Beiträge gettagt mit Blende
Einführung in die Digitalfotografie 18: Und immer wieder Schärfentiefe
14. Apr
Die Schärfentiefe ist ein Thema, das Profifotografen aus dem FF beherrschen, Hobbyfotografen aber immer wieder beschäftigt. In der Geschichte der Fotografie wurde zunächst großer Wert auf vollständig scharf abgebildete Motive gelegt. Dieser Wunsch ist nachvollziehbar, denn zunächst entdeckte man, dass sich die Realität in Bildern ablichten lässt, und wollte dieses Ziel auch möglichst exakt erreichen. Da die ersten Kameras sowieso eher unscharfe Bilder erzeugten, war die absolute Bildschärfe erklärtes Ziel der Fotografen. Schärfentiefe war in dieser Zeit also nur darauf ausgelegt, das vollständige Bild scharf darzustellen. Als die Technik dann so weit entwickelt war, dass sich dieser Wunsch zumindest über eine bestimmte Entfernung erfüllen ließ, waren vollständig scharfe Aufnahmen besonders beliebt. Auf einen künstlerischen Wert der Bilder legten zu Beginn der fotografischen Entwicklung nur wenige Fotografen Wert. Die Ansicht, dass ein vollständig scharf dargestelltes Foto eher reizlos und leblos erscheint, hat sich erst etwa seit den 1970er Jahren durchgesetzt. Seitdem hat der Begriff Schärfentiefe noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Heute stellen Fotografen Bilder mit einer Bildtiefe dar, die gut strukturiert sind und eine möglichst dreidimensionale Wiedergabe der abgebildeten Situation leisten sollen. Die Bildtiefe widerspricht dabei in gewisser Weise der Schärfentiefe, weil unscharf dargestellte Vorder- und Hintergründe eine besondere Tiefe des Bildes erzeugen.
Die Schärfentiefe hat sich also vom Hauptzweck zu einem Gestaltungselement entwickelt. Die wichtigsten technischen Einrichtungen einer Kamera, mit der Bildschärfe und Schärfentiefe beeinflusst werden können, sind die Entfernungseinstellung, die Blende und die Belichtungszeit. Alle drei Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Der Blende kommt dabei die größte Bedeutung zu. Fotografen arbeiten bei der Aufnahme lebhafter, gut strukturierter Fotografien mit verschiedenen Schärfeebenen. Die optimale Schärfeebene ist sehr dünn und umfasst nur das eigentliche Motiv. Vor und hinter der optimalen Schärfeebene befinden sich die Bereiche der akzeptablen Schärfe. Diese drei Bereiche bilden zusammen die Schärfentiefe. Darüber hinausgehende Entfernungsbereiche werden zunehmend unscharf und stellen daher eine optische Trennung dar. Die Schärfentiefe trennt also in einer gut strukturierten Aufnahme das Motiv von seinem Hintergrund.
Hyperfokale Distanz
14. Aug
Einer der vielen Fachbegriffe, mit denen Profi-Fotografen tagtäglich umgehen, die dem Hobbyfotografen aber doch vielleicht ein bisschen fremdartig erscheinen, ist die Hyperflokale Distanz. Die Hyperflokale Distanz steht in einem engen Zusammenhang mit den Zerstreuungskreisen, die so beschaffen sind, dass ein Foto für das menschliche Auge gerade noch scharf erscheint.
