Vielfach entsteht der Eindruck, eine Beeinflussung der Schärfentiefe sei nur durch das Spiel zwischen Blende und Belichtungszeit möglich. Diese beiden Faktoren spielen zwar die wichtigste Rolle und ziehen eindeutige Ergebnisse nach sich, aber die Schärfentiefe lässt sich auch noch mit anderen fotografischen Mitteln beeinflussen. Eine ebenso wichtige Rolle spielt natürlich die Entfernung der Kamera zum Motiv und nicht zuletzt hängt die erreichbare Schärfentiefe auch vom verwendeten Objektiv und seiner Brennweite ab. Insbesondere die Wahl der Blende ist natürlich objektivabhängig, denn nicht jedes Objektiv bietet einen unendlichen Blendenbereich. Je nach Preisklasse sind die Blendenbereiche der Objektive mehr oder weniger begrenzt. Je hochwertiger ein Objektiv ist, umso größer ist der Blendenbereich insbesondere in Bezug auf die größte Blende mit der kleinsten Blendenöffnung. Das bedeutet, dass mit einem hochwertigen Objektiv Bilder mit einer wesentlich umfassenderen Schärfentiefe möglich sind. Weniger bedeutend ist der Qualitätsunterschied eines Objektivs sicherlich, wenn mit unscharfen Vorder- und Hintergründen gearbeitet wird.

Objektive mit langen Brennweiten sind bezüglich der Schärfentiefe in der Regel stärker begrenzt, als Objektive mit kurzen Brennweiten. Hobbyfotografen, die Wert auf Bilder mit einer starken Schärfentiefe legen, sollten daher Objektive mit großen Blendenbereichen und möglichst kurzer Brennweite einsetzen. Für diffuse Aufnahmen, die das Motiv vor einem unscharfen Hintergrund deutlich abgrenzen, eignen sich stattdessen lange Brennweiten sehr gut und die kleineren Blenden sind vollkommen ausreichend. Der Fotograf hat darüber hinaus immer noch die Möglichkeit, seine Entfernung zum Motiv zu verändern und auf diese Weise mehr Bildschärfe zu erreichen. Je geringer die Entfernung zum Motiv ist, umso unschärfer wird das Bild. Der Bildwinkel ändert sich durch eine größere Entfernung genauso, wie durch eine längere Brennweite des Objektivs. Das hat zur Folge, dass eine größere Entfernung mit einem Objektiv mit langer Brennweite diesen Effekt deutlich verstärkt und das Bild umso unschärfer wird. Mit einer kleineren Brennweite ist daher ein größerer Abstand zum Motiv erforderlich, um eine hohe Schärfentiefe zu erreichen.

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