Archiv für Januar 2012
Einführung in die Digitalfotografie 14 – Das Gegenlicht hat seinen besonderen Reiz
30. Jan
Eine alte Fotografenweisheit besagt, dass nicht gegen das Licht fotografiert werden darf. Nicht immer aber ist ein Standortwechsel des Fotografen möglich, um die Gegenlichtsituation zu verändern. Manchmal ist das Gegenlicht für den Fotografen gar nicht so leicht erkennbar, weil das menschliche Auge sich bereits an die Lichtverhältnisse gewöhnt hat, die Kamera aber wesentlich empfindlicher reagiert. Ein kleiner Trick besteht darin, so nah an das Motiv heranzugehen, dass es das Bild vollständig dominiert, so nimmt die Kamera die Überbelichtung nicht mehr wahr. Bei kleineren, in der Nähe befindlichen Motiven reicht häufig auch die Verwendung des Blitzlichts aus. Für entfernte Motive und Landschaftsaufnahmen eignet sich diese Technik jedoch nicht. Da jede Regel ihre Ausnahme kennt, waren gewisse Bildsituationen gerade im Gegenlicht schon immer besonders reizvoll. Unabhängig davon sind moderne digitale Spiegelreflexkameras mit zahlreichen Funktionen ausgestattet, um auch in kritischen Belichtungssituationen noch hervorragende Aufnahmen zu realisieren. Die richtige Belichtungseinstellung ist gerade in dieser kritischen Situation das A und O für eine gelungene Aufnahme. Mit ein paar kleinen Tricks lässt sich die Belichtungsautomatik der Kamera überlisten und erlaubt oft sogar besonders reizvolle Ergebnisse. Manchmal reicht eine einfache, manuelle Belichtungskorrektur bereits aus, um die automatischen Messergebnisse der Kamera ein wenig zu verändern. Bei nur leichtem Gegenlicht reicht meist die Anwendung des aktiven D-Lightning-Programms, über das fast alle DSLR-Kameras verfügen, bereits aus. Diese Funktion lässt sich auch im Nachhinein noch in der Bildbearbeitung anwenden und hellt das Motiv ein wenig auf.
Insbesondere alternative Messmethoden tragen aber dazu bei, den überbelichteten Hintergrund zu vernachlässigen und ausschließlich das Motiv in den Mittelpunkt der Belichtung zu stellen. Die häufigste Methode, um das Gegenlicht auszuschalten, ist die alternative Belichtungsmessung auf einem dunkleren Motiv. Dazu sucht sich der Fotograf ein entsprechendes Motiv in gleicher Entfernung, aber einer anderen Richtung. Die meisten Digitalkameras speichern die Belichtungswerte, wenn der Auslölser halb gedrückt wird. Anschließend wird die Kamera wieder auf das gewünschte Motiv geschwenkt und der Auslöser druchgedrückt. Mit Hilfe der Spotmessung gelingen insbesondere Porträts bei Gegenlicht besonders gut.
Neu auf dem Markt: Nikon D 4
25. Jan
Obwohl die geheimnisvolle und lang erwartete Nikon D 800 noch immer auf sich warten lässt, hat Nikon doch zu Anfang des Jahres eine Neuentwicklung auf den Markt gebracht, die D 4. Diese digitale Spiegelreflexkamera spricht ebenfalls professionelle Fotografen an, wartet aber mit anderen Neuerungen auf, als einem außergewöhnlich großen Sensor. Sie reiht sich in die Neuentwicklungen der meisten Kamerahersteller ein mit einer hohen Lichtempfindlichkeit von bis zu ISO 204 800, einer ebenfalls hohen Bildrate mit 11 Bildern pro Sekunde und einem neuentwickelten FX Sensor mit einer Größe und Auflösung von 16,2 Megapixeln. Die Besonderheit dieses Sensors ist der Pixelabstand von 7,3 Mikrometern, der genau genommen jedem Pixel ausreichend Raum lässt, um seine vollständige Wirkung zu erzeugen. Wie die meisten neuen Spiegelreflexkameras erlaubt auch die Nikon D 4 die Erstellung von hochauflösenden Videos, aber mit dem Unterschied, dass diese direkt sendefähig sind, auf Wunsch sogar mit Hilfe eines WLAN-Adapters.