Dabei handelt es sich um die größte Fokussierungsentfernung, die zwangsläufig im hinteren Bildbereich einen unendlich großen Zerstreuungskreis besitzt, also deutlich unscharf ist. Aufgrund der richtigen, hyperfokalen Entfernungseinstellung verschiebt sich dieser Punkt auf eine sehr weite Entfernung. Wird das Objektiv auf die Hyperfokale Distanz ausgerichtet, dann erstreckt sich die Schärfentiefe über einen Bereich von der halben Strecke zwischen der Kamera und der hyperfokalen Entfernung mit der Folge, dass ein großer Entfernungsbereich scharf dargestellt wird. Gleichzeitig wird aber anders, als bei der Einstellung “undendlich” nicht der vordere Bildbereich unscharf, sondern ebenfalls noch in den Bereich einer ausreichenden Schärfentiefe einbezogen. Die Hyperfokale Distanz ist abhängig von der Brennweite des Objektivs und der gewählten Blende. Sie ist daher nicht immer leicht zu definieren. Um diese ideale Einstellung zu bestimmen, bietet sich eine Fokussierung im Bereich des ersten Entfernungsdrittels zum Hauptmotiv an. Um die Hyperfokale Distanz exakt berechnen zu können, ist die Kenntnis über den Cropfaktor des Sensors notwendig und ein aufwendiges Berechnungsverfahren. Im Internet sind Online-Rechner für diesen Zweck verfügbar, jedoch hat man sie beim Fotografieren selten zur Hand.
Das Mondlicht
19. Mai
Der Mond reflektiert das Licht, das von der Sonne kommt, und zwar sehr, sehr schwach. Der helle Vollmond ist fast eine halbe Million Mal schwächer als unsere Sonne. Deshalb braucht man auch für Fotos im Mondlicht lange Verschlusszeiten bei weit offenen Blenden und empfinflicher Einstellung des Sensors – schließlich liegt die Helligkeit 19 Blendenschritte unter den Bedingungen des Tageslichts.
Einen ersten Test machen Sie am besten mit einer Minute, Blende f2.8 und einer ISO-Empfindlichkeit von 200 und schauen sich das Ergebnis auf dem Display der Kamera an.
Dermaßen lange Verschlusszeiten verführen dazu, eine höhere ISO-Zahl einzustellen, aber das würde das Rauschen merklich verstärken, so dass die längere Belichtung mit normaler Empfindlichkeit vorgezogen werden sollte. Ein Stativ braucht man sowieso für solche Aufnahmen, so dass das Verwackeln kein so großes Problem ist.
Solche Aufnahmen zeigen nur durch die fehlenden Schatten und vielleicht ein paar Sterne, dass sie nachts gemacht wurden. Deshalb sollte man durchaus ein bis zwei Blendenschritte zurück gehen, um in dem Foto auch unsere normale Sicht bei Mondlicht zu treffen. Dazu gehört auch eventuell eine Verringerung der Sättigung oder eine Erhöhung des Blauwerts, um das Bild authentischer zu gestalten.
Quellen des Lichtes
16. Mai
Die weitaus häufigste Lichtquelle in der Fotografie ist das Tageslicht. Deshalb sind auch der Verschluss, die Blende und die Sensorempfindlichkeit optimal darauf abgestimmt.
Gleichzeitig ist das Licht der Sonne aber auch die hellste Lichtquelle. Wenn man direkt in die Sonne fotografiert, ist die Helligkeit dermaßen groß, dass kein Sensor und kein Filter diese Menge an Licht noch korrekt verarbeiten können.
Die üblichen Digitalkameras liefern ihre qualitativ besten Ergebnisse bei ISO 100 oder 200. An klaren Tagen liegen die normalen Belichtungszeiten mittags mit Blende f16 bei 1/125 oder 1/250 Sekunde.
Im Vergleich dazu sind alle anderen Lichtquellen ziemlich schwach auf der Brust, und anderes als fotografisches Licht, zum Beispiel Straßen- oder Wohnungsbeleuchtung, kann ziemliche Probleme verursachen. Auch Fotolicht ist nicht einfach handzuhaben, meist ist es zu schwach, und man kommt kaum in Gefahr, über zu belichten.
Bei Nahaufnahmen wie Stillleben ist das noch zu bewältigen, aber bei größeren Szenen braucht man für eine ausreichende Ausleuchtung meist eine aufwändige und damit teure Ausstattung.
Makros aus der aufblühenden Natur
02. Mai
Nachdem sich die Schneeglöckchen und Krokusse im März noch ziemlich allein in einer weitgehend unbegrünten Umgebung ans Licht drängen, ist im April schon sehr viel mehr frisches Grün in der Natur zu sehen und die Blüten setzen bunte Akzente.
