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Digital ist komprimiert

 

Hobbyfotografen wissen, dass die Brennweiten, die für digitale Kameras angegeben sind, nicht denen entsprechen, die man von der analogen Fotografie im Kleinbildformat gewohnt ist. Die Ursache dafür ist einfach und simpel. Etwas komplizierter ist die Umrechnung in die passende Brennweite des digitalen Formats. Während das Format eines Fotos in Form des Negativs oder Diapositivs auf einem Kleinbildfilm die exakten Maße von 36 x 24 mm hat, sind die Bildsensoren der meisten Digitalkameras kleiner. Ihre Maße sind jedoch nicht genormt, so dass Bildsensoren in unterschiedlichen Größen in den Kameras zum Einsatz kommen. Da der Sensor also in der Regel eine geringere Bildfläche zur Verfügung stellt, verringert sich grundsätzlich der Bildwinkel. Lediglich bei Kameras mit einem Vollformatsensor bleibt das Verhältnis gleich, wie in der analogen Fotografie. Das hat zur Folge, dass, um denselben Bildwinkel zu erreichen, die Brennweite verkleinert werden muss. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm, das traditionell bei analogen Spiegelreflexkameras als Normalobjektiv bezeichnet wird, ist also für die Verwendung an einer digitalen Spiegelreflexkamera kein Normalobjektiv, sondern reicht mit einer umgerechneten Brennweite von bis zu 80 mm bereits in den leichten Telebereich hinein. Wie stark die Veränderung gegenüber der analogen Brennweite ist, lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Bildsensoren, die in Digitalkameras verwendet werden, nicht einheitlich beziffern.

Hersteller geben für ihre digitalen Kompaktkameras, die nur mit einem Objektiv ausgestattet sind, daher neben der durch den Bildsensor vorgegebenen Brennweite meist auch die vergleichbare Brennweite einer analogen Kamera an. So ist es einfach, den Bildwinkel der Kamera zu erkennen. Da mit digitalen Spiegelreflexkameras verschiedene Objektive eingesetzt werden, ist eine solche Alternativ-Angabe nicht einfach möglich. Zur Ermittlung der realen Brennweite verwenden Fachleute eine Formel, nach der sich die Brennweite als Quotient aus der Division der Bildhöhe durch den halten Bildwinkel ergibt. Lediglich für Four-Thirds-Kameras, die mit einem einheitlichen, verkleinerten Bildformat arbeiten, lautet der Umrechnungsfaktor 1 : 2. Für digitale Kameras geben die Hersteller daher einen einheitlichen Umrechnungs- bzw. Formatfaktor an, der auf alle Objektive angewendet werden kann. In den meisten Fällen beträgt er 1 : 1,3, 1 : 1,5 oder 1 : 1,6. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 35 mm ist daher in der Digitalfotografie kein Weitwinkel- sondern bereits ein Normalobjektiv. Für Zoomobjektive enthält diese Angabe verschiedene Verhältnisse, abhängig vom jeweiligen Zoombereich.

Der perfekte Sonnenuntergang

Der Sonnenuntergang gehört zu den Top Ten der Foto-Motive. Dumm ist es nur, wenn endlich alle Einstellungen der Kamera passend sind und das Foto gemacht werden soll, und der rote Feuerball ist hinter den Bergen verschwunden oder im Meer abgetaucht.

Foto: Knut Becker, aboutpixel.de

Wenn Sie das nicht erleben wollen, müssen Sie sich gründlich vorbereiten. Prüfen Sie einige Stunden vorher die Batterie und sorgen Sie dafür, dass sie voll geladen ist. Das Stativ kann man eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang aufbauen. Wo die Sonnen verschwinden wird, sieht man, wenn man die Bahn der Sonnen fünfzehn bis 20 Minuten lang mit dem Blick verfolgt, die Parabel im Geiste komplettiert und schaut, wo sie den Horizont schneidet. Dorthin sollte die Kamera ausgerichtet werden. Eine gute Idee ist hier die Anwendung der Zwei-Drittel-Regel. Achten Sie auch auf die horizontale Ausrichtung, damit das Meerwasser nicht rechts oder links aus dem Foto herausläuft.

