Archiv für April 2010

Tolle Effekte bei Dunkelheit

Es gibt Künstler, die nur bei Nacht ihre Kunstwerke schaffen können. Mit wenigen Hilfsmitteln und der richtigen Kameraeinstellung lassen sich bizarre Lichtfiguren und beeindruckende Aufnahmen erzielen.

Was brauchen Sie nun, um Bilder wie diese zu erschaffen? Die Liste ist kurz. Eine Kamera, bei der sich die Belichtungszeit einstellen lässt, ein paar bunte Knicklichter und einige Leute, die die Lichter nach eigenen Vorstellungen umher schwenken. Die Aufnahmen entstanden auf einem Kinder­ge­burts­tag, bei dem sich die Knirpse mit den Knicklichtern bei fetziger Musik austoben konnten. Die Kame­ra war dabei auf 16 Sekunden Belichtungszeit eingestellt und stand auf einem Tisch. Das Blitzlicht war natürlich abgeschaltet.

Haben Sie keine wilde Kinderbande zur Hand, können Sie auch die Kamera gezielt selbst bewegen. Platzieren Sie da­zu ein paar (nicht zu helle) Lichtquellen im Raum und schwenken Sie die Kamera umher.

Nur Mut, probieren Sie sich aus und werden Sie ihr eigener Künstler. Verschiedene Einstellungen für Lichtempfind­lich­keit und Belichtungszeit lassen jedes Bild anders aussehen. Mit bunten Lichtern lassen sich trotz der Dunkelheit lebendige Bilder erzeugen.

Fotografieren bei Dunkelheit

Foto: Vikki Gregory
Lizenz: CreativeCommons Attribution 2.0 Generic

Im Dunkeln gestaltet sich das Fotografieren mitunter sehr schwierig. Das Motiv ist schnell gefunden. Doch wie lässt es sich gestochen scharf auf die Speicherkarte bannen – und zwar ohne Blitzlicht? Hier kommen ein paar Tipps zum Thema.

Wie wir bereits in unseren vorherigen Artikeln feststellten, haben viele Kameras im Dunkeln ihre Schwierigkeiten. Natürlich gibt es Ausnahmen, die allerdings im eher professionellen Bereich angesiedelt sind. Aber auch mit einfachen Kompaktkameras lassen sich bei schlechten Sichtverhältnissen ganz passable Ergebnisse erzielen. Höherwertige Kompakte und natürlich Spiegelreflexkameras bieten meist eine Möglichkeit, die Belichtungszeit manuell einzustellen. Dabei gilt: Je dunkler es ist, desto länger sollte die Belichtungszeit sein. Weiterhin lässt sich auch die Aufnahmeempfindlichkeit variieren. „Spielen“ Sie mit der ISO-Empfindlichkeit ruhig ein wenig. Bei der NV30 von Samsung haben sich beispielsweise Einstellungen von ISO 400 bis 800 bewährt. Eine höhere Einstellung der Empfindlichkeit ist möglich, lässt die Bilder aber zu unscharf und verrauscht erscheinen.

Eine lange Belichtungszeit erfordert, dass die Kamera während der Aufnahmephase möglichst ruhig gehalten wird. Hier leistet ein Stativ gute Dienste. Wenn Sie kein Stativ besitzen oder Platz sparen wollen, können Sie aber auch gut improvisieren. Einfache Hilfsmittel wie ein Tisch, ein Balkongeländer oder ein Autodach geben einen guten Halter für die Kamera ab.

Geotagging in der Digitalfotografie

Es ist wohl für jeden Fotografen reizvoll, auch im Nachhinein noch feststellen zu können, an welchem Ort genau ein Foto aufgenommen wurde. Manchmal ist es sogar sehr wichtig, den genauen Standort des Fotografen bei der Bildaufnahme nachvollziehen zu können. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Fotografien aus professionellen Gründen erfolgen. Diesem Bedürfnis haben die Kamera-Hersteller und Software-Entwickler Rechnung getragen und ermöglichen auf verschiedenen Wegen das Geotagging in der Digitalfotografie. Moderne Digitalkameras sind teilweise bereits mit einem GPS-Modul ausgestattet und schaffen die Möglichkeit, dass die Bilddatei die Information über den genauen Standort automatisch enthält. Sofern das GPS-Modul nicht in die Kamera integriert ist, kann es unter Umständen als kleines Zubehörteil angeschlossen werden. Diese GPS-Adapter nehmen mittels Bluetooth Kontakt zu einem GPS auf. Die Anzeige, ob ein GPS-Signal verfügbar ist, zeigen die meisten Kameras im Info-LCD. Auf diese Weise erspart der GPS-Bluetooth-Adapter dem Fotografen viel Zeit für den Abgleich der Fotos mit GPS-Tracks am Computer und ermöglicht es, den Standort bereits dann nachvollziehen zu können, wenn die Bilddateien noch nicht auf den PC herunter geladen wurden.

