Archiv für Februar 2012

Mehr Kamera oder mehr Smartphone? Nokia 808 PureView

Bild: Nokia

Auch überzeugte Hobbyfotografen und manchmal selbst Profis kennen das Problem, dass sich in gewissen Situationen hervorragende Bildmotive förmlich aufdrängen. Oft bestand gar nicht die Absicht, zu fotografieren und deshalb ist nicht einmal eine kleine Kompaktkamera dabei. Es ist dann umso ärgerlicher, wenn man sich ein solches Motiv entgehen lassen muss. Ein anderes elektronisches Gerät hat aber heutzutage fast jeder jederzeit in der Tasche, das Smartphone.  Und das Smartphone verfügt auch über eine eigene Kamera. Aufgrund der geringen Qualität und Funktionalität vieler Smartphone-Kameras verzichtet man aber oft von vornherein auf den Versuch, das ideale Motiv aufs Handy zu bannen. Je nach Auflösung und Qualität würde selbst die beste Bildbearbeitungssoftware aus diesen Aufnahmen nicht das herausholen, was das Motiv tatsächlich hergibt. Mit anderen Worten: Die Kameras der meisten Smartphones reichen gerade einmal für oberflächliche Schnappschüsse aus, nicht aber für kunstvoll ins Bild gesetzte Motive. Das soll sich in Zukunft ändern. Zahlreiche Handy-Hersteller integrieren in ihre Smartphones bereits Kameras mit 5, 7 oder sogar 10 Megapixeln.

Bild: Nokia

Das finnische Unternehmen Nokia, das die Entwicklung der neuen Internet-tauglichen Mobiltelefone ein wenig versäumt hat und damit gegenüber anderen Anbietern ein wenig ins Hintertreffen gelangt ist, möchte daher jetzt mit einem neuen Handy-Modell punkten. Das Nokia 808 PureView ist bestimmt das ideale Smartphone für Fotografen, denn es beinhaltet eine Kamera mit einer Auflösung von sage und schreibe 41 Megapixeln. Da drängt sich die Frage auf, ob es sich hier mehr um ein Smartphone handelt, oder um eine Kamera mit Handy-Funktion. Die Auflösung ist sicherlich ein wichtiges Merkmal in der digitalen Fotografie, aber nicht das einzige, das Qualität ausmacht. Deshalb hat Nokia die gesamte Kamera-Ausstattung verbessert. Es beginnt schon mit der hochwertigen Optik von Carl-Zeiss und der dreifachen Zoom-Technik. Mit dieser Ausstattung bietet das Handy nicht nur großformatige Fotos, sondern vor allem qualitativ hochwertige Ergebnisse im herkömmlichen Standard-Bereich.  Natürlich verfügt das Smartphone auch über ein Blitzlicht und nimmt Videos in HD-Qualität auf.

Bildbearbeitung jetzt auch für iPads – Photoshop Touch

Bild: Adobe

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich die innovativen Entwickler von Adobe auch der speziellen Anforderungen von iPads und anderen Tablett-PCs annehmen. Nun ist sie da, die neue Bildbearbeitungs-Software speziell für das iPad.  Adobe stellt sie aktuell auf dem in Barcelona stattfindenden Mobile World Congress vor. Sie ist gar nicht teuer, denn Adobe bietet sie als App für einen Preis unter 10 Euro im iTunes App Store an. Die iPad-Bildbearbeitung ist die erste Software einer ganzen Reihe für die mobile Nutzung, die demnächst auch mit Android und anderen mobilen Betriebssystemen harmonieren wird. Anders, als die umfangreichen Programme für PC und Notebook passt sich Photoshop Touch natürlich den begrenzten Speicherkapazitäten der mobilen Geräte an. Deshalb umfasst jedes App nur einzelne Aufgabenbereiche. Je nach Bedarf haben Nutzer die Möglichkeit, sich verschiedene Apps für die unterschiedlichen Techniken der Bildbearbeitung herunter zu laden.

