Archiv für August 2010

Der Richtige Augenblick

Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Bewegung und Gesten der Menschen verändern sich ständig und bieten dadurch immer wieder neue Motive. Den passenden Moment für ein Foto zu finden ist eine Frage der schnellen Entscheidung und Reaktion.

Foto: thomas hofenberger, aboutpixel.de

Bei der Reportage-Fotografie ist die Szene in konstanter Bewegung und Veränderung, während der Fotograf sich in keiner Weise einmischt. Er wartet einfach unbemerkt auf den richtigen Augenblick, um dann den Auslöser zu betätigen.

Dabei gibt es natürlich Augenblicke, die bessere Fotos bringen als andere Momente, weil sie ungewöhnlicher, interessanter oder dynamischer als andere wirken. Genau diese Qualitäten sind es, die den Unterschied zwischen einem interessanten Foto und einem durchschnittlichen ausmachen.

Momentaufnahmen habe allerdings zwei Voraussetzungen. Man muss nicht nur den richtigen Augenblick erkennen, sondern ihn dann auch noch im Bild festhalten. Dabei ist die Reihenfolge nicht das wichtigste. Statt gezielt zu fotografieren, bis man glaubt, das Motiv optimal zu haben, kann man auch drauf los fotografieren und das beste Foto erst später auswählen.

Fotos aus der Arbeitswelt

Ein Porträt im Umfeld der täglichen Arbeit bekommt eine ganz besondere Wichtung: Die Elemente der Tätigkeit und deren Accessoires lassen solche Fotos meist sehr informativ wirken.

Foto: Moonlight, aboutpixel.de

Nicht jede Arbeit ist optisch gleich interessant für den Fotografen – dafür gibt es einfach zu viele Menschen, die einfach nur am Computer arbeiten oder mit anderen Geschäftsbesprechungen abhalten. Bei anderen Tätigkeiten, die handwerkliche Fähigkeiten oder körperlichen Einsatz nötig machen, ergeben sich interessante Aspekte und Szenen, die nicht nur den Hintergrund zum Porträt liefern, sondern eine eigenständige, dokumentierende Aussage haben.

Diese Bilder kommen der Reportage-Fotografie schon recht nahe, besonders, wenn das Modell seine Arbeit nicht für das Shooting unterbricht und konzentriert weiter macht. Häufig wirken diese Fotos wie spontane Schnappschüsse, in Wirklichkeit sind sie aber weit davon entfernt.

Beim Arrangement solcher Szenen muss man vorsichtig sein, damit keine Accessoires im Bild sind, die nicht zum dargestellten Vorgang passen. Dazu braucht man eine gewisse Vorstellung von dem Arbeitsablauf, die man manchmal auch erfragen muss.

Klemmstativ für den Fahrradlenker

Moderne Digitalkameras, auch Kompaktkameras, sind längst nicht nur in der Lage, gute Fotografien zu erstellen, sondern die meisten haben darüber hinaus eine Videofunktion, oft auch schon in HD-Qualität. Eine Idee für interessante Videos, die einmal ganz anders sind, als die typischen Filme von Familienfeiern oder Veranstaltungen, sind Landschaftsaufnahmen, die während der Fahrradtour gedreht werden. Da es schwierig ist, gleichzeitig Fahrrad zu fahren und eine Kamera festzuhalten, gibt es inzwischen ein kleines Klemmstativ für Digitalkameras, das am Fahrradlenker befestigt werden kann. Eine weitere Besonderheit eines Videos vom Fahrradlenker ist die Perspektive, die doch eine ganz andere ist, als ein aus der Hand gefilmtes Video. Aufgrund der besonderen Befestigungstechnik passt sich das kleine Klemmstativ allen Lenkerstärken an und kann sogar auf dem Motorrad verwendet werden. Auf diese Weise ist das Filmen noch einmal mit einem ganz anderen Reiz der Geschwindigkeit verbunden. Die Kamera wird auf einer kleinen Platte befestigt, die über einen Kugelkopf mit dem Klemm-Mechanismus verbunden ist. Dadurch sind verschiedene Neigungen und immer wieder neue Perspektiven möglich.