Den gelben Sträuchern blühenden Forsythiers folgt dann der Flieder, einfach und stark duftend oder in der fotogenen Sorte doppelt, die zwar nicht diesen überwältigenden Geruch, dafür aber klar das überzeugendere Aussehen hat.
In dieser Zeit ist Hochkonjunktur für Makroaufnahmen der wieder erwachenden Natur.
Denken Sie daran, dass der Schwerpunkt des Bildes auf zwei Drittellinien liegen sollte und verwandeln Sie den Hintergrund durch entsprechende Einstellung der Schärfentiefe in eine Samtunterlage, auf der Ihr Motiv optimal zur Geltung kommt.
Um eine geringe Schärfentiefe für solche Bilder zu erreichen, muss die Blendenöffnung groß sein. Eine Blende zwischen 2,8 und 8 ist dafür je nach Helligkeit eine gute Wahl. Da die Belichtungszeit dabei recht kurz ist, um die große Blendenöffnung zu kompensieren, ist ein Stativ nicht unbedingt nötig, denn die Gefahr des Verwackelns ist gering.
Blende und Schärfentiefe – wichtige Grundlagen der Fotografie
16. Apr
Als Blende bezeichnet man die Öffnung des Objektivs während der Aufnahme. Der Blendenring befindet sich innerhalb des Objektivs und besteht aus beweglichen Lamellen, die geschlossen sind und nach dem Betätigen des Auslösers eine kreisförmige Öffnung bilden. Diese Öffnung ist in verschiedenen Größen einstellbar und lässt daher mehr oder weniger Licht in den Kamera-Hintergrund eindringen. Auf diese Weise wird die Schärfentiefe der Fotografie beeinflusst. Die stufenweise Einstellmöglichkeit der Blendenöffnung folgt einer internationalen Norm und reicht bei den meisten Spiegelreflexkameras von 2,8 bis 22, kann aber auch Werte zwischen 1 und 90 annehmen. Für viele ist es verwirrend, dass die Blende bei einem niedrigen Wert weiter geöffnet ist, als bei einem hohen. Das liegt daran, dass der Blendenwert einen Quotienten aus dem Öffnungsverhältnis und der Brennweite bildet und daher eigentlich eine Bruchzahl darstellt. Daher wird die Blende auch mit dem Buchstaben F als Abkürzung für Fraction, dem englischen Wort für Bruchteil, benannt. Er wird aber nur in Form des Nenners bezeichnet. Jede Veränderung des Blendenwerts verdoppelt oder halbiert den Lichteinfall. Je größer die Blende gewählt wird, umso geringer ist also der Lichteinfall und umso höher ist die Schärfentiefe der Fotografie. Das bedeutet, dass das Bild auch einen weit entfernten Hintergrund noch scharf darstellt. Umgekehrt werden mit einer weiten Blendenöffnung Fotos mit einem verschwommenen Hintergrund und einem scharfen Vordergrund erzielt. Die Blende steht in einem engen Zusammenhang mit der Belichtungszeit. Je weiter die Blende geöffnet ist, umso kürzer kann die Belichtungszeit gewählt werden.
Die Sonne und andere Lichtquellen
11. Apr
Die Sonne ist nicht nur die am häufigsten genutzte, sondern auch die hellste Lichtquelle für Fotos. Wenn man direkt in die Sonne fotografiert, kann kein Film und auch noch kein Sensor diese Helligkeit korrekt verarbeiten.
Die besten Ergebnisse liefern digitale Kameras bei ISO 100 oder 200. Mittags an klaren Tagen liegen die Belichtungszeiten bei Blende f16 bei 1/250 oder 1/125 Sekunde. Dagegen kann man die meisten Quellen von künstlichem Licht als schwach bezeichnen.
Es gibt einen Hauptunterschied zwischen Sonnen-und Kunstlicht: die Entfernung der Lichtquelle von der Szene. Sie kennen das von Fotos, die im Dunklen nur mit einem Blitzlicht aufgenommen wurden. Alles, was sehr nah am Blitz ist, wird ausgeleuchtet, aber dahinter wird es schnell dunkel. Nach wenigen Metern sind keine Details mehr in den Schatten zu erkennen.