Bild: Adobe

Neben der auf die Kapazitäten von mobilen Geräten erfolgten Reduzierung des Funktionsumfangs hat Adobe die Software um eine neue Benutzeroberfläche erweitert, um die Bedienung der Touchscreens zu vereinfachen. Abgesehen von einer Bildbearbeitung auf verschiedenen Ebenen  können mehrere Filter eingesetzt werden. Zum Ausschneiden von Bildbereichen bietet die Software ein neues Scribble-Select-Werkzeug an. Damit werden einfach die zu entfernenden Bildbereiche und diejenigen, die bestehen bleiben sollen, mit den Fingern markiert. Der mobilen Nutzung des iPads trägt Adobe natürlich auch mit seiner Bildbearbeitungs-Software Rechnung. Deshalb können neben den Bildern, die mit der integrierten Kamera selbst erstellt wurden, unkompliziert und schnell auch zahlreiche Fotos und Bilder aus den verschiedenen Plattformen des Internets heruntergeladen und bearbeitet werden.  Ebenso einfach ist das Hochladen der bearbeiteten Bilder aus den Dateien von Photoshop Touch. Leicht verständliche und direkt nachvollziehbare Tutorials finden Nutzer von Photoshop Touch direkt im Internet. So erleichtert Adobe seinen Kunden nicht nur das Lernen des Umgangs mit der neuen Software. Vielmehr sind die Erfahrungen, die in den interactive tutorials vermittelt werden, auch hilfreich für den Umgang mit den verschiedenen Photoshop-Programmen am PC.

Einführung in die Digitalfotografie 15: Autofokus und Messfeldsteuerung

Jede moderne Spiegelreflexkamera ist mit Autofokus-Objektiven ausgestattet, egal, ob es sich um eine analoge oder eine digitale Kamera handelt. Selbst Kompaktkameras verfügen weitgehend über Autofokusobjektive und bieten damit zahlreiche Möglichkeiten. Daher ist kaum noch ein Fotograf darauf angewiesen, seine Kamera von Hand scharfzustellen. Ein leichter Druck auf den Auslöser reicht aus und schon erledigt das Autofokus-Objektiv die Einstellung der richtigen Entfernung von ganz allein. Dabei stellt sich aber die Frage, woher das Objektiv denn weiß, in welchem Bereich des Bildes sich das anvisierte Motiv befindet. Die ersten Autofokus-Kameras wussten das tatsächlich nicht und stellten immer automatisch auf die Bildmitte scharf. Ein Hauptmotiv am Rand des Bildes zu platzieren, war daher nur mit einem abschaltbaren Autofokus und unter Anwendung fotografischer Tricks möglich. Dabei mussten zahlreiche Punkte beachtet werden, zum Beispiel die durch die Blende vorgegebene Schärfentiefe und die Belichtungszeit. Musste diese aufgrund der Umstände zu lang gewählt werden, dann drohte noch die Gefahr des Verwackelns.


Moderne Autofokus-Technik gestaltet es dem Fotografen wesentlich leichter, gute und außergewöhnliche Aufnahmen zu erzielen, denn all diese Probleme löst sie automatisch durch ein interaktives Zusammenspiel der Kamerafunktionen. Kritische Bedingungen gibt es mit modernen DSLR-Kameras fast gar nicht mehr. Kritisch ist manchmal eher die Menge an technischen Möglichkeiten. Ein moderner Autofokus ist nicht mehr allein auf die Bildmitte fixiert, sondern teilt den Bildbereich in mehrere Messfelder auf. Das können bei einfacheren DSLR-Kameras drei nebeneinander befindliche Felder sein, fünf oder sieben über den Bildbereich verteilte Felder und bei technisch ausgefeilteren Modellen auch neun. Der Fotograf entscheidet durch Anwahl der jeweiligen Messpunkte, in welchem Bereich sich das scharf dargestellte Hauptmotiv befinden soll. Bei der Scharfstellung beachtet der Autofokus nicht mehr nur die Entfernung zum Hauptmotiv, sondern stellt auch die Blende und die Belichtungszeit passend dazu ein. Soll gleichzeitig mit einem unscharfen Vorder- oder Hintergrund gearbeitet werden, so besteht immer noch die Möglichkeit, manuell einzugreifen. Damit der Autofokus nicht durch mögliche andere Objekte im Bildfeld fehlgeleitet wird, besteht die Möglichkeit einer Voreinstellung im entsprechenden Programm. So weiß der Autofokus, ob er das Motiv im Vordergrund wählen soll, oder ob der Fotograf selbst manuell das gewünschte Messfeld anwählen möchte.