshop. Aber für die wichtigsten Bildbearbeitungsmöglichkeiten reichen die Funktionen vollkommen aus. Die Rote-Augen-Korrektur gehört heutzutage standardmäßig zu jedem Bildbearbeitungsprogramm. Farben, Helligkeit, Schärfe und Kontraste lassen sich in der Regel mit einem Mausklick optimieren. Insbesondere die Farben des Himmels, grüne Farbtöne in Landschaften und Hauttöne frischen die Online-Bildbearbeitungsprogramme auf.

Bild: Photofancy.de

Auch für die eigene Kreativität bieten die Online-Helfer einige Funktionen an. Fotos lassen sich in den Stil alter Ölgemälde verwandeln, in Cartoons oder in ein Puzzle. Nostalgie- oder Farbeffekt sowie der typische Warhol-Effekt lassen Bilder kunstvoll, klassisch oder besonders lebendig erscheinen. Bilder lassen sich mit Textfeldern ergänzen, in denen der Text mit verschiedenen Motiven und besonders kunstvoll dargestellt werden kann. Es können sogar mehrere Bilder miteinander kombiniert werden, indem ein Bild in das andere eingefügt wird. So zeigt ein Werbeplakat in einer Großstadt-Aufnahme plötzlich das eigene Gesicht. Natürlich lassen sich die Bilder drehen, spiegeln und beschneiden. Das Einfügen der Fotos in die Online-Bildbearbeitungssoftware ist ganz einfach. Es ist teilweise direkt von Facebook aus möglich, vom Handy oder von der Festplatte des PCs. Anschließend können die bearbeiteten Bilder als E-Card, Gratis-Postkarte sowie via Facebook und E-Mail direkt weiter verschickt werden. Neben zahlreichen Angeboten in englischer Sprache gibt es im Netz auch einige deutschsprachige Programme.

Einführung in die DSLR-Fotografie 19: Die Blende ist nicht allein verantwortlich für die Schäfentiefe

Vielfach entsteht der Eindruck, eine Beeinflussung der Schärfentiefe sei nur durch das Spiel zwischen Blende und Belichtungszeit möglich. Diese beiden Faktoren spielen zwar die wichtigste Rolle und ziehen eindeutige Ergebnisse nach sich, aber die Schärfentiefe lässt sich auch noch mit anderen fotografischen Mitteln beeinflussen. Eine ebenso wichtige Rolle spielt natürlich die Entfernung der Kamera zum Motiv und nicht zuletzt hängt die erreichbare Schärfentiefe auch vom verwendeten Objektiv und seiner Brennweite ab. Insbesondere die Wahl der Blende ist natürlich objektivabhängig, denn nicht jedes Objektiv bietet einen unendlichen Blendenbereich. Je nach Preisklasse sind die Blendenbereiche der Objektive mehr oder weniger begrenzt. Je hochwertiger ein Objektiv ist, umso größer ist der Blendenbereich insbesondere in Bezug auf die größte Blende mit der kleinsten Blendenöffnung. Das bedeutet, dass mit einem hochwertigen Objektiv Bilder mit einer wesentlich umfassenderen Schärfentiefe möglich sind. Weniger bedeutend ist der Qualitätsunterschied eines Objektivs sicherlich, wenn mit unscharfen Vorder- und Hintergründen gearbeitet wird.

Objektive mit langen Brennweiten sind bezüglich der Schärfentiefe in der Regel stärker begrenzt, als Objektive mit kurzen Brennweiten. Hobbyfotografen, die Wert auf Bilder mit einer starken Schärfentiefe legen, sollten daher Objektive mit großen Blendenbereichen und möglichst kurzer Brennweite einsetzen. Für diffuse Aufnahmen, die das Motiv vor einem unscharfen Hintergrund deutlich abgrenzen, eignen sich stattdessen lange Brennweiten sehr gut und die kleineren Blenden sind vollkommen ausreichend. Der Fotograf hat darüber hinaus immer noch die Möglichkeit, seine Entfernung zum Motiv zu verändern und auf diese Weise mehr Bildschärfe zu erreichen. Je geringer die Entfernung zum Motiv ist, umso unschärfer wird das Bild. Der Bildwinkel ändert sich durch eine größere Entfernung genauso, wie durch eine längere Brennweite des Objektivs. Das hat zur Folge, dass eine größere Entfernung mit einem Objektiv mit langer Brennweite diesen Effekt deutlich verstärkt und das Bild umso unschärfer wird. Mit einer kleineren Brennweite ist daher ein größerer Abstand zum Motiv erforderlich, um eine hohe Schärfentiefe zu erreichen.