Eine weitere Besonderheit ist ein anderes Ziel, das Nikon mit der D 4 verfolgt, nämlich Langlebigkeit und Robustheit. Die Kamera wurde mit einem neuartigen Verschlussmechanismus ausgestattet, der aus einem Verbundmaterial aus Kevlar und Kohlefaser hergestellt wird. Dieses Material hat eine um etwa dreißig Prozent höhere Haltbarkeit, als die bisherigen Modelle. Auch das Gehäuse der Kamera ist dank seiner Magnesiumlegierung robust und unempfindlich. Darüber hinaus gibt es einige Interessante technische Feinheiten und Ausstattungsmerkmale, die diese Kamera beachtenswert machen. Dazu zählt unter anderem ein neues, lichtstarkes Autofokussystem, das in Verbindung mit dem neuen Sensor auch noch bei schlechten Lichtverhältnissen eine gute Bildqualität hervorbringt. Neben drei Bildfeldoptionen für Full-HD-Videos bietet die Kamera vier verschiedene Optionen für Fotos.
Ein weiteres Novum an der Nikon D 4 ist die außergewöhnlich leistungsfähige Bildbearbeitungssoftware Expeed 3, die gleich mehrere Aufgaben parallel bewältigen kann und dabei zu hervorragenden Ergebnissen führt. Für einen großen Teil der Fotografien, die mit dieser Kamera erstellt und gleich bearbeitet werden, erübrigt sich ein externes Bildbearbeitungsprogramm. Darüber hinaus weist die Nikon D 4 zahlreiche weitere Feinheiten auf von einem herausragenden Motiverkennungssystem über die intuitive Bedienbarkeit bis hin zu zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten für den professionellen Einsatz.
Spiegelreflexkameras jetzt auch mit Vollformat-Sensor
25. Jan
Seit dem Sommer 2011 erwarten Hobby- und Profifotografen die angekündigte Nikon D 800. Sie soll der Nachfolger der D 700 sein und einige Besonderheiten mit sich bringen, die es in der digitalen Spiegelreflexfotografie bisher noch nicht gab. Noch immer ist die Kamera nicht auf dem Markt und Nikon gestaltet es auch sehr geheimnisvoll. Da die japanischen Unternehmen durch die Naturkatastrophen Anfang 2011 teilweise stark beeinträchtigt wurden, mussten sie wohl auch einige Entwicklungs- und Produktionsverzögerungen in Kauf nehmen. Aber dadurch erhöht sich auch die Spannung und es mag sein, dass der Run auf die neuen Produkte, wenn sie dann in den Geschäften erscheinen, umso größer ausfällt. Es ist den japanischen Unternehmen zu gönnen. Nach neuesten Informationen soll die Kamera nun auf der japanischen Messe CP+ im Februar 2012 präsentiert werden.
Offizielle Fotos gibt es derzeit noch nicht, obwohl bereits einige Fotos im Internet kursieren. Danach unterscheidet sich die Kamera äußerlich durch ihre Maße vom Vorgänger. Sie wirkt insgesamt etwas quadratischer und soll kleiner und leichter ausfallen, als die D 700. Das Gehäusedesign behält Nikon grundsätzlich bei und beschränkt auf einige kleine Veränderungen. Große Unterschiede zum Vorgänger werden wohl die technischen Möglichkeiten aufweisen. Die wichtigste Neuerung wird der Sensor sein, der mit 36 Megapixeln alles übertrifft, was es bisher in der digitalen Spiegelreflexfotografie gegeben hat. Damit ist die D 800 sozusagen eine Vollbildkamera, deren Format mit dem eines Kleinbildfilms in der analogen Fotografie vergleichbar ist. Als Neuentwicklung ist die Nikon D 800 auch in der Lage, Videos aufzunehmen, und zwar in Full HD Qualität mit 1920 x 1080 Bildpunkten. Mit CF und SD Kartenslots wird der Einsatz der D 800 flexibler sein. Außerdem soll das neue Modell über einen 3,3 Zoll großen, schwenkbaren Monitor verfügen und nicht mit einem integrierten Blitz ausgestattet sein. Ein verbesserter Autofokus und Verschlusszeiten bis zu 1/16000 Sekunde sind bei neuen Modellen grundsätzlich zu erwarten. Mit dem erwarteten Preis ab 3 000 Euro aufwärts ist die Nikon D 800 dem Professional Bereich zuzuordnen.