Der Himmel als Bildelement

Der Himmel kann als Bildelement ganz unterschiedliche Funktionen haben. Soll eine eindrucksvolle Himmelszenerie den Bildmittelpunkt darstellen, so wird der Fotograf darauf bedacht sein, den Blick des Betrachters auf diese Szenerie zu lenken und ihr einen möglichst großen Raum auf dem Bild einzuräumen, damit interessante Wolkenbilder oder ein besonderes Licht beim Sonnenauf- oder Untergang die volle Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Würde das Bild aber ausschließlich den Himmel zeigen, so wirkt es statisch und uninteressant, selbst wenn der Eindruck in Natur noch so stark ist. Aus diesem Grund wird auch bei gezielten Himmelsaufnahmen die Drittel-Regel angewandt, so dass im Bild eine Kontrastlinie zu dem eigentlichen Motiv, dem Himmel verfügbar ist. Daher wird der Horizont am Rand des unteren Bilddrittels angelegt. Bildet der Himmel aber nur den Bildhintergrund für ein anderes Motiv oder ist er trüb und daher nicht als Hauptmotiv geeignet, so platziert man die Horizontlinie zum Himmel an den Rand zum oberen Drittel.

Blickführungslinie bei Landschafts-Fotografien

Der Aufbau einer Fotografie hat einen erheblichen Einfluss auf seine Wirkung und darauf, wie intensiv der Blick des Betrachters in das Foto hinein gelenkt wird. Aus diesem Grund wird ein Motiv in einem guten Foto nicht einfach in den Mittelpunkt gerückt, sondern nach den Regeln der Drittel-Regel an den inneren Rand der äußeren Drittel sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung. Wo das Hauptmotiv letztendlich seinen Platz findet, hängt aber auch von der Art der Fotografie ab. Soll eine eindrucksvolle Landschaft entsprechend eindrucksvoll auf einem Foto dargestellt werden, so muss der Fotograf sich innerhalb des großen Motivs eine Blickführungslinie suchen, die dazu geeignet ist, den Blick in das Bild hinein zu lenken. Eine solche Linie kann zum Beispiel ein Fluss oder eine Straße sein, die sich durch das Bild schlängeln, aber auch eine Bergkette oder ein Seeufer. Wichtig ist, dass die Blickführungslinie immer zu einem Hauptmotiv führt, also einem Gebäude, einem Wald oder einer Bergkette im Hintergrund. Die Blickführungslinie soll immer von links nach rechts oder von unten nach oben in das Bild führen.

Bildaufbau mit der Drittel-Regel

Die Wirkung einer Fotografie ist nicht nur davon abhängig, ob das Bild die Aufnahme scharf und ausreichend hell darstellt, sondern auch davon, wie das Gesamtbild aufgebaut ist. Ein Foto, das einfach in Form eines Schnappschusses in eine Menschenmenge hinein oder in eine Landschaft aufgenommen wird, zeigt nicht unbedingt einen gezielten Bildaufbau. Soll aber ein Motiv, unabhängig davon, ob es sich um ein architektonisches, ein landschaftliches oder eine Person vor einem Hintergrund handelt, ins rechte Licht gerückt werden, so darf es sich nicht einfach in der Bildmitte befinden, denn ein solches Foto übt auf den Betrachter keinen besonderen Reiz aus.

Die Drittel-Regel besagt, dass ein Bild gedanklich sowohl horizontal, als auch vertikal in drei Bereiche eingeteilt wird, so dass sich insgesamt neun Felder ergeben. Motive, die sich an den Schnittpunkten der gedachten Linien befinden, ziehen den Blick des Betrachters nicht nur an, sondern lenken ihn durch das gesamte Bild. Da der Blick gewöhnlich von links nach rechts und von oben nach unten führt, sollte das Motiv an den Schnittpunkten zum linken oder rechten und oberen Drittel angesiedelt sein. Dadurch öffnet sich das Bild dem Betrachter.