Sony NEX-F3 – Hobbykamera für Profifotos

Foto: Sony

Sony bringt mit seiner neuen Kamera NEX-F3 die Kompaktfotografie näher an die Spiegelreflexqualität heran. Es handelt sich um das Nachfolgemodell der NEX-C3. Die Kamera bietet dem Fotografen die Wahl, ob er die Einstellungen für ein Foto bestimmt, oder die Kamera automatisch die optimalen Einstellungen wählt. Wie eine Spiegelreflexkamera erlaubt die Sony NEX-F3 das kreative Spiel mit Blende und Belichtungszeit. Andererseits bietet die Kamera aber auch zahlreiche Motivprogramme, die zu objektiven Einstellungen und Bildgestaltungen führen. Mit dieser handlichen Systemkamera benötigen Hobbyfotografen keine umfassenden Kenntnisse über die Geheimnisse der Fotografie. Wenn sie aber über derartige Kenntnisse verfügen oder sie erlernen möchten, haben sie mit der NEX-F3 von Sony trotzdem die Gelegenheit dazu.

Bild: Sony

Sony hat die Kamera mit einem Exmor-APS-C-HD-CMOS-Bildsensor mit einer Bildauflösung von 16 Megapixeln und einem Bionz-Bildprozessor ausgestattet. Damit erzielt die NEX-F3 auch bei schlechten Lichtverhältnissen vergleichsweise rauscharme Aufnahmen, ohne dass der Blitz eingeschaltet wird. Die Lichtempfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 16 000 und Videos erstellt die Kamera in Full-HD-Qualität im AVCHD-Format. Als Systemkamera ist die Sony NEX-F3 eine Kompaktkamera ohne Spiegel und elektronischen Sucher. Der elektronische Sucher ist als Zubehör erhältlich. Auffallend ist das in der Neigung verstellbare Display mit einer Größe von drei Zoll und einer Auflösung von 921 600 Bildpunkten. Der Autofokus der NEX-F3 verfügt über 25 Messfelder und ist mit einer Objektiv-Verfolgung ausgestattet. Als Systemkamera lässt sich die Sony NEX-F3 mit verschiedenen Wechselobjektiven ausstatten. Umfassende Brennweiten bietet das Zoom-Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 200 Millimetern.

Zu den besonderen Funktionen der Kamera gehört unter anderem die Porträt-Framing-Funktion. Sie erkennt Gesichter automatisch und wählt eigenständig den passenden Bildausschnitt. Durch die By Pixel Super Resolution Technologie ändert sich an dem gewählten Bildausschnitt auch dann nichts, wenn ein Bild vergrößert oder beschnitten wird. Das ermöglicht die neue Technik durch Einzel-Pixel-Verarbeitung und Hinzurechnung neuer Pixel, wenn die Bildbearbeitung es erfordert. Auf diese Weise lässt sich die Maximalbrennweite eines Objektivs verdoppeln.

iPhone-Fotografie

Bild: Rollei

Apple widmet sich neben der Informationselektronik vermehrt auch der digitalen Fotografie. Das iPhone enthält ja schon traditionell eine gute Digitalkamera. Aktuell sind Gerüchte im Umlauf, dass Apple nun auch eine Standalone-Digitalkamera herausbringen möchte. Apple soll als Markenzeichen für die Kameras bereits den Namen iSight neu angemeldet haben. Weitere Einzelheiten gibt es zur Zeit noch nicht, aber Apple ist ja immer für eine Überraschung gut.

