Einstieg in die DSLR-Fotografie 10 – Blendenzahl und Blendenöffnung, ein skurriles Verhältnis
Die Blende sorgt in Verbindung mit der Belichtungszeit dafür, dass ein Foto so wird, wie es sich der Fotograf in den meisten Situationen wünscht, scharf im vorderen und im hinteren Bildbereich. Alle Details sind erkennbar und nichts wirkt verschwommen. Für kunstvolle Fotos ist darüber hinaus oft ein unscharfer Hintergrund oder ein unscharfer Vordergrund gewünscht. In diesen Fällen wird die Blende bewusst so gewählt, dass sie in Verbindung mit der eingestellten Belichtungszeit genau diesen Effekt bewirkt. Dabei geht es dem geübten Hobbyfotografen mit der Zeit in Fleisch und Blut über, dass die Einstellung der Blendenöffnung mit einer gewissen Unlogik verbunden ist, denn je kleiner die Öffnung der Blende ist, umso größer ist ihr Wert. Nicht jedes Objektiv, das an einer Spiegelreflexkamera eingesetzt werden kann, bietet alle denkbaren Blendenöffnungen, sondern der Blendenbereich ist meist begrenzt. Die Angabe der möglichen Blendeneinstellungen findet man zum einen in der Beschreibung des Objektivs, zum anderen ist sie auch am Linsenrand der Objektive angegeben. Die Angabe steht im Verhältnis zur Brennweite des Objektivs und lautet zm Beispiel AF 70-200mm F/4-5,6 für ein Autofocus-Zoom-Objektiv oder 70 mm f 2,8-22 für ein Objektiv mit fester Brennweite.
Genau genommen müssten diese Zahlen nicht einfach als Dezimalzahlen angegeben werden, sondern in Form eines klassischen Bruchs, denn die Blende gibt das Verhältnis der Brenweite eines Objektivs zum Blendendurchmesser an. Der Wert wird aufgrund der Darstellung des Verhältnisses als Kehrwert angegeben. Damit würde ein Blendenwert von zwei in exakter Schreibweise lauten 1 : 2 oder 1/2. Um die Darstellung zu verkürzen und zu vereinfachen, wird dieser Blendenwert aber schlicht als f 2 oder Blende 2 bezeichnet. Damit wird deutlich, warum eine kleine Blendenzahl mit einer großen Blendenöffnung einhergeht. Denn Blende 2 hat in der ausführlichen Darstellung den Blendenwert 1/2 und Blende 16 hat genau genommen den Wert 1/16. 1/16 ist deutlich kleiner, als 1/2, daher ist auch die Öffnung entsprechend kleiner. Die LIchtmenge, die auf den Film oder den Sensor fällt, verringert sich mit der Verkleinerung der Blendenöffnung, und zwar ebenfalls in einem festen Verhältnis. Jede Verkleinerung der Blendenöffnung halbiert den Lichteinfall im Verhältnis zur nächst größeren Einstellung. Moderne Objektive für DSLR-Kameras erlauben eine Verkleinerung der Blendenöffnung nicht nur in ganzen Schritten, sondern auch in kleineren Zwischenschritten.