Stellen Sie eine lange Brennweite ein, damit die Sonne dominant im Bild steht. Wenn Ihre Kamera es erlaubt, gibt eine Belichtungsreihe im Nachhinein noch eine Auswahl und auch die Möglichkeit, aus dreien der Fotos ein faszinierendes HD-Bild zu generieren, das als Poster in Ihrer Wohnung einen guten Eindruck macht!

Lange Teleobjektive

Aufnahmen mit starken Teleobjektiven wirken in der Regel sehr objektiv, denn der räumliche Abstand zwischen Fotograf und Motiv ist deutlich im Bild spürbar. Auch die komprimierte Perspektive, das typische Merkmal eines langen Teles, trägt stark zu diesem Eindruck bei.

Dieser Effekt wird mit ansteigender Brennweite immer stärker und erinnert bei den längsten Brennweiten schon an einen Blick durch ein Fernglas. Für viele Fotografen fangen die langen Teleobjektive da an, wo die Bilder Details zeigen, die man mit bloßem Auge nicht mehr erkannt hätte. Die Reichweite von Teleobjektiven ab 300 mm ist ja auch deutlich höher als die unserer Augen und kann deshalb oft überraschende Einzelheiten offenlegen.

Bei diesen ganz langen Brennweiten werden die typischen Charakteristiken von Teleobjektiven nahezu übertrieben deutlich, leider aber auch die Probleme. Gerade im öffentlichen Raum schaffen sie aber die Chance, Menschen ganz unbemerkt abzulichten, da man damit aus extrem großer Distanz fotografieren kann. Bei einer Sensorgröße von 24 x 16 mm und einer Brennweite von 400 mm können Sie noch aus 8 Meter Entfernung einen Kopf formatfüllend fotografieren.

Porträts mit dem Teleobjektiv

Die längeren Brennweiten eignen sich auch optimal für Portraits über eine größere Distanz hinweg. Das kann über eine Straße hinweg sein oder einfach nur aus einer Entfernung von zehn Meter oder mehr.

Fotos, die mit einem Weitwinkel gemacht wurden, ziehen ja nicht nur den Fotografen, sondern auch den Betrachter förmlich in die Szene mit hinein, während längere Brennweiten den Eindruck einer größeren Distanz erzeugen.

Es ist für die Porträtfotografie natürlich besonders vorteilhaft, wenn der Fotograf mit einer längeren Brennweite mehr Abstand vom Modell halten kann und deshalb von diesem mehr oder weniger unbemerkt bleibt. Das Modell fühlt sich dann freier und nicht so beengt und wird sich auch natürlicher verhalten als bei einem Porträt aus kurzer Distanz.

Man verwendet die Teleobjektive für diesen Zweck aber nicht nur, weil sie so unaufdringlich sind, sondern auch wegen ihrer spezifischen Wirkung, genau wie beim Weiwinkelobjektiv auch. Für Portraits eignen sich besonders mittlere Teleobjektive mit einer Brennweite von 100 bis 200 mm.

Verwacklungsfreie Aufnahmen durch Bildstabilisatoren

Foto: itchys
Lizenz: CreativeCommons Attribution 2.0 Generic

Je länger die Brennweite des verwendeten Objektivs ist, um so schwieriger lassen sich unscharfe Aufnahmen durch Kameraverwacklungen vermeiden. Als Faustregel gilt: Wenn die Belichtungszeit kürzer ist als der Kehrwert der Brennweite, kommt es zu keiner Unschärfe durch Wackler. Bei einem 200 mm-Objektiv sollte also eine Belichtungszeit gewählt werden, die kürzer als 1/200 s ist.

Wenn auf Grund der Lichtverhältnisse längere Belichtungszeiten notwendig sind, sollte ein Stativ verwendet oder die Kamera zumindest abgestützt werden. Ist das nicht möglich sein, hilft bei manchen Kameras ein Bildstabilisator weiter. Hierfür wurden verschiedene Verfahren entwickelt. Das einfachste ist die Verwacklungsreduktion. In diesem speziellen Aufnahmemodus erhöht die Kamera automatisch die Empfindlichkeit des Bildsensors. Dadurch sind kürzere Belichtungszeiten möglich und das Verwacklungsrisiko sinkt. Allerdings muss unter Umständen ein stärkeres Rauschen in Kauf genommen werden.