Der Ausbau der neuesten iPhone-Generationen zu leistungsfähigen Digitalkameras ist ein Thema, dem sich Apple und Rollei widmen. Die iPhones 3G, 4 und 4S lassen sich mit Rollei-Objektiven zu innovativen Kamerasystemen ausbauen. Rollei stellte aktuell vier Objektive vor, mit denen die iPhones ergänzt werden können. Dabei handelt es sich um ein 12fach Tele-Objektiv mit einer Länge von 94 und einem Durchmesser von 33 Zentimetern. Es wiegt nur 118 Gramm und kann aufgrund seines geringen Gewichts und der kleinen Ausmaße bequem in der Jackentasche transportiert werden. Ein weiteres Teleobjektiv für iPhones ist das 9fach-Tele. Es ist entsprechend kleiner und leichter, als der große Bruder. Die Teleobjektive sollen vor allem für Portrait- und Landschaftsaufnahmen ideal sein. Der Clou ist, dass Rollei zusammen mit den Teleobjektiven und den entsprechenden Befestigungsmöglichkeiten ein kleines Aluminium-Stativ mitliefert, um verwacklungsfreie, gute Fotos mit den Teleobjektiven zu gewährleisten.

Bild: Rollei

Nicht nur für die Entfernung hat Rollei Objektive entwickelt, sondern auch für Nahaufnahmen. Eine Weitwinkel-Vorsatzlinse, die direkt an der iPhone-Linse angebracht werden kann, soll die Brennweite des Mobiltelefons halbieren. Eine Besonderheit ist der Fish-Eye-Konverter 0,28x Tele fish. Beide Weitwinkel-Objektive haben eine Naheinstellungsgrenze von 40 Millimetern. Sie bestehen aus zwei bzw. drei Glaselementen. Die Teleobjektive bestehen aus acht Glaselementen, die in drei Gruppen angeordnet sind. Das hilfreiche Zubehör für iPhone-Besitzer, die Wert auf qualitativ hochwertige Fotos legen, ist nicht einmal teuer. Der Preis für die Objektive liegt zwischen 20 Euro für den Fish Eye Konverter und 50 Euro für das größere Teleobjektiv. Für 140 Euro können iPhone-Besitzer sich also eine Rundum-iPhone-Fotoausrüstung zulegen.

Neue Photoshop CS 6 auf dem Markt

Bild: Adobe

Adobe aktualisiert in jedem Jahr seine umfangreiche Bildbearbeitungs- und Kreativ-Software Photoshop Creative Suite und Photoshop Elements. Wenn man glaubt, die Software wäre schon so umfassend, dass sie gar nicht noch mehr Möglichkeiten bieten könnte, lässt sich Adobe wieder etwas Neues einfallen. Aber die Photoshop Creative Suite Versionen haben natürlich auch ihren Preis und es lohnt sich wohl nur für professionelle Anwender, regelmäßig neue Versionen anzuschaffen. Trotzdem sind die Neuerungen auch in diesem Jahr wieder beeindruckend. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Mercury Grafik Engine. Sie bildet die Basis der neuen CS 6 und besticht durch unglaublich schnelle Reaktionszeiten. Insbesondere die Werkzeuge „Verflüssigen“ und  „Formgitter“ zeigen jetzt sofort die Ergebnisse. Die Reaktionszeiten wurden durch die Mercury Grafik Engine enorm verkürzt. Dadurch wird die Bearbeitung der Bilder in allen Bereichen schneller und fließender. Die Profi-Version von Photoshop wurde außerdem um neue Werkzeuge ergänzt, bereits bekannte Werkzeuge wurden überarbeitet und lassen sich jetzt einfacher und schneller anwenden. Die neuen Typografieformate erleichtern die konsistente Formatierung. Verschiedene Vektorebenen stehen für Konturen und Verläufe zur Verfügung.  Neu ist auch die Weichzeichnergalerie mit verschiedenen Steuerungselementen. Sie lassen sich direkt am Bild anwenden. Neben Tilt-Shift-Effekten können auch einzelne Ausschnitte aus unscharfen Bildern fokussiert werden. Unscharfe und scharfe Ebenen in Fotos müssen nicht mehr bereits bei der Aufnahme gestaltet werden. Das neue Werkzeug bietet so zahlreiche kreative Möglichkeiten, Bildbereiche scharf hervorzuheben, wie sie bei der Aufnahme eines Motivs nicht realisiert werden können.