Das liegt daran, dass die Beleuchtungsstärke quadratisch mit der Entfernung abnimmt. Also wird bei doppelter Entfernung nur noch ein Viertel der Helligkeit erzielt, bei dreifacher Entfernung nur noch ein Zehntel. Im Grunde gilt das auch für die Sonne, aber weil sie so weit weg ist ( ca. 150 Millionen Kilometer), kann zwischen zwei Stellen auf der Erde kein Unterschied mehr festgestellt werden.
Die korrekte Belichtung
10. Apr
Die Belichtung ist von drei Größen abhängig, der Blende, der Belichtungszeit und der Empfindlichkeit des Films.
Man kann das korrekte Belichten eines Filmes mit dem korrekten Füllen eines Glases mit Wasser vergleichen. Dann sagt der Blendenwert, wie weit der Wasserhahn aufgedreht ist, die Belichtungszeit, wie lange er ausgedreht bleibt und die ISO-Empfindlichkeit gibt den Wasserdruck auf der Leitung an. Um eine bestimmte Menge Wasser ins Waschbecken zu bekommen, lassen sie den Wasserhahn eine bestimmte Zeit lang voll aufgedreht laufen. Wenn Sie ihn nur halb aufdrehen, brauchen sie die doppelte Zeit für die gleiche Wassermenge.
Die Reihe der üblichen Blendenwerte ( 1 – 1,4 – 2,0 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32) ist so aufgebaut, dass mit jeder Stufe die doppelte bzw. die halbe Lichtmenge durchgelassen wird. Das gleiche gilt für die Reihe der üblichen Belichtungszeiten (8 – 4 – 2 – 1 – 1/2 – 1/4 – 1/8 – 1/15 – 1/30 – 1/60 – 1/125 – 1/250 – 1/500 – 1/1000 – 1/2000). An einigen Stellen sind ganz leichte Abweichungen, um glatte Zahlen zu erreichen. Wenn Sie also die Blende von 5,6 auf 8 verkleinern, müssen Sie die Belichtungszeit z.B. von 1/500 Sekunde auf 1/125 Sekunde verlängern, und Sie haben die gleiche Lichtmenge in die Kamera gelassen. Die Paare von Blendenwert und Belichtungszeit in der Grafik führen alle zur gleichen Belichtung – die Schärfentiefe nimmt aber in der Tabelle von links nach rechts zu.
Die ASA-Empfindlichkeit verläuft auch linear. Deshalb kann man den Wechsel von 100 auf 200 ASA (doppelt so empfindlich) durch halbieren der Belichtungszeit oder durch Auswahl des nächst höheren Blendenwertes (also der nächst kleineren Blendenöffnung) ausgleichen.
Die Funktion der Blende
10. Apr
Mit der Blende in Fotoapparaten verändert man den Lichtdurchlass durch das Objektiv der Kamera. Meist ist sie als Lamellenblende konstruiert und besteht aus im Kreis angeordneten Blechlamellen, die man mit der Blendeneinstellung so verstellen kann, dass die runde Öffnung für das Licht im Zentrum der Blende und damit auch die einfallende Lichtmenge größer oder kleiner wird.
Die Blende regelt, wie stark der Film oder bei digitalen Kameras der Sensor belichtet wird. Mit kleiner werdender Blendenzahl wird die Öffnung der Blende immer größer und es kommt immer mehr Licht durch das Objektiv. Bei Blende 5.6 kommt also mehr Licht auf den Sensor als bei Blende 8. Auf diese Weise wird im Zusammenspiel mit der Belichtungszeit die Belichtung des Sensors kontrolliert.
Gleichzeitig hat die Größe der Blendenöffnung Einfluss auf die Schärfentiefe, also den Entfernungsbereich, in dem noch alles scharf abgebildet wird. Dieser Bereich wird mit einer größeren Blendenzahl (und damit einer kleineren Blendenöffnung) auch größer.