Sensorreinigung

Der Sensor einer digitalen Spiegelreflexkamera ersetzt den Film der analogen Kamera. Ein Celluloidfilm ist immer gut geschützt in einer Kunststoffkapsel und selbst der Schlitz, an dem er aus der Kapsel austritt ist noch mit einem speziellen Material beschichtet, damit wirklich kein Schmutz eindringen kann. Der Sensor hingegen ist frei in der Kamera hinter dem Objektiv angebracht, exakt an der Stelle, an der sich einer Analog-Kamera der Film zur Belichtung befindet. Während aber der Film direkt nach der Belichtung weitergespult und aufgerollt wird, so dass er wieder vor Schmutz und Staub geschützt ist, bleibt der Sensor immer an derselben Stelle. Es lässt sich gar nicht vermeiden, dass im Laufe der Zeit ein wenig Schmutz in die Kamera eindringt und sich auf auf dem Sensor absetzt. Ein verschmutzter Sensor kann aber keine dadellosen Bilder mehr hervorbringen. Daher ist es notwendig, von Zeit zu Zeit den Sensor zu reinigen. Dazu schraubt man das Objektiv ab und verwendet sogenannte Swabs, kleine Reinigungsstäbchen und eine Reinigungslösung, die Staub und Schmutz schonungsvoll entfernt. Zur Trockenreinigung bieten sich kleine Spezialpinsel an.

Das lange Teleobjektiv

Bei Aufnahmen mit einem sehr starken Teleobjektiv ist die Distanz des Fotografen zum Objekt im Bildausdruck spürbar, dadurch wirken solche Bilder fast immer sehr objektiv. Auch die komprimierte Perspektive solcher Fotos trägt einen guten Teil zu diesem Eindruck bei.

Diese Distanz entsteht mit jedem Teleobjektiv zwischen Betrachter oder Fotograf und dem Objekt. Mit größer werdender Brennweite wird auch dieser Effekt immer deutlicher, im Extremfall kann man ihn durchaus mit dem Blick durch ein Fernglas vergleichen.

Wirklich lange Teleobjektive beginnen da, wo man auf den Foto etwas sehen kann, was man mit bloßem Auge nicht mehr hätte sehen können. Und starke Teleobjektive ab 300 mm aufwärts haben eine wesentlich größere Reichweite als unsere Augen und können deshalb oft überraschende Details zeigen. Bei einem Sensor von 24 x 16 mm Größe kann man durch eine Brennweite von 400 mm aus 8 m Entfernung ein formatfüllendes Bild vom Kopf eines Menschen machen!

Das mittlere Teleobjektiv

Mit längeren Brennweiten kann man hervorragend Porträts aus einer größeren Entfernung aufnehmen, zum Beispiel über eine Straße hinweg. Dabei kann sich das Modell völlig frei bewegen und fühlt sich in keinster Weise von der Kamera bedrängt oder unter Druck gesetzt.

Foto: Martin Wimmer, aboutpixel.de

Fotografien mit einem Weitwinkelobjektiv den Betrachter nahezu in die Szene hineinziehen, erwecken längere Brennweiten größere Distanz zum Motiv. Der Betrachter ist kaum in die Szene eingebunden.

Bei der Fotografie von Personen ist es natürlich sehr vorteilhaft, wenn man mit Brennweiten über 80 mm etwas mehr Abstand vom Modell halten kann. Dadurch wird der Fotograf auch kaum bemerkt und beeinflusst die Szene nicht.

Je länger die Brennweite wird, umso deutlicher treten die typischen Charakteristika einer Tele-Aufnahme auf: Der enger werdende Blickwinkel grenzt die Umgebung des Motivs stark aus. Steht das Modell etwas vom Hintergrund entfernt, bemerkt man auch die reduzierte Tiefenschärfe, die ja mit länger werdender Brennweite immer kleiner wird.