Bild: Adobe

Photoshop Creative Suite 6 ist auch mit einem neuen Freistellungswerkzeug ausgestattet. Bildelemente können nun noch einfacher, exakter und schneller ausgeschnitten werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Bilder direkt auf der Arbeitsfläche zu bearbeiten und dank der Mercury Grafik Engine geht das alles auch noch besonders schnell. Natürlich hat Adobe auch die Bearbeitungsoberflächen modernisiert, damit die neue Version sich auch äußerlich von ihren Vorgängern abhebt. Neu ist die Verdunkelungsmöglichkeit des Hintergrundes mit dem Effekt, dass die Bilder brillanter und klarer in den Vordergrund treten. Viele weitere Funktionen und Tools lassen die Anschaffung der neuen CS 6 reizvoll erscheinen. Wer sich bisher noch nicht zu der Investition für die  komfortable Bildbearbeitungssoftware von Adobe entschließen konnte, hat es bei dieser Version wirklich schwer, zu widerstehen.

Traumfigur dank Photoshop

Bild: Adobe

Die digitale Fotografie ist ein wahrer Segen, denn sie bringt Möglichkeiten mit sich, von denen Fotografen wohl schon so lange geträumt haben, wie es die Fotografie gibt. Mindestens genauso wichtig, ist die Möglichkeit, mit einer umfassenden Bildbearbeitungssoftware alles aus einem Bild herauszuholen, was es herzugeben bereit ist. Und noch mehr, denn die großen Programme wie Photoshop optimieren nicht nur die Bildqualität, sondern auch das Motiv. Insbesondere dann, wenn Menschen das Motiv bilden oder Tiere, ist es interessant, das Motiv so zu verändern, dass es ein wahrer Augenschmaus wird. Insofern hat Photoshop ernstzunehmende kosmetische Fähigkeiten.

Nur wenige Menschen haben das Glück eines perfekten Äußeren, so wie die international bekannten Models. Wer dennoch zumindest auf Fotos den perfekten Eindruck hinterlassen möchte, bekommt dank Photoshop die Gelegenheit. Das bezieht sich insbesondere auf Portraitaufnahmen, die für Bewerbungsfotos oder das große Portrait für den Schreibtisch des Liebsten wichtig sind, aber auch auf Ganzkörperaufnahmen. Photoschop reinigt nicht nur den Teint und verbirgt so manchen kleinen Schönheitsfehler, sondern es sorgt auch für eine bessere Figur. Zumindst für die Illusion auf dem Foto ist Photoshop also ein wahrer Schlankmacher. Daher ist auch Vorsicht geboten, wenn Diät-Seiten Vorher-Nachher-Bilder zeigen, denn der Figur-Unterschied kann auch allein mit Hilfe von Photoshop erzeugt worden sein. Na ja und letztendlich sind wohl auch die Models nicht immer so uneingeschränkt schön, wie sie auf den Fotos erscheinen, denn selbst bei ihnen wird doch noch immer ein bisschen nachretuschiert. Augenringe, Falten oder Pickel sind für Photoshop eine Kleinigkeit.

Die Werkzeuge zur Optimierung von Motiven sind der Verflüssigen-Filter und natürlich auch Farbanpassungen. Aber der Verflüssigen-Filter ist ein vielseitiges Tool, das neben der Veränderung der Figur auch die Gesichtszüge verfeinern und verbessern kann. Große Nasen werden kleiner, kleine Augen größer und schmale Lippen voller. Der Verflüssigen-Filter besteht aus mehreren Einzelwerkzeugen wie dem Strudel oder dem Krümmer. Es werden einfach einzelne Partien ein wenig verschoben und mit ein bisschen Übung mag sich manches Hobby-Model nicht mehr wiedererkennen.

Einführung in die Digitalfotografie 19: Was ist Blendenpriorität?