Eine weitere Methode ist das digitale Bildstabilisierungs-Programm. Hierbei wird das unscharfe Bild nach der Aufnahme von der Kamera korrigiert. Während der Aufnahme wird die Richtung der Verwacklung aufgezeichnet. Wenn der Fotograf das Bild schärfen möchte, wird diese Information ausgewertet. Der Mikroprozessor der Kamera berechnet dann die notwendigen Korrekturen und schreibt das bearbeitete Bild als neue Datei auf die Speicherkarte.

Die fortgeschrittenste Technologie ist der mechanische Bildstabilisator. Hier sind derzeit zwei Varianten verbreitet. Bei beiden Verfahren registriert ein Sensor die Kamerabewegungen. Bei der ersten Methode bewegen Mikromotore in den Objektiven spezielle Linsenelemente, die die Wirkung der Kamerabewegung kompensieren. Allerdings funktioniert dieses Verfahren nur mit speziellen Objektiven. Dieser Nachteil wird bei der zweiten Variante vermieden. Hier wird der Bildsensor selbst bewegt. Der Fotograf kann daher auch ohne besondere Objektive vom Bildstabilisator profitieren.

Objektive: Brennweite, Vergrößerung und Qualität

Die Brennweite des Objektivs gibt den Vergrößerungsfaktor an. Die Maßeinheit dafür ist mm. Das Standardobjektiv hat ungefähr den gleichen Blickwinkel wie das Auge des Menschen und eine Brennweite von 50 mm.

Brennweiten 50 und 200 im Vergleich

Brennweiten 50 und 200 im Vergleich

Wenn man ein Teleobjektiv mit 800 mm Brennweite benutzt, erreicht man damit die 16-fache Vergrößerung im Verhältnis zum Standardobjektiv und damit auch im Vergleich zu dem, was man mit den eigenen Augen sieht.

Mit einer Brennweite von 200 oder 300 mm kommt man nicht sehr weit. Ab 500 mm Brennweite ist man zumindest bezüglich der Vergrößerung auf dem professionellen Level angekommen. Aber Vergrößerung allein ist nicht Alles. Es hat schon seinen Grund, warum ein Profi-Objektiv bis zum Hundertfachen eines Wald- und Wiesen-Teleobjektivs wie dem Danubia kosten. Diese Objektive sind merklich schärfer und brillanter und lassen vor allem mehr Licht auf den Chip fallen als die Objektive für Amateure.

Wer nicht zu den privilegierten Besitzern eines Profi-Objektivs gehört, kann sich damit trösten, dass ein scharf gezeichnetes Foto mit einem Amateur-Objektiv allemal besser ist als ein kleiner Verwackler mit einem Profi-Zoom.

Die Brennweite eines Objektivs

Für jedes Objektiv ist die Aussage der Brennweite bestimmend, denn, je höher die Brennweite ist, umso weiter kann die Entfernung zum Motiv gewählt werden, ohne dass die Qualität der Fotografie dadurch beeinträchtigt wird. Die Angabe der Brennweite stimmt mit der Höchstentfernung in Metern überein. Je größer die Entfernung ist, umso enger wird der abgebildete Winkel des Motivs. Nach ihren Brennweiten sind Objektive in Weitwinkelobjektive, Normalobjektive und Teleobjektive unterteilt. Zoom-Objektive decken oft verschiedene Bereiche ab. Der Normal- oder Standardbereich bewegt sich um die Brennweite 50, die dem Blickwinkel des menschlichen Auges gleich ist. Mit der Unendlich-Einstellung der Entfernungsangabe kann ein Normalobjektiv also Fotos bis zu einer Entfernung von fünfzig Metern erstellen. Alle Brennwerte unter 50 sind dem Weitwinkelbereich zuzuordnen, der über den menschlichen Blickwinkel hinausgeht. Die Verwendung von Weitwinkelobjektiven bietet sich für große Landschaftsaufnahmen oder Gruppenfotos an. Ist ein Motiv aber weiter entfernt, als fünfzig Meter, so wird für eine scharfe Aufnahme dieses Motivs ein Teleobjektiv mit einer Brennweite, die höher ist, als 50, benötigt.