Lichtfeldkamera – die neueste digitale Fototechnik
16. Jan
Seit der Entwicklung der digitalen Fotografie waren technische Neuigkeiten mit höheren Auflösungen und flexibleren Einsatzmöglichkeiten verbunden. Mit dem neuesten Modell, der Lichtfeldkamera von Lytro bieten sich den Fotografen ganz neue Möglichkeiten. Die Kamera, die ab Anfang 2012 den Markt der USA erobern soll, macht nicht durch eine hohe Auflösung oder einen extremen Autofocus auf sich aufmerksam, sondern eher dadurch, dass ihr all diese technischen Feinheiten fehlen. Videos erstellt die Lichtfeldkamera nicht und auch das Display ist eher klein geraten. Einen Designpreis für ein elegantes Gehäuse wird die Lytro Lichtfeldkamera ebenfalls nicht gewinnen. Megapixel gibt es in der Lichtfeldfotografie nicht, stattdessen überzeugt die neue Kamera von Lytro mit elf Millionen Megarays, Lichtstrahlen, die sie einfängt und zur späteren Bildbearbeitung zur Verfügung stellt. Die neue Technik bietet Fotografen ungeahnte Möglichkeiten, aber Fachleute warnen auch davor, dass die Bilder keine hohe Auflösung erreichen. Lytro jedenfalls möchte mit der neuen Lichtfeldfotografie die Digitalfotografie und die Art, in der Bilder betrachtet werden, revolutionieren.
Die besondere Technik der Lichtfeldkamera besteht in einem ausgeklügelten Mikro-Linsensystem, das im Prinzip mehrere Kameras in einer vereinigt. Mit Hilfe der speziellen Lichtfeld-Bildbearbeitungssoftware können Fotografen nachträglich entscheiden, welcher Teil des Motivs in den Mittelpunkt des Bildes rücken soll. Wahlweise lässt sich der Vordergrund oder der Hintergrund des Bildes scharf darstellen. Sogar dreidimensionale Darstellungen mit frei wählbaren Schärfe-Einstellungen soll die neue Lichtfeld-Kamera ermöglichen, sofern ein 3D-Bildschirm zur Verfügung steht. Früher wurden für Lichtfeld-Fotografien 100 Kameras und ein Supercomputer benötigt. Die neue Entwicklung von Lytro erlaubt all das in einer Kamera und mit einer Bildbearbeitungssoftware, die zunächst nur für Apple Mac zur Verfügung steht, aber auch für Windows-Computer bereits in der Entwicklung ist. Lytro bietet zwei verschiedene Lichtfeldkameras mit 8 Gigabyte Speicherplatz für 350 Bilder und 16 Gigabyte für 750 Bilder an. Die Preise für die Kameras werden sich zwischen 280 und 360 Euro belaufen. Ab wann die Kameras auch auf dem deutschen Markt erhältlich sind, ist bisher nicht bekannt.
Einführung in die Digitalfotografie 13 – Gezielte Belichtungskorrektur
02. Jan
Eine Belichtungskorrektur ist immer dann notwendig, wenn die von der Kamera automatisch ermittelten Belichtungswerte nicht den Vorstellungen des Fotografen entsprechen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. So soll zum Beispiel ein helles Motiv vor einem dunklen Hintergrund besonders hervorgehoben oder einfach eine besondere Lichtstimmung eingefangen werden, die die Kamera durch ihr Bestreben, immer optimale Lichtverhältnisse anzuwenden, zerstören würde. Auch Fotografien bei ungünstigen Lichtverhältnissen, z. B. in der Dämmerung oder Blitzaufnahmen und Gegenlichtaufnahmen erfordern eine Korrektur der voreingestellten Belichtungswerte. Bei Anwendung der Belichtungskorrektur verändert die Kamera nicht die Belichtungszeit, sondern variiert die Belilchtungsverhältnisse mit Hilfe der Blende. Um die Belichtungskorrektur jederzeit ohne aufwändige Einstellungen in den Kameraprogrammen vornehmen zu können, sind Spiegelreflexkameras mit einem speziellen Knopf ausgestattet, der ausschließlich zur Belichtungskorrektur dient. In der Regel befindet sich der Knopf in unmittelbarer Nähe des Auslösers, so dass er besonders einfach zu bedienen ist.
Zur Einstellung der Belichtungskorrektur muss der Knopf gedrückt und gleichzeitig ein Einstellrad bedient werden, dass sich meist am oberen Rand der Rückseite der Kamera befindet. Mit dem Einstellrad lassen sich Plus- und Minus-Werte einstellen, die eine weitere Öffnung oder Schließung der Blende zur Folge haben. Die Veränderung der Belichtungswerte wird gleichzeitig im Sucher angezeigt und kann daher beobachtet werden. DSLR-Kameras verändern die Blende mit Hilfe der Belichtungskorrektur nicht in ganzen Schritten, sondern in kleineren Blendenschritten. Abhängig von der Qualität der Kamera reichen die Schritte von einem Drittel bis hin zu deutlich feineren Werten. Die Möglichkeiten der Belichtungskorrektur sind bei fast allen DSLR-Kameras begrenzt. Meist sind zwei Blenden nach oben oder unten möglich. Einige Kameras bieten aber auch jeweils fünf und mehr ganze Blenden an. Wie sich die jeweilige Veränderung der Belichtungswerte mit Hilfe der Belichtungskorrektur auswirkt, lässt sich zum einen auf experimentellem Weg feststellen, indem jeweils eine neue Aufnahme mit verändertem Wert erstellt wird, oder in der sogenannten Highlight-Ansicht des Displays. Unter den Menüpunkten bietet sich dafür meist unter den individuellen Einstellungsfunktionen der Menüpunkt Bildkontrolle an.
Einstieg in die DSLR-Fotografie 12 – Automatische Belichtungsmöglichkeiten
02. Jan
Eine digitale Spiegelreflexkamera ermöglicht nicht nur einen Weg der Belichtungsmessung. Die moderne Technik ist darauf eingestellt, dass Motive sich nicht immer nur über das gesamte Bildspektrum erstrecken, sondern einzelne Bereiche stärker hervorgehoben werden sollen. Typische Belichtungsfelder, wie sie auch einfache Spiegelreflexkameras für den Anfänger in diesem wunderschönen Hobby bieten, sind neben der mittenbetonten Belichtungsmessung, wie sie auch jede Kompaktkamera anwendet, die Spotmessung, die Matrix-Belichtung oder das D-Lighting. Nicht zuletzt trägt die Möglichkeit der Aufnahmen im jeweiligen RAW-Format der Kamera mit anschließender Bildbearbeitung zu einer Beeinflussung der Lichtverhälnisse bei, sowie ein High Dynamic Range-Programm, mit dem ebenfalls auch einfache DSLR-Kameras schon ausgestattet sind. Nicht nur die Einstellmöglichkeiten für die Belichtungswerte bieten dem Fotografen in der Digitalfotografie zahlreiche Möglichkeiten, sondern auch die Überprüfung der Werte. In Histogrammen lassen sich zum Beispiel die gewählten Belichtungen genau beobachten. Sie zeigen auf, wie die Höchstlichtwerte bei jeder einzelnen Aufnahme ausgefallen sind. Insbesondere dann, wenn ein Motiv mit verschiedenen Belichtungseinstellungen aufgenommen wurde, kann daher ein Histogramm hilfreich für die Findung des Idealwerts sein. Histogramme tragen damit auch dazu bei, eine ideale und den individuellen Ansprüchen genügende Belichtung zu finden. Zeigt das Histogramm eine Überbelichtung an, so weiß der Fotograf, dass er mit Hilfe der Belichtungskorrektur einen niedrigeren Wert wählen muss. Ist das Motiv hingegen unterbelichtet, so wählt der Fotograf für die Belichtungskorrektur einen höheren Wert.
Die verschiedenen Belilchtungstechniken sind insbesondere dann von Vorteil, wenn Motiv und Hintergrund unterschiedliche Lichtverhältnisse bieten, wenn also zum Beispiel ein sehr helles Motiv vor einem sehr dunklen Hintergrund dargestellt werden soll oder umgekehrt. Die mittenbetonte Belichtungsmessung wird in einem solchen Fall einen Mittelwert wählen. Damit entsteht eine gewisse Belichtungsharmonie, aber es ist nicht möglich, das Motiv von dem Hintergrund abzuheben. Genau das ist aber häufig der gewünschte Effekt. Eine Kamera, die mit Matrix-Belichtungsmessung ausgestattet ist, misst zahlreiche Einzelfelder des Bildes aus, bevor sie die Belichtungswerte einstellt und kommt dem Fotografen damit entgegen. Noch interessanter ist eine Spotmessung, denn sie legt ausschließlich das anvisierte Motiv zugrunde und vernachlässig die Umgebung.
Einstieg in die DSLR-Fotografie 11 – Kameraeinstellungen mit Speicher überlisten
02. Jan
Schon mehrfach war im Fotoblog die Rede davon, dass in gewissen Situationen eine Belichtungskorrektur vorgenommen werden sollte oder sogar muss, weil die Einstellungen, die die Kamera automatisch auswählt, für die jeweilige Aufnahmesituation ungünstig ist. Eine moderne digitale Kamera mit ihren zahlreichen Automatismen ist ebenso, wie eine kompakte Digitalkamera immer bemüht, die Einstellungen so zu wählen, dass sie zu einem optimalen Ergebnis führen. Ein optimales Ergebnis aus der Sicht der Kamera ist in allen Bereichen ideal belichtet und stellt ein scharfes Motiv im Vordergrund und im Hintergrund dar. Während Kompaktkameras von dieser Einstellung nur selten abweichen können, hat der Fotograf mit einer Spiegelreflexkamera zahlreiche Möglichkeiten, die Voreinstellungen der Kamera zu verändern, wenn sein Bild nicht den aus objektiver Sicht betrachteten Idealwerten entsprechen, sondern indivudelle Ideale erfüllen soll. Zu diesem Zweck verfügen Digitalkameras über verschiedene Aufnahmeprogramme, die mehr oder weniger freie Hand bei der Einstellung erlauben. So kann im Programm M (Manuell) jede Einstellung von Hand vorgenommen werden. Wie sich das Verhältnis von Blende und Belichtungszeit auf die Schärfentiefe auswirkt, wurde schon in zahlreichen Beiträgen beschrieben. Aber oft möchten Fotografen sich die automatischen Fähigkeiten der Kamera zunutze machen und dennoch kleine Veränderungen vornehmen. Auch das ist in den automatischen Programmen möglich, wenn man den einen oder anderen kleinen Trick anwendet.
Insbesondere zur Belichtungskorrektur bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Gerade, wenn eine Bildserie zur Erstellung einer Panoramafotografie erstellt werden soll, können unterschiedliche Belichtungswerte nicht nur störend wirken, sondern das Motiv in seiner Gesamtheit zerstören. Mit jedem schwenk der Kamera wird das eingestellte Programm aber den Belichtungswert verändern. Für das Panaoramabild bedeutet das, dass die Einzelmotive, die später zusammengesetzt werden sollen, unterschiedlich belichtet sind. Zum Glück bietet eine Digitalkamera die Möglichkeit, Belichtungswerte zu speichern. Diese Eigenschaft macht sich der Fotograf zunutze, wenn er Aufnahmeserien für ein Panoramabild erstellen möchte. Der Belichtungswert des ersten Bildes wird gespeichert und anschließend für alle weiteren Aufnahmen verwendet. Die meisten Kameras haben einen speziellen Knopf, mit dem die Werte schnell und ohne umfassende Einstellungen gespeichert werden können. Nach einem leichten Druck auf den Auslöser misst die Kamera die Werte. Diese können durch Druck auf den Speicherknopf, der sich meist auf der Rückseite befindet, gesichert und anschließend weiter verwendet werden.
Einstieg in die DSLR-Fotografie 10 – Blendenzahl und Blendenöffnung, ein skurriles Verhältnis
02. Jan
Die Blende sorgt in Verbindung mit der Belichtungszeit dafür, dass ein Foto so wird, wie es sich der Fotograf in den meisten Situationen wünscht, scharf im vorderen und im hinteren Bildbereich. Alle Details sind erkennbar und nichts wirkt verschwommen. Für kunstvolle Fotos ist darüber hinaus oft ein unscharfer Hintergrund oder ein unscharfer Vordergrund gewünscht. In diesen Fällen wird die Blende bewusst so gewählt, dass sie in Verbindung mit der eingestellten Belichtungszeit genau diesen Effekt bewirkt. Dabei geht es dem geübten Hobbyfotografen mit der Zeit in Fleisch und Blut über, dass die Einstellung der Blendenöffnung mit einer gewissen Unlogik verbunden ist, denn je kleiner die Öffnung der Blende ist, umso größer ist ihr Wert. Nicht jedes Objektiv, das an einer Spiegelreflexkamera eingesetzt werden kann, bietet alle denkbaren Blendenöffnungen, sondern der Blendenbereich ist meist begrenzt. Die Angabe der möglichen Blendeneinstellungen findet man zum einen in der Beschreibung des Objektivs, zum anderen ist sie auch am Linsenrand der Objektive angegeben. Die Angabe steht im Verhältnis zur Brennweite des Objektivs und lautet zm Beispiel AF 70-200mm F/4-5,6 für ein Autofocus-Zoom-Objektiv oder 70 mm f 2,8-22 für ein Objektiv mit fester Brennweite.
Genau genommen müssten diese Zahlen nicht einfach als Dezimalzahlen angegeben werden, sondern in Form eines klassischen Bruchs, denn die Blende gibt das Verhältnis der Brenweite eines Objektivs zum Blendendurchmesser an. Der Wert wird aufgrund der Darstellung des Verhältnisses als Kehrwert angegeben. Damit würde ein Blendenwert von zwei in exakter Schreibweise lauten 1 : 2 oder 1/2. Um die Darstellung zu verkürzen und zu vereinfachen, wird dieser Blendenwert aber schlicht als f 2 oder Blende 2 bezeichnet. Damit wird deutlich, warum eine kleine Blendenzahl mit einer großen Blendenöffnung einhergeht. Denn Blende 2 hat in der ausführlichen Darstellung den Blendenwert 1/2 und Blende 16 hat genau genommen den Wert 1/16. 1/16 ist deutlich kleiner, als 1/2, daher ist auch die Öffnung entsprechend kleiner. Die LIchtmenge, die auf den Film oder den Sensor fällt, verringert sich mit der Verkleinerung der Blendenöffnung, und zwar ebenfalls in einem festen Verhältnis. Jede Verkleinerung der Blendenöffnung halbiert den Lichteinfall im Verhältnis zur nächst größeren Einstellung. Moderne Objektive für DSLR-Kameras erlauben eine Verkleinerung der Blendenöffnung nicht nur in ganzen Schritten, sondern auch in kleineren Zwischenschritten.