Hobbyfotografen, die noch in den Anfängen ihres schönen Hobbys stecken und sich dem Hobby wirklich intensiv widmen möchten, müssen eine Menge lernen. Jedes intensiv betriebene Hobby erfordert einiges an Wissen und das ist bei der Fotografie nicht anders. Sicherlich kann jedes Kind heutzutage mit einer vollautomatischen Kompaktkamera Fotos schießen. Aber wirklich gute Fotos mit einem künstlerischen Hintergrund erfordern schon ein gewisses Handwerkszeug. Neben einer guten Kamera und einer gewissen Grundausstattung an Zubehör befindet sich das meiste Handwerkszeug in Form von Wissen im Gedächtnis des Fotografen. Zu Beginn mag gerade das Spiel zwischen Blende und Belichtungszeit immer wieder für Verwirrung sorgen. Deshalb sind moderne Digital-Spiegelreflexkameras ebenso, wie die vielen Kompaktkameras mit verschiedenen Aufnahmeprogrammen ausgestattet. Eines der wichtigsten Programme ist die Blendenpriorität. Sie kann abhängig vom Kamera-Modell mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. An jeder Spiegelreflexkamera aber verbirgt sich die Blendenpriorität hinter dem Programmnamen A, übrigens auch schon bei den früheren Modellen der analogen Spiegelreflexkameras.

Der Buchstabe A deutet auf den englischsprachigen Begriff Aperture Priority hin, was wiederum nichts anderes bedeutet, als Blendenpriorität. Der Fotograf steuert in diesem Programm die Schärfentiefe mit Hilfe der Blendenöffnung. Er wählt an der Kamera die Blende manuell aus und die Kamera stellt die dazu passende Belichtungszeit ein. Das Programm wird daher auch als Zeitautomatik bezeichnet und ist nicht zu verwechseln mit der Blendenautomatik. Die Auswahl der gewünschten Blende hängt davon ab, wie scharf oder unscharf Vorder- und Hintergrund des Motivs sein sollen. Es gehört zum Grundwissen eines Hobbyfotografen, dass mit einer großen Blendenzahl eine kleine Blendenöffnung einhergeht. Je kleiner die Blendenöffnung ist, umso schärfer wird das gesamte Bild. Wer also auf seinem Foto nicht nur ein scharfes Hauptmotiv haben, sondern auch den Vorder- und Hintergrund scharf darstellen möchte, wählt eine möglichst große Blendenzahl für eine möglichst kleine Blendenöffnung. Je offener die Blende ist, umso kleiner ist die Blendenzahl und entsprechend unschärfer wird das Bild. Gleichzeitig wird die Kamera  für eine kleine Blendenöffnung für ein scharfes Bild eine lange Belichtungszeit wählen. Daher ist es empfehlenswert, derartige Fotos mit Hilfe eines Stativs aufzunehmen.

Einige Kameramodelle sind zusätzlich mit einer Kreativ-Automatik ausgestattet, in der ganz einfach eingestellt werden kann, ob der Hintergrund scharf oder unscharf, die Belichtung dunkler oder heller sein soll. Die Kreativ-Automatik ist insbesondere für Einsteiger in die Spiegelreflex-Fotografie sehr hilfreich.

Kasseler Fotofrühlung jetzt auch in Paris

Das Kasseler Fotoforum ist ein Beispiel dafür, dass Fotografie eine moderne Kunstform ist. Einst im Jahr 1972 von dem renommierten Fotografen und Professor für Fotografie Floris Michael Neusüss an der Kunsthochschule in Kassel als Fotoforum Kassel gegründet, genießt das Kasseler Fotoforum mit seinem Fotobuch Festival inzwischen internationale Beachtung. Seit 2005 ist das Kasseler Fotoforum ein eingetragener Verein, dem neben Studenten und Dozenten der Kunsthochschule Kassel auch professionelle Fotografen und Freunde der Fotografie angehören. Der Verein widmet sich entsprechend seinem Vereinsziel zwar in erster Linie der Fotografie im Raum Kassel, aber genauso wichtig ist Stärkung des Bewusstseins über die künstlerische und kulturelle Bedeutung der Fotografie. Dank des Mediums Internet genießt das Kasseler Fotoforum inzwischen überregionale Bedeutung. Insbesondere der Kasseler Fotofrühlung hat zur überregionalen, sogar internationalen Bekanntheit des Kasseler Fotoforums beigetragen. Der Begriff Fotoforum mag im Zeitalter der Internet-Kommunikation verwirrend wirken, denn es handelt sich nicht etwa um ein weiteres Internet-Forum, in dem sich Hobby- und Profifotografen austauschen, sondern um ein traditionelles Kunstforum, also eine künstlerische Gesellschaft, in der sich nicht nur virtuell, sondern ganz real Kunst- und Fotofreunde zusammenfinden