Bewegung fotografieren

Eigentlich widerspricht es dem Wesen der Fotografie, dass Bewegungen aufgenommen werden können, denn in der Regel führt eine Bewegung des Motivs, genauso wie eine Bewegung der Kamera während der Aufnahme, zu verwackelten und unscharfen Bildern. Bewegte Aufnahmen überlässt man daher eher der Videotechnik. Aber es kann auch gewünscht sein, eine Bewegung des Motivs im Foto festzuhalten und damit eine besondere Dynamik ins Bild zu bringen. Ein möglicherweise verwischter oder verwackelter Effekt ist bei einer gezielten Aufnahme einer Bewegung also gewünscht. Wichtig ist aber bei der Bewegungsfotografie, dass nicht das gesamte Bild unscharf wirkt, sondern lediglich ein Teil, denn nur so wird die Bewegung im Bild erkennbar. Grundsätzlich können zu diesem Zweck zwei verschiedene Verfahren angewendet werden, die bewegte und unscharfe Darstellung des Motivs bei einem starren Hintergrund oder das scharf abgebildete Motiv bei einem dynamisch unscharf wirkenden Hintergrund. Um das Motiv dynamisch vor einem scharfen Hintergrund darzustellen, bleibt die Kamera mit einer größeren Verschlusszeit unbewegt. Ideal ist die Verwendung eines Stativs, um ein solches Bild aufgrund der langen Belichtungszeit nicht zu verwackeln. Soll aber das Motiv scharf vor einem dynamischen Hintergrund dargestellt werden, arbeitet man mit einer kürzeren Verschlusszeit und bewegt die Kamera während der Verschlusszeit mit dem Motiv mit. Diese Art, eine Bewegung darzustellen, ist deutlich schwieriger, da die Kamerabewegung sich an die Geschwindigkeit des Motivs anpassen muss.

Perspektiven in der Fotografie

Der Eindruck, den eine Fotografie vermittelt, ist neben Schärfentiefe und Bildwinkel vor allem auch durch die Perspektive bestimmt, die der Fotograf bei der Aufnahme zu seinem Motiv hat. Für eine realistische fotografische Darstellung sollte die Perspektive möglichst naturgetreu sein. Die Perspektive fällt in der Regel dann besonders auf, wenn auf einem Foto Gegenstände abgebildet sind, die sich nicht in derselben Entfernung zum Fotografen befanden, denn bei gleich weit entfernten Gegenständen gibt es keine perspektivische Veränderung. Auch dann, wenn sich das gesamte Motiv in einer größeren Entfernung befindet, wie es zum Beispiel bei Landschaftsaufnahmen der Fall ist, sind perspektivische Verzerrungen selten gegeben. Anders verhält es sich aber bei Nahaufnahmen und immer dann, wenn ein Teil des Motivs sich deutlich stärker im Vordergrund befindet, denn nähere Objekte werden in der Fotografie größer dargestellt als solche, die sich in weiterer Entfernung befinden.

Bezüglich der Perspektive unterscheidet man zwischen einer steilen und einer flachen Darstellung. Zu einer steilen Perspektive kommt es immer dann, wenn das Motiv aus einer kurzen Entfernung aufgenommen wird, denn dann wirkt es im Verhältnis zu seinem Hintergrund besonders groß. Andersherum erscheint die Perspektive zu weiter entfernten Motiven immer flacher, da die Entfernung zu einer verkleinerten Darstellung führt. Soll eine möglichst steile Perspektive erzeugt werden, so verwendet man ein Weitwinkelobjektiv, da es mehr Tiefe in den Hintergrund bringt. Teleobjektive hingegen erzeugen aufgrund ihrer großen Brennweite eher flache Perspektiven.

Lichtstärke und Einstellmöglichkeiten

Die Lichtstärke eines Objektivs stellt dar, wie groß die maximale Blendenöffnung sein kann und ist damit ein Anhaltspunkt dafür, wie viel Licht höchstens in den Kamera-Hintergrund vordringen kann. Bei Weitwinkel-Objektiven muss in der Regel auf die Lichtstärke des Objektivs kein so großer Wert gelegt werden, da sie aufgrund ihrer geringen Länge und ihrer Beschaffenheit ohnehin sehr lichtstark sind und einen weiten Blendenbereich abdecken. Auch Standardobjektive sind aufgrund ihrer Maße vergleichsweise lichtstark. Aber im Standardbereich können schon deutliche Unterschiede zwischen der Lichtstärke eines Objektivs bestehen, denn es ist ein Unterschied, ob Blenden zwischen 2,8 und 22 möglich sind oder von 1 bis 50 und mehr, denn ein solches Objektiv würde einen weitaus größeren Spielraum bezüglich Schärfentiefe und Effektaufnahmen eröffnen.

Wichtig wird eine hohe Lichtstärke bei Tele- und Telezoom-Objektiven, denn aufgrund der Länge solcher Objektive fällt Licht nur noch in einem geringeren Ausmaß auf den Kamera-Hintergrund, also auf den Lichtsensor einer Digitalkamera. Je größer die Brennweite eines Teleobjektivs ist, umso größer sollte daher auch die Lichtstärke als Verhältnis des Durchmessers der Frontlinse zur Brennweite sein. Qualitativ hochwertige Teleobjektive zeichnen sich durch einen großen Frontlinsendurchmesser bei einer entsprechend großen Blendenauswahl aus. Aufgrund ihres Preises werden solche Objektive jedoch meist nur im Profi-Bereich eingesetzt.