Fujifilm Finepix F300EXR

Eine neue Hybridfokus Kamera von Fuji ist auf dem Markt erschienen, die F300EXR. Der Sensor bietet eine Auflösung von 12 Megapixeln, ein beachtlicher Wert für eine digitale Kompaktkamera. Der Chip kann noch mehr, denn bei schwierigen Lichtverhältnissen wird die Auflösung automatisch reduziert, indem immer zwei Bildpunkte zusammengefasst werden. Aber die kleine von Fujifilm zeichnet sich darüber hinaus durch einige technische Raffinessen aus. Sie ist mit einem Fujinon Objektiv ausgestattet mit einem 15fachen Zoomfaktor von 24 bis zu 360 Millimetern. Durch die spezielle Hybridtechnik, in der sowohl die herkömmliche Technik der wiederholten Ermittlung optimaler Kontrastwerte, sowie ein spezielles Berechnungsprogramm für die optimale Bildeinstellung zum Einsatz kommen,  lässt sich dieses starke Zoom-Objektiv sehr schnell fokussieren. Der LCD-Bildschirm auf der Rückseite der Fujifilm Finepix F300EXR ist mit 7,6 Zentimetern vergleichsweise groß und bietet mit 360 000 RGB-Bildpunkten eine klare Bildwiedergabe. Diese ist auch geeignet, HD-Videos, die die Kamera mit 720 P aufnimmt, deutlich wiederzugeben. Eine Besonderheit ist auch das Motion Panorama 360 Grad Programm, mit dem bereits in der Kamera Rundum-Panorama Fotos erstellt werden können.

Das Weitwinkelobjektiv

Sofern man Verzeichnungen beim Weitwinkelobjektiv vermeiden kann, leistet dieses Objektiv Zweierlei: Das Modell wird deutlich in seine Umgebung eingebunden und der Betrachter des Bildes wird in die Szene hineingezogen.

Egal, ob man jetzt ein Wechselobjektiv oder ein Zoomobjektiv verwendet – die Brennweite hat deutlichen Einfluss sowohl auf die Herangehensweise des Fotografen als auch auf den Eindruck, den das fertige Bild beim Betrachter hinterlässt. Jedes Objektiv erfasst ja einen spezifischen Ausschnitt der Szene, dadurch erzwingt der Objektivwechsel einen kleineren oder größeren Bildrahmen.

Der Vorteil der Zoomobjektive liegt natürlich darin, dass man den Standort zur Änderung des Bildausschnittes nicht ändern braucht und damit deutlich schneller reagieren kann. Wenn sich viele Menschen in der Umgebung bewegen, muss man gerade beim Weitwinkelobjektiv vorsichtig sein, denn es fängt einen großen Teil der Umgebung mit ein. Und wenn die Aufmerksamkeit von an sich unbeteiligten Passanten erst einmal geweckt ist, laufen die schnell mal ins Bild und starren in die Kamera. Ein größerer Abstand von der Szene hilft, dies bekannte Verhalten zu vermeiden – die unbeteiligten Leute bemerken so kaum, dass Fotos gemacht werden.

Die Bridgekamera Fuji Finepix S1600

Kaum war die Fuji Finepix S1600 auf dem Markt, konnte man sie in günstigen Internet-Shops schon unter 200 € erwerben. Dabei hat sie durchaus alles, was man von einer modernen Bridge-Kamera erwartet: Das Objektiv mit 15-fachem Zoom deckt den auffällig großen Brennweitenbereich von 28 mm Weitwinkel bis 504 mm Tele voll ab.

Die Bildstabilisierung erledigt die Finepix S1600 über ihren beweglichen Sensor. An Funktionen bietet die Kamera die bei vergleichbaren Modellen übliche Programm- und Vollautomatik, die Möglichkeit der manuellen Blenden- oder Zeitvorwahl und auch die komplette manuelle Belichtungssteuerung und eine vierstufige Blitzlichtkorrektur.

Man kann benutzerspezifische Aufnahmeprofile speichern, ein Histogramm einblenden, die Fotos oder die HD-Videos per mini-HDMI-Verbindung zum Breitbild-Fernseher übertragen und mit Tastendruck zwischen Sucher- und Monitorbetrieb wechseln.

Die Finepix S1600 bietet für eine Bridgekamera unter 200 € eine beeindruckende Ausstattung und guten Bedienkomfort. Schwachpunkte der Kamera sind der etwas langsame Autofokus und der merkliche Texturverlust bei höheren Empfindlichkeiten.