Seit 2005 veranstaltet das Kasseler Fotoforum jeweils im Frühjahr den Kasseler Fotofrühling. Diese Veranstaltung widmete sich in jedem Jahr einem speziellen Thema im Rahmen der Fotografie. Dazu gehören neben dem Austausch über das Thema vor allem Ausstellungen, Workshops und Vorträge berühmter Fotografen. Im Jahr 2008 wurde das Konzept verändert und aus dem Kasseler Fotofrühling wurde das Internationale Fotobuch Festival. Seither steht das Fotobuch in seinen verschiedenen Ausprägungen im Mittelpunkt der Veranstaltung, die inzwischen in der berühmten documenta-Halle in Kassel stattfindet. Im Rahmen des Fotobuch Festivals werden Fotobücher prämiert und begehrte Preise verliehen. Am Fotobuch Dummy Award können sich auch Hobbyfotografen beteiligen. Der Photobook Award ist ein Preis, der professionellen und prominenten Veröffentlichungen verliehen wird.

Im Jahr 2012 geht das 5. Internationale Fotobuch Festival erstmals nach Paris und findet vom 20. – 22. April im Kulturzentrum Le Bal statt. Hobbyfotografen, die sich insbesondere der Gestaltung von Fotobüchern mit einem künstlerischen Wert widmen, können sich mit ihren Werken an dem Wettbewerb beteiligen. Die Verfasser der erstplatzierten Werke werden mit interessanten Preisen belohnt.

Einführung in die Digitalfotografie 18: Und immer wieder Schärfentiefe

Die Schärfentiefe ist ein Thema, das Profifotografen aus dem FF beherrschen, Hobbyfotografen aber immer wieder beschäftigt. In der Geschichte der Fotografie wurde zunächst großer Wert auf vollständig scharf abgebildete Motive gelegt. Dieser Wunsch ist nachvollziehbar, denn zunächst entdeckte man, dass sich die Realität in Bildern ablichten lässt, und wollte dieses Ziel auch möglichst exakt erreichen. Da die ersten Kameras sowieso eher unscharfe Bilder erzeugten, war die absolute Bildschärfe erklärtes Ziel der Fotografen. Schärfentiefe war in dieser Zeit also nur darauf ausgelegt, das vollständige Bild scharf darzustellen. Als die Technik dann so weit entwickelt war, dass sich dieser Wunsch zumindest über eine bestimmte Entfernung erfüllen ließ, waren vollständig scharfe Aufnahmen besonders beliebt. Auf einen künstlerischen Wert der Bilder legten zu Beginn der fotografischen Entwicklung nur wenige Fotografen Wert. Die Ansicht, dass ein vollständig scharf dargestelltes Foto eher reizlos und leblos erscheint, hat sich erst etwa seit den 1970er Jahren durchgesetzt. Seitdem hat der Begriff Schärfentiefe noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Heute stellen Fotografen Bilder mit einer Bildtiefe dar, die gut strukturiert sind und eine möglichst dreidimensionale Wiedergabe der abgebildeten Situation leisten sollen. Die Bildtiefe widerspricht dabei in gewisser Weise der Schärfentiefe, weil unscharf dargestellte Vorder- und Hintergründe eine besondere Tiefe des Bildes erzeugen.

Foto: Ulrike Seifert

Die Schärfentiefe hat sich also vom Hauptzweck zu einem Gestaltungselement entwickelt. Die wichtigsten technischen Einrichtungen einer Kamera, mit der Bildschärfe und Schärfentiefe beeinflusst werden können, sind die Entfernungseinstellung, die Blende und die Belichtungszeit. Alle drei Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Der Blende kommt dabei die größte Bedeutung zu. Fotografen arbeiten bei der Aufnahme lebhafter, gut strukturierter Fotografien mit verschiedenen Schärfeebenen. Die optimale Schärfeebene ist sehr dünn und umfasst nur das eigentliche Motiv. Vor und hinter der optimalen Schärfeebene befinden sich die Bereiche der akzeptablen Schärfe. Diese drei Bereiche bilden zusammen die Schärfentiefe. Darüber hinausgehende Entfernungsbereiche werden zunehmend unscharf und stellen daher eine optische Trennung dar. Die Schärfentiefe trennt also in einer gut strukturierten Aufnahme das Motiv von seinem Hintergrund.