Archiv für November 2011

Einstieg in die DSLR-Fotografie 9: Belichtungskorrektur oder nachträgliche Bildbearbeitung?

Digitalfotografie und Bildbearbeitungssoftware bieten so viele Möglichkeiten, Fotos nachträglich zu bearbeiten, dass es fast nicht mehr notwendig ist, bereits bei der Aufnahme alle Aspekte detailliert zu beachten. In vielen Bereichen wird daher inzwischen auf die nachträgliche Bildbearbeitung zurück gegriffen. Mit einer guten Software lässt sich die Belichtung nachträglich verändern, die Farben können klarer, heller oder dunkler dargestellt oder völlig verändert werden, Kontraste lassen sich verändern, die Bildausschnitte lassen sich beeinflussen und vieles mehr. Es ist daher inzwischen schon fast zu einer Glaubensfrage geworden, ob bei der Fotografie bereits darauf geachtet wird, dass alle Einstellungen optimal sind, oder ob man sich auf die Nachbearbeitung verlässt. Viele überzeugte Hobbyfotografen halten es für Ehrensache, trotz der technischen Möglichkeiten ihr ideales Bild zu fotografieren und immer wieder gibt es Diskussionen darüber, was sinnvoller und besser ist.

 

Foto: Leander Schiefer LeSch

Grundsätzlich ist es einfacher, flexibler und bietet vielfältigere Möglichkeiten, Bilder nachträglich zu bearbeiten. Sicherlich macht jeder Fotograf, nicht nur Hobbyfotografen, häufig von den zahlreichen Möglichkeiten einer guten Bildbearbeitungssoftware Gebrauch. Aber manche Einstellungen lassen sich in ihrer Brillanz nicht nachträglich verwirklichen. Daher sollten die Kameraeinstellungen bereits bei der Aufnahme so gut sein, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um ein brillantes Foto zu erhalten, auf dem das Motiv so dargestellt ist, wie der Fotograf es sich vorstellt. Insbesondere die Belichtung sollte sorgfältig gewählt werden. Digitale Spiegelreflexkameras bieten gerade für die manuelle Belichtungseinstellung viele Möglichkeiten und Hilfestellungen. Eine dieser Techniken ist das D-Lighting von Nikon. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann nicht dieselbe Wirkung erzielt werden, wie mit dieser Einstellungsmöglichkeit der Kamera. Wird D-Lighting bei der Aufnahme zugeschaltet, dann reduziert die Kamera z. B. automatisch helle Stellen des Motivs, so dass die Kontraste nicht unnatürlich wirken. Schatten erhalten eine weichere, natürlichere Erscheinung. D-Lighting schafft eine partielle Unterbelichtung nur für den extrem hellen Bereich des Motivs. Nur dann, wenn mit den von der Kamera gegebenen Möglichkeiten nicht die gewünschte Wirkung erzielt werden kann, bietet es sich an, mit einer nachträglichen Bildbearbeitung noch einmal nachzuhelfen.

Einstieg in die DSLR-Fotografie 8: Einfach mutig sein und manuell belichten

Moderne Kameras, insbesondere Digitalkameras, führen die Belichtung des Motivs automatisch durch. Dadurch ist gewährleistet, dass immer die optimalen Einstellungen erfolgen, um das Motiv auf dem Foto erkennen zu können. Falls erforderlich, schaltet die Software auch automatisch den Blitz zu. Die Vollautomatik der digitalen Spiegelreflexkameras vereinfacht dadurch das Leben der Hobbyfotografen, aber sie verführt auch dazu, einfach bequem zu sein und ohne aufwendige Einstellungen zu fotografieren. Das bringt aber auch die Gefahr mit sich, dass Fotos langweilig und konfektioniert wirken. Da digitale Spiegelreflexkameras flexibel einsetzbar sind, bieten sie die Möglichkeiten der automatischen und der manuellen Einstellungen.

Oft ist eine ausreichende Belichtung des Motivs gar nicht gewünscht, weil dadurch die natürliche Stimmung gestört würde. Eine abendliche Großstadtstraße mit Leuchtreklamen und hübsch beleuchteten Kneipen und Cafés würde ihre romantische Wirkung verlieren, wenn diese Szenerie zu hell dargestellt ist. Derartige Motive müssen genauso, wie Dämmerungsfotos möglichst ohne Blitz aufgenommen werden. Dazu ist die manuelle Einstellung der Belichtung unumgänglich. Für diesen Fall verfügen DSLR-Kameras über die Programmfunktion M. Bei den meisten Kameras lässt sich die Belichtungszeit nach der Einstellung von M mit dem Einstellrad beliebig im Rahmen der Möglichkeiten der Kamera verändern. Die Blende wird bei den meisten Modellen parallel mit einer Taste eingestellt. Bei Einstellung des manuellen Modus muss nicht auf den kamera-internen Belichtungsmesser verzichtet werden. Vielmehr bieten die meisten DSLR-Kameras sogar die Vergleichsdaten an, die bei automatischer Belichtung eingestellt würden.

http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/legalcode

Blick vom Pico del Veleta auf Granada bei Nacht http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Unenzyklopädisch http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/legalcode

 

 

Welche Einstellungen nun die idealen sind, um die Szene in gewünschter Art darzustellen, das finden Hobbyfotografen nur durch Ausprobieren heraus. Daher sollten mehrere Fotos in verschiedenen Einstellungen aufgenommen werden, um das eine optimale Bild zu erhalten. Mit der Zeit wächst die Erfahrung im Umgang mit der manuellen Belichtung, so dass es immer leichter wird, die idealen Einstellungen zu treffen. Der besondere Vorteil der Digitalfotografie besteht ja darin, dass das Ergebnis der Versuche auf dem Display sofort dargestellt wird. Dadurch wird die Auswahl der Einstellungen erleichtert.

Digital ist komprimiert

 

Hobbyfotografen wissen, dass die Brennweiten, die für digitale Kameras angegeben sind, nicht denen entsprechen, die man von der analogen Fotografie im Kleinbildformat gewohnt ist. Die Ursache dafür ist einfach und simpel. Etwas komplizierter ist die Umrechnung in die passende Brennweite des digitalen Formats. Während das Format eines Fotos in Form des Negativs oder Diapositivs auf einem Kleinbildfilm die exakten Maße von 36 x 24 mm hat, sind die Bildsensoren der meisten Digitalkameras kleiner. Ihre Maße sind jedoch nicht genormt, so dass Bildsensoren in unterschiedlichen Größen in den Kameras zum Einsatz kommen. Da der Sensor also in der Regel eine geringere Bildfläche zur Verfügung stellt, verringert sich grundsätzlich der Bildwinkel. Lediglich bei Kameras mit einem Vollformatsensor bleibt das Verhältnis gleich, wie in der analogen Fotografie. Das hat zur Folge, dass, um denselben Bildwinkel zu erreichen, die Brennweite verkleinert werden muss. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm, das traditionell bei analogen Spiegelreflexkameras als Normalobjektiv bezeichnet wird, ist also für die Verwendung an einer digitalen Spiegelreflexkamera kein Normalobjektiv, sondern reicht mit einer umgerechneten Brennweite von bis zu 80 mm bereits in den leichten Telebereich hinein. Wie stark die Veränderung gegenüber der analogen Brennweite ist, lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Bildsensoren, die in Digitalkameras verwendet werden, nicht einheitlich beziffern.

Hersteller geben für ihre digitalen Kompaktkameras, die nur mit einem Objektiv ausgestattet sind, daher neben der durch den Bildsensor vorgegebenen Brennweite meist auch die vergleichbare Brennweite einer analogen Kamera an. So ist es einfach, den Bildwinkel der Kamera zu erkennen. Da mit digitalen Spiegelreflexkameras verschiedene Objektive eingesetzt werden, ist eine solche Alternativ-Angabe nicht einfach möglich. Zur Ermittlung der realen Brennweite verwenden Fachleute eine Formel, nach der sich die Brennweite als Quotient aus der Division der Bildhöhe durch den halten Bildwinkel ergibt. Lediglich für Four-Thirds-Kameras, die mit einem einheitlichen, verkleinerten Bildformat arbeiten, lautet der Umrechnungsfaktor 1 : 2. Für digitale Kameras geben die Hersteller daher einen einheitlichen Umrechnungs- bzw. Formatfaktor an, der auf alle Objektive angewendet werden kann. In den meisten Fällen beträgt er 1 : 1,3, 1 : 1,5 oder 1 : 1,6. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 35 mm ist daher in der Digitalfotografie kein Weitwinkel- sondern bereits ein Normalobjektiv. Für Zoomobjektive enthält diese Angabe verschiedene Verhältnisse, abhängig vom jeweiligen Zoombereich.

Kamera-Verschlusssysteme

Foto: NikonDamit aus einem Motiv eine Fotografie wird, muss der Bildträger kurzzeitig belichtet werden. Bildträger waren ursprünglich die Bildplatten der Großformatkameras, später Zelluloidfilme in verschiedenen Formaten oder Spezialfotopapiere der Sofortbildkameras. In modernen Digitalkameras werden Filme und Fotopapier ersetzt durch den Bildsensor innerhalb der Kamera. Alle Systeme speichern in ihrer speziellen Form durch Lichteinfall das Motiv. Die Besonderheit ist jedoch, dass das Licht nur kurzfristig auf den Bildträger treffen darf, damit das Motiv deutlich dargestellt wird. Der Lichteinfall erfolgt durch das Objektiv genau in dem Moment, in dem sich der Verschluss vor dem Bildträger, also dem Film oder dem Bildsensor, öffnet. Das wiederum geschieht unmittelbar nach dem Drücken des Auslösers oder nach der eingestellten Verzögerungszeit.

Grundsätzlich verwenden moderne Kameras zwei verschiedene Verschlusssysteme, den Zentralverschluss und den Schlitzverschluss. Seltener und vorwiegend bei großformatigen Kameras sind Jalousie- oder Kugelschalenverschlüsse sowie Rollenverschlüsse.

Der Zentralverschluss ist auch bekannt als Lamellenverschluss und wird vorwiegend bei Groß- und Mittelformatkameras angewandt sowie bei Kompakt- und Sucherkameras. Seine Bezeichnung trägt der Zentralverschluss, weil er sich zentral im optischen System, und zwar zwischen den Linsen des Objektivs befindet. Das erklärt auch bereits, warum vorwiegend Kameras mit festen Objektiven mit dieser Verschlussform ausgestattet werden. Die rund um die optische Achse des Objektivs angeordneten Lamellen ziehen sich nach dem Auslösen für den Zeitraum der eingestellten Belichtungszeit zurück und verschließen sich danach wieder. Bei einigen Kameras sind Blende und Verschluss kombiniert.

Foto: Nikon

Der Schlitzverschluss befindet sich nicht im Objektiv, sondern in der Kamera, und zwar unmittelbar vor dem Bildträger, also dem Film oder dem Bildsensor. Nach dem Auslösen läuft ein kleiner Vorhang mit einem Schlitz vor dem Bildträger vorbei. Die Breite des Schlitzes ist abhängig von der eingestellten Belichtungszeit. Schlitzverschlüsse kommen vorwiegend bei Spiegelreflexkameras zur Anwendung, da SLR-Kameras für die Verwendung von Wechselobjektiven ausgelegt sind. Die Kosten der Objektive würden durch die Verschlüsse unnötig hoch werden. Zudem können bei analogen Kameras Objektive nur ausgewechselt werden, wenn ein Lichteinfall ausgeschlossen wäre. Das lässt sich in der Praxis jedoch nur schwer realisieren. Schlitzverschlüsse sind als Tuchschlitzverschlüsse und Lamellen-Schlitzverschlüsse verbreitet.

Raureif und Sonnenaufgang – eine schöne Kombination

Nach kühlen Herbstnächten erscheinen Landschaften, Blumen und Bäume besonders märchenhaft, wenn gleich am Morgen die Sonne scheint. Anders, als schneebedeckte Landschaften erzeugt der Raureif einen reizvollen Zuckerguss, ohne das eigentliche Motiv zu verdecken. Er bildet eher eine Ergänzung. Rosenblüten, die ihre Schönheit bis in den Hehinein bewahren konnten, erhalten durch die dünne Reif-Beschichtung ein märchenhaftes Erscheinungsbild, aber auch Raureif auf buntem Laub erzeugt eine besondere wirkung, wenn dann noch die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen ein wenig Wärme ins Bild bringt.

Das Fotografieren von Raureif ist weniger problematisch, als Aufnahmen von schneebedeckten Landschaften, denn es kommt nur ein wenig mehr Helligkeit ins Bild und Raureif blendet nicht so sehr, wie Schnee. Dennoch muss auf die Belichtung besoners geachtet werden. Denn auch wenn das Motiv durch die dünne Eiskruste heller ist, so verschlingt der Hintergrund unter Umständen wiederum das Licht. Außerdem ist die Morgensonne im Herbst und Winter sehr flach und kann daher unter Umständen doch zu wenig Licht erzeugen. Pflanzen oder Pflanzenteile mit Raureif so ins Bild zu bekommen, wie das Auge es wahrnimmt, ist daher nicht immer so einfach. Eine zu lange Belichtungszeit, die durch die natürlichen Lichtverhältnisse nötig sein kann, führt unter Umständen zu Verwacklungen und Unschärfen, insbesondere im Bildhintergrund. Dieser Effekt kann auch gewünscht sein, denn ein unscharfer Hintergrund von Sträuchern oder Laub kann das eigentliche Motiv auch so richtig zur Geltung kommen lassen. Manchmal aber ist eben auch das Gesamtmotiv gewünscht und da kann man einen unscharfen Hintergrund nicht so gut gebrauchen. Die Blende sollte also nicht zu seit geöffnet sein, so dass eine umso längere Belichtungszeit erforderlich wird, um ausreichendes Licht für eine optimale Aufnahme zu haben. Deshalb ist ein Stativ wie so oft auch bei der Fotografie von morgendlichem Raureif sinnvoll.

Eine Spiegelreflexkamera ist auf jeden Fall vorteilhaft, um solche Details wie Raureif mit all seinen Effekten darzustellen. Einfache Kompaktkameras erlauben keine Einflussnahme auf die Belichtung, so dass unter Umständen der gesamte Raureif-Effekt verloren gehen